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10 Jahre "Big Brother" Teil 1: Wer ist Shakespeare? (1)

(11.01.2010)

10 Jahre "Big Brother" Teil 1: Wer ist Shakespeare? (1)
10 Jahre Big Brother
Teil 1: Wer ist Shakespeare?


Die umstrittenste und einflussreichste TV-Sendung des vergangenen Jahrzehnts feiert 2010 ihren 10. Geburtstag. Dem Phänomen "Big Brother" wollen wir während der Jubiläumsstaffel mit einem mehrteiligen Special auf den Grund gehen. Im ersten Teil blickt Michael Brandes zurück und beschreibt, wie "Big Brother" die Fernsehwelt verändert hat und warum die Reality-Show mit ihrer starken Internet-Community im Rücken nicht tot zu kriegen ist.

"Big Brother" - gestern, heute und morgen

Big Brother I: Zlatko
Big Brother I: Zlatko (Bild: RTL II)
Aus ganz Deutschland reisten Menschen am 9. April 2000 spontan nach Köln-Hürth, in ein abgelegenes Industriegebiet. Niemand hatte sie eingeladen, wenig wurde ihnen geboten und zu sehen gab es nichts. Zumindest nicht für jene der rund 10.000 Besucher, die es unter chaotischen Verhältnissen zwar auf das Gelände der NOB-Studios geschafft hatten, sich aber nicht in die ersten Reihen drängeln konnten. Doch jeder spürte, es lag Fernsehgeschichte in der Luft, da wollte man in der Nähe sein. Dieser Abend war so etwas wie der ganz große Durchbruch für das Reality-TV in Deutschland, und es war der Höhepunkt der Hysterie um "Big Brother". Die Publikumslieblinge Zlatko und Jürgen waren nominiert, einer von beiden würde an diesem Abend das Haus verlassen und sich wieder unter das Volk begeben müssen. Dass es Zlatko war, mit 59% der Zuschauerstimmen, bekam im Gedränge vor dem Haus kaum jemand mit. Überall wurden Handys gezückt, um bei den Lieben daheim das Voting-Ergebnis abzufragen. Doch das Netz über Köln-Hürth brach zusammen.

Big Brother I: Jürgen und Alex
Big Brother I: Jürgen und Alex (Bild: RTL II)
Die enorme Popularität verdankte Zlatko seiner geringen Allgemeinbildung. Niemals zuvor hatte er den Namen Shakespeare gehört, nicht einmal Müller-Westernhagen war ihm ein Begriff. In den ersten fünf Tagen nach seinem Auszug war er Gast bei Günther Jauch, Stefan Raab und Harald Schmidt. Er nahm millionenfach verkaufte CDs auf und bekam seine eigene Doku-Soap "Zlatkos Welt". Chaos auf dem Gelände in Köln-Hürth gab es danach nicht mehr. Endemol hatte sich schnell auf den Ansturm eingestellt und ließ bei den Auszugsshows nur noch eine überschaubare Menge vor das Haus. Es hatte sechs Wochen vorher viel kleiner angefangen: Zum Deutschland-Start von "Big Brother" am 1. März 2000 versammelte sich nur eine kleine Handvoll Menschen vor dem Eingang, es waren die Angehörigen der ersten Bewohner. Vom Start weg begleitete das Format eine gehörige Medienaufmerksamkeit, mit freundlicher Unterstützung aus der Politik. Für so manchen Volksvertreter war die öffentliche Diskussion um das "Menschenexperiment" damals eine willkommene Ablenkung von der gerade aktuellen CDU-Spendenaffäre. Zwei Wochen nach dem Start wurde den Bewohnern wegen des öffentlichen Drucks eine unbeobachtete Stunde pro Tag eingeräumt. Jene vertraten jedoch geschlossen die Ansicht, die Politiker sollen sich "gefälligst um ihren eigenen Scheiß kümmern" und boykottierten die Vergünstigung. Die "KFS" (= kamerafreie Stunde) gibt es aber noch heute.

Big Brother I: Sabrina und Jürgen
Big Brother I: Sabrina und Jürgen (Bild: RTL II)
Auf Verletzungen der Menschenwürde wartete man vergeblich. Die Bewohner bekamen gut zu essen, hatten haufenweise Fitnessgeräte, konnten aber auch gern den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen. Sie mussten sich höchstens mal vom Sofa begeben, um ein paar Postkarten zu bemalen. Die später eingeführten Matches und getrennten Wohnbereiche gab es noch nicht. Sie waren auch nicht nötig, denn die Quoten stiegen immer weiter an. Beim Skandal-Hype war die "Bild" natürlich weit vorn. Sie informierte unter anderem darüber, dass "Big Brother" den Zuschauer krank macht. Zu viel "Big Brother" führe zu Persönlichkeitsveränderungen bis hin zu Drogenkonsum. Doch der bis dato größte Skandal im Haus war lediglich eine Hantel, die sich Bewohner Thomas beinahe versehentlich auf den Fuß hatte fallen lassen. Die gleichen Kritiker waren daher bald nicht mehr empört, sondern gelangweilt. Zu viel Zähneputzen, zu wenig Zoff. Und die Duschszenen mit Rückenansicht fielen damals sehr dezent aus. Es gab jedoch auch positive Medienresonanz. Zu den bekennenden Fans zählte Moderator Jürgen Domian, der in seiner TV-Sendung "Big Brother" thematisierte und als "bestes Sendekonzept seit Jahren" lobte.

Big Brother I: Alex und Kerstin
Big Brother I: Alex und Kerstin
(Bild: RTL II)
In den Niederlanden startete die Reality-Show bereits im September 1999. Der erste Sieger, Bart Spring in't Veld, wurde vom Rummel vollkommen überrollt und hatte später mit psychischen Problemen zu kämpfen. Heute arbeitet er als Verkehrserzieher an Grundschulen. Der erste deutsche Gewinner war der arbeitslose Zimmermann John Milz, ein ehemaliger Hausbesetzer aus Potsdam. Er bekam 250.000 DM Siegprämie und war später gemeinsam mit seiner reizenden Mitbewohnerin Jona in der RTL-Soap "Unter uns" zu sehen. Karriere machte er aber nicht. Als sehr geringfügig erwies sich die Halbwertszeit von Zlatko, der nach immensem Anfangserfolg tief fiel und sich heute alles andere als wohlwollend über die "Big Brother"-Zeit äußert. Bis heute hoffen viele Bewohner auf eine Karriere in den Medien. Die Chancen werden mittlerweile aber weniger blauäugig eingeschätzt. Bei der Karriereplanung haben die Ex-Bewohner fast immer zwei Wege im Blick: Man wird Moderator eines Call-In-Senders oder besingt CDs in der Hoffnung auf eine Gesangskarriere am Ballermann. Doch nur aus zwei früheren "Big Brother"-Gesichtern ist so richtig was geworden: Jürgen Milski und Guido Westerwelle. Zlatkos damaliger Busenfreund Jürgen Milski kombinierte die beiden oben genannten Berufswege und wurde zum Millionär. Guido Westerwelle ist nun Außenminister. Damals hatte der Politiker seiner FDP das Image einer Spaßpartei verpasst und legte im Guidomobil auch einen Zwischenstopp am "Big Brother"-Haus ein, auf der Suche nach Wählerstimmen. Zu den bekanntesten Besuchern in zehn Jahren "Big Brother" gehörte auch Verona Pooth, damals unter dem Namen Feldbusch auf dem Höhepunkt ihrer Popularität. Sie hatte aber offenbar hygienische Bedenken und brachte eine eigene Toilette mit.

Big Brother II: Harry
Big Brother II: Harry (Bild: RTL II)
RTL II übertrug die erste, 100 Tage lange Staffel vom 1. März bis 9. Juni 2000. Es gab die Tageszusammenfassung um 20.15 Uhr, sonntags die Höhepunkte der Woche und anschließend die einstündige Live-Show "Big Brother - Der Talk". Der freundliche Percy Hoven gab eine Art jungdynamischen Moderator mit seriösem Anstrich. Außenreporterin Sophie Rosentreter war stets der Hysterie nahe, so dass auch mal die Stimme versagte. Torsten Wember verkündete sachlich die Votingresultate. Die zweite Staffel (16.9.-30.12.2000) musste sich RTL II dann mit RTL teilen. Der große Bruder übernahm die Live-Show, die nun zwei Stunden lang am Samstagabend über den Sender ging. Die Moderatoren wurden komplett ausgetauscht: Oliver Geissen, Aleksandra Bechtel und Gudrun Loeb waren im Einsatz. Neue Begleitformate wie "Big Brother - Die Reportage" und "Big Brother - Das Quiz" kamen hinzu, unter anderem präsentiert von Jenny Elvers. Star der Staffel war der "Nominator" Christian, Siegerin Alida moderierte später die ProSieben-Sendung "Das Geständnis" und ist noch heute für 9live im Einsatz. Doch mit Beginn der dritten Staffel, die nach viel zu kurzer Pause schon Ende Januar 2001 startete, brachen die Quoten ein. Das unnötig verheizte Format verschwand weitgehend aus dem Blickfeld der Medien. Nach zwei Jahren Pause wagte RTL II den alleinigen Neubeginn. Im März 2003 startete "Big Brother - The Battle". Die Show hat sich seitdem konsolidiert und geht nun bereits in die 10. Staffel.

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