Mit Alexander Kluge hatte eine neue Zeit für den deutschen Film begonnen. „Abschied von gestern“ - so der programmatische Titel seines ersten Spielfilms - wurde 1966 bei seiner Uraufführung auf den internationalen Filmfestspielen in Venedig mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet. Das deutsche Kino hatte wieder internationale Beachtung gefunden und sein Protagonist hieß Alexander Kluge. Alexander Kluge übte immer viele Berufe gleichzeitig aus. Er ist promovierter Jurist, Filmregisseur, Schriftsteller, Lobbyist des deutschen Kinos, Initiator des „Oberhausener Manifests“ und in einer späteren Phase Manager, Planer und Realisator von Fernsehprogrammen. Vor kurzem gründete er seinen neuen Fernsehkanal XXP. Angelika Wittlich hat Alexander Kluge besucht. In seiner Wohnung in München, zu der auch ein Ministudio mit Blue-Box gehört, in dem er seine Gespräche für VOX, RTL und SAT1 aufnimmt. Oskar Negt war Gast an diesem Drehtag. Im Literaturzimmer schreibt er seine Texte, auch der 11. September ist schon eingegangen in sein neuestes Buch „Der unterschätzte Mensch“, das er gemeinsam mit Oskar Negt verfasst; auf Schloss Elmau, hier schreibt Alexander Kluge seit über 20 Jahren in einem Zimmer mit Blick auf die Berge. Viele Geschichten der „Chronik der Gefühle“ entstanden hier auch „Der Brunnen der Götter“, die Erzählung einer gescheiterten Zusammenarbeit mit Andrej Tarkowski. Kluge liest vor, Kluge erzählt. Auch von seiner Kindheit und Jugend, der Bombardierung seiner Heimatstadt Halberstadt, der Verlust von Heimat. „Was man als Kind nicht verstanden hat, darüber muss man ein Leben lang nachdenken“. Kluge tut es als Autor von Filmen, Büchern, Sendungen. Seit 40 Jahren. Über Alexander Kluge sprechen auch Jürgen Habermas, er nennt ihn den „einzigen Projektmacher großen Formats, den wir haben“, für Christoph Schlingensief, Partner vieler Aktionen und Fernsehsendungen hat er die „Qualität eines Vaters“, Hannelore Hoger, Darstellerin in „Die Artisten in der Zirkuskuppel: Ratlos“ bis „Die Macht der Gefühle“ schätzt die freie Arbeit mit Kluge: „Ich kann alles sagen und machen, weil ich weiß, er würde mich nicht verraten.“
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