"N - Der Wahn der Vernunft" erzählt die Geschichte des Franzosen Raymond Borremans, der Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts verließ und fortan in Afrika lebte. Er widmete sein Leben der Erstellung der ersten Enzyklopädie dieser fremden Welt. Doch er starb, als er beim Buchstaben N angelangt war. Borremans ruheloser Geist irrt nun durch Westafrika, gefangen zwischen Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart. Eine afrikanische Frau, die getriebenen Seelen beisteht, hilft ihm, sein Schicksal zu erfüllen. Mit dem Bürgerkrieg an der Elfenbeinküste konfrontiert, ist er von der Entwicklung des Landes bitter enttäuscht und verzweifelt. Sein enzyklopädischer Verstand - der Grenzen ziehen, Definitionen und Kategorisierungen finden will - tut sich schwer mit dem Unvorhergesehenen der Realität. Der enzyklopädische Gedanke verliert in die Praxis umgesetzt seine Unschuld. Doch Borremans Geist sehnt sich danach, sein Werk zu vollenden. Die Dokumentation beschwört in großer narrativer Komplexität die Vernunft und den Wahn, die Borremans monumentales Projekt inspiriert haben, herauf und erforscht die realen und die imaginierten Grenzen zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, dem Greifbaren und dem Schwindenden, Wort und Bild, dem Dokumentarischem und der Fiktion.
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