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TV-Kritik/Review: "Art of Crime": Überraschende Charaktere ermitteln in malerischer Szenerie
(27.07.2018)

Der temperamentvolle Kommissar Antoine Verlay (Nicolas Gob), welcher nach seiner Scheidung auch noch seine Anstellung bei der Kriminalpolizei verloren hat, erhält eine zweite Chance bei der Polizei und wird in die Abteilung zur Bekämpfung des Schmuggels von Kunstgütern versetzt. Hierzu wird ihm die leicht neurotische Kunsthistorikerin Florence Chassagne (Eléonore Gosset) an die Seite gestellt, die ihn bei seinen Ermittlungen mit ihrem Fachwissen unterstützen soll.
Während Antoine aufbrausend und dickköpfig ist und keinerlei Interesse an Kunst zeigt, ist er das genaue Gegenteil der gutmütigen, etwas eigenen Florence, deren große Liebe die Kunst ist; womit für Konflikte zwischen dem unterschiedlichen Ermittlerpaar von Anfang an gesorgt ist.
In ihrem ersten gemeinsamen Fall wird der ehemalige Geliebte von Catherine Dutilleul, einer reichen Kunstliebhaberin, ermordet. Er wollte ein Gemälde aus einem Museum stehlen, welches Dutilleul kaufen wollte. Florence, die das Gemälde am Tag zuvor eben für jenen Verkauf im Auftrag des Museums geschätzt hatte, bemerkt, dass der Fall weiterer Untersuchungen bedarf, da Dutilleul einen ungewöhnlich hohen Preis geboten hatte. Antoine will davon nichts wissen und nimmt lieber direkt Catherine als Ex-Geliebte ins Visier.

Die Zuschauer werden in
Antoine, der aufbrausend und dickköpfig auftritt, enthüllt auch eine weiche und verständnisvolle Seite, zum Beispiel wenn es um seine Kinder geht. Ebenso schafft er es, sich bezüglich seiner Unwissenheit über Kunstgegenstände, Wissen anzueignen. Die clevere, toughe Florence offenbart unter anderem in ihren Therapie-Sitzungen, dass sie ebenso Schwächen besitzt, insbesondere ihre Höhenangst und ihre Zusammenbrüche. Ein netter Gag ist zudem, dass sie zur Lösung des Falls versucht, sich in verstorbene Künstler hineinzuversetzen und diese ihr gelegentlich sogar erscheinen. So stellt sie sich vor, Antoine würde Leonardo Da Vinci vernehmen und auch sie selbst führt im späteren Verlauf der Handlung eine Unterhaltung mit ihm. Dass Ermittler mit einer leichten Psychose/Neurose beim Publikum gut ankommen, klappt bekanntlich in vielen Serien wie beispielweise

Das Format hat auch - zumindest in den ersten beiden Folgen - eine leicht mystische, verschwörerische Seite als vermutlich originale Aufzeichnungen Da Vinics auftauchen, die belegen, dass sich hinter dem verschwundenen Bild ein verschollen geglaubtes Kunstwerk Da Vincis befindet - die Monna Vanna, welche männliche Züge aufweist und ein Beleg für Da Vincis Homosexualität sein soll. Der verschwörerische Touch und die Komplexität des Falls sorgen dafür, zusätzliche Spannung zu erzeugen. Wer der Mörder ist und aus welchen Gründen er gehandelt hat, ist nicht - wie leider bei so einigen Krimis - sofort vorhersehbar, was der Serie sehr zugute kommt. Dadurch und durch die Charaktere des etwas eigenen, widerwillig zusammengewürfelten Duos, das im Laufe der Handlung lernt, sich gegenseitig zu ergänzen um die Fälle aufzuklären, ist die Serie auf jeden Fall einen Blick wert. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Spannung und Atmosphäre des Formats in den weiteren Folgen erhalten bleibt und Florences Erscheinungen der verstorbenen Künstler nicht doch irgendwann zu schräg werden.
Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten zwei Episoden der Serie "Art of Crime".
Annick Peters
© Alle Bilder: ZDF/Fotograf: Etienne Chognard
Ausgestrahlt werden die sechs Folgen der ersten Staffel von "Art of Crime" ab dem 27. Juli 2018 im wöchentlichen Rhythmus freitagabends ab 21.45 Uhr in Doppelfolgen auf ZDFneo - dabei deckt jede Doppelfolge einen Fall ab. In Frankreich wurde bereits eine zweite Staffel bestellt.
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Leserkommentare
markox schrieb am 06.08.2018, 11.13 Uhr:
Ich hab auch spätestens nach einer halben Stunde abgeschaltet. Irgendwie bin ich kein bisschen warm damit geworden. Die Synchron Stimme der männlichen Hauptfigur kann ich schon nicht ab, kenne die schon von anderer Stelle. Handlung und Charaktere fand ich auch nicht dolle. Und wenn dass alles nicht stimmt kommt bei mir immer noch der "Franzosen Effekt dazu": ständig diese französischen Namen z.B. wenn irgend welche harten Kerle dann Alain De Pompedu gerufen werden, mir zu fremd.Horatio schrieb am 29.07.2018, 18.51 Uhr:
Weil ich kunstaffin bin habe ich mich auf diese Serie gefreut, aber schon nach einer halben Stunde genervt abgeschaltet.Ein ignoranter Problembär-Kommissar, dessen käseweisse Glatze schon wieder die ersten dunklen Haarstoppeln zeigt – der Schauspieler Nicolas Gob ist leider keine Sympathiefigur mit attraktivem Glatzkopf wie Bruce Willis, und er sieht in jeder Einstellung wie ein missmutiger osteuropäischer Zuhälter aus.Ähnliche Abneigung hat bei mir der künstlerische Sidekick Chassagne (Éléonore Gosset) erzeugt: Eine nach landläufiger Sicht als Irre einzuschätzende Frau, die optische Visionen! verstorbener Künstler wie DaVinci hat und mit ihnen Gepräche! zur Aufklärung aktueller Verbrechen führt?Was haben sich die Produzenten bei diesem gequirlten Quark gedacht? Ein Zuhälter-Glatzentyp mit deiner durchgeknallten Irren samt verbrecherischem Anhang?!
Nix für mich. Danke, aber Nein Danke. :(
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