Im Rahmen des von den Nationalsozialisten propagandistisch genutzten ʺJüdischen Kulturbundesʺ konnten bis 1938 mitten in Nazi-Deutschland einige jüdisch geführte Plattenfirmen weiterhin Musik von und mit jüdischen Künstlern produzieren, darunter die Label ʺSemerʺ und ʺLukraphonʺ. In der Reichspogromnacht im November 1938 wurden Label und Musik mitsamt ihren Originalmatrizen, Texten und Noten vollständig vernichtet. Zwei Musikenthusiasten ist es zu verdanken, dass diese verloren geglaubten Werke durch jahrelange Recherchearbeit teils wieder rekonstruiert werden konnten. Die Schellack-Platten der beiden Labels sind eine Fundgrube der besonderen Art: Damals, im politisch brisanten Berliner Klima der 1930er Jahre, offenbarten sie ohne Scheu die widersprüchlichen Seiten jüdischer Identität. Nach dem Verbot jüdischer Künstler 1933 wurden die Labels zu einem Zufluchtsort für Musiker und Kabarettisten, denen die Auftrittsmöglichkeiten in Deutschland genommen wurden. Mit Schellackplatten, die aus den entlegensten Winkeln der Welt zusammengetragen wurden, und der neu arrangierten Musik des international hochkarätig besetzten Semer Ensembles um den amerikanisch-jüdischen Musiker Alan Bern erzählt die Dokumentation die unglaubliche Geschichte der beiden jüdischen Plattenfirmen, vom Schicksal ihrer Interpreten und von einer Musik, die bis heute nichts von ihrer Aktualität und Brisanz verloren hat.
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Mit der neu arrangierten Musik des Semer Ensembles um den Pianisten Alan Bern (Bild) erzählt der Film die Geschichte zweier jüdischer Plattenfirmen im Berlin des Nationalsozialismus und vom Schicksal ihrer Künstler.
Rainer E. Lotz (Bild) und Jakob Ejal Eisler ist es zu verdanken, dass die verloren geglaubte Musik jüdisch geführter Plattenfirmen in Teilen wieder rekonstruiert werden konnte.