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Finale Staffel spaltet die Zuschauer
Vor acht Jahren dachten viel, Ned Stark sollte auf dem Eisernen Thron landen
Bild: HBO
TV-Kritik/Review: "Game of Thrones": Ist Staffel 8 ein würdiger Abschluss für die Serie?/Bild: HBO

Vor etwas mehr als acht Jahren lief die erste Folge von "Game of Thrones" bei HBO. Damals hatte niemand damit gerechnet, dass sich die Fantasyserie innerhalb kürzester Zeit zu einem der größten TV-Phänomene entwickeln sollte. Somit kann man behaupten, dass mit dem Serienfinale nun eine kleine Ära zu Ende geht. Die letzte Staffel sorgte bei den Fans aber für gemischte Gefühle und wirft die Frage auf, ob sie die Serie zu einem würdigen Abschluss geführt hat.

"Game of Thrones" steht für intelligent gesponnene politische Intrigen, schockierende Wendungen und vielschichtige Charaktere. All das wird verwoben in einer Geschichte um den Kampf um die absolute Macht, die vom Eisernen Thron symbolisiert wird. Das Serienfinale wurde gleichermaßen mit Hoffen und Bangen erwartet, denn es bringt die Geschichte zu Ende, die wie kaum eine andere in den letzten Jahren die TV-Landschaft beherrschte.

Als sich vor ein paar Jahren abzeichnete, dass die Serie bald die Buchreihe überholen würde und dann noch bekannt wurde, dass die letzten beiden Staffeln mit einer verkürzten Anzahl von Episoden an den Start gehen würden, machten sich unter den Fans die ersten Sorgen breit. Dass beim Zusammenführen der einzelnen Handlungsstränge für das Endspiel einige Kürzungen in Kauf genommen werden mussten, war also abzusehen.

Am deutlichsten erkennbar ist das am teilweise sehr straff gehaltenen Erzähltempo der achten Staffel. Somit ist die Enttäuschung der Zuschauer nachvollziehbar, die sich eine ausführlichere finale Staffel gewünscht hätten. Vor allem das doch sehr plötzliche Ende vom Nachtkönig und die dramatische Wendung von Daenerys (Emilia Clarke) Charakter fühlen sich abrupt an und wären mit mehr Zeit sicherlich leichter zu verdauen gewesen.

Daenerys (Emilia Clarke): Nahe am Ziel, und nah am Abgrund

Im Endeffekt hat "Game of Thrones" in der letzten Staffel eine andere Geschichte erzählt, als es zunächst viele vermutet hatten. Der Nachtkönig stellte nicht die ultimative Bedrohung dar, sondern entpuppte sich als der Antagonist, der zwischen der Menschheit und der eigentlichen Gefahr für diese stand: dem Kampf um den Eisernen Thron. Und letztendlich sollte es nicht Daenerys Schicksal sein, diesen Kampf zu gewinnen.

Acht Staffeln lang hat man dem einst verschüchterten kleinen Mädchen zugesehen, wie es sich zu einer Kämpferin für Freiheit und Gerechtigkeit entwickelt - und schließlich an der Aufgabe zerbricht die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Die Wandlung von einer Heldin zur Antagonistin ist ohnehin nicht leicht mit anzusehen, fällt durch die verkürzte Erzählzeit aber am Ende noch mehr ins Gewicht.

Der Eiserne Thron und die mit ihm verbundene Macht entpuppt sich letztendlich als Illusion die diejenigen zerstört, die nach ihr streben. Das musste auch Cersei (Lena Headey) erfahren, die sowohl im metaphorischen als auch im wortwörtlichen Sinne von den Trümmern ihres einstürzenden Lebens begraben wird. So wie Cersei sich nicht von ihrem Streben nach Macht befreien konnte, gelang es Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) nicht, sich von seiner Hassliebe zu seiner Schwester zu lösen.

Cersei (Lena Headey) und Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) kamen gemeinsam zur Welt und haben diese auch wieder zusammen verlassen

Gerade seine angeblich rückschrittige Entwicklung sorgte in Fankreisen für einige Diskussionen. Jaime wurde im Laufe der Serie von einem egoistischen Prinz Charming zu einem ehrenvollen Mann, der sich dem Kampf der Lebenden anschloss. Diese Entwicklung änderte aber nichts an der Liebe zu Cersei, die ihn zu seinem tragischen Ende verdammte. Auch wenn nicht alle mit dem Ende für die Geschwister einverstanden sind, so erscheint es doch passend, dass die Zwillinge zusammen auf die Welt gekommen sind und diese auch gemeinsam wieder verlassen haben.

Sowohl an den Beispielen von Daenerys, Cersei und Jaime als auch an dem der Clegane Brüder wird die übergreifende Logik von "Game of Thrones" deutlich. Sandor (Rory McCann) wurde sein gesamtes Leben von dem Gedanken an Rache an seinem älteren Bruder Gregor (Hafþór Júlíus Björnsson) beherrscht. Obwohl er wusste, dass sein Bruder faktisch bereits tot war und ihn sein Unterfangen auch sein eigenes Leben kosten würde, konnte er nicht mehr umkehren. Arya (Maisie Williams) hingegen hat noch im letzten Moment noch einen anderen Weg eingeschlagen und sich damit gerettet.

Das Streben nach unerreichbaren und selbstzerstörerischen Zielen, sei es Macht, Liebe oder Rache, zehrt die Figuren auf und führt zu einem tragischen Ende. Dieser Logik ist "Game of Thrones" in seiner letzten Staffel gerecht geworden, auch wenn der Weg zu diesem Ende stellenweise holprig war und länger hätte sein können, sodass sich es sich nachvollziehbarer und weniger abrupt anfühlt.

Die Stark-Kinder finden ihr Schicksal

Somit ist das Ende von "Game of Thrones" auf mehreren Enden bittersüß. Durch den Kampf von Daenerys wurde zwar auf eine gewisse Art und Weise das Rad gebrochen, jedoch zu einem hohen Preis. Das Serienende fühlt sich verdient und rund an, der Weg dorthin lässt jedoch Fragen offen. Im Endeffekt bietet das Finale einen würdigen Abschluss, denn jeder scheint dort zu sein, wo er hingehört. Es endet mit den Stark-Kindern, mit denen es auch begonnen hat und einem hoffnungsvollen Blick in die Zukunft von Westeros.


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Leserkommentare

  • Martina schrieb am 25.05.2019, 21.01 Uhr:
    MartinaIch denke, die letzte Folge lässt sich mit einem Satz von Jaime ganz gut zusammenfassen "The things we do for love". Es gab Szenen, die ich sehr gut fand, aber im Großen und Ganzen hatte ich schon keine Erwartungen mehr.

    **Spoiler?**

    Ich hatte am Ende der 7. Staffel tatsächlich noch darauf gesetzt, dass sie vielleicht Daenaerys Neffen und Jons älteren Bruder Aegon Targaryen (der gerettete Sohn von Rhaegar und Elia Martell) mit der Goldenen Kompanie noch einführen. Wäre zwar auch sehr gequetscht gewesen, aber besser als Bran "I don't really care about anything anymore" zum König zu wählen.

    Die letzte Viertelstunde hat mir dafür sehr gut gefallen. Kaum ist ein König gewählt schreit Sansa "Nexit". Nein im Ernst. Am Ende waren meine 5 Lieblingscharaktere um den Tisch versammelt und die kleinen und großen Ungereimtheiten konnte man beiseite schieben.

    Leid tat es mir dagegen um Charaktere wie Qyburn, Melisandre und Varys. So einen banalen Tod hatten sie nicht verdient.

    Und wozu hatte Arya eigentlich diese Ausbildung im Haus von Schwarz und Weiß absolviert? Hätte beim Nachtkönig ruhig mal angewendet werden können.

    Bleibt nur zu hoffen, dass George RR Martin mal in die Puschen kommt. Seine vagen Äußerungen zum Serienende lassen fast darauf schließen, dass er das Ende gar nicht kennt, bzw sich noch offen lassen will, es sich noch anders zu überlegen.
  • zynicus schrieb am 25.05.2019, 14.17 Uhr:
    zynicusNachdem es für mich leider auch einige schlechte bzw voraussehbare Wendungen und Geschichten gab, zähle zur Abwechslung mal das Positive auf:

    1) Jon Schnee nicht auf dem Eisernen Thron. Wäre sonst zu viel Hollywood Heroes Geschmotzes gewesen. Und wie schon hier erwähnt: Der Liebling der Fans/Frauen.
    Im Grund genommen ist er ein Weichei, schüchtern und nicht wirklich eine Führungspersönlichkeit. Aber für den Wald reicht es ;-).

    2) Cersei stirbt nicht durch die Feuersbrunst des Drachen (weil sie so lange auf der Burg stand, dachte ich, Daenerys kommt mit dem Drachen und "pustet" sie weg).
    Stattdessen wird sie einfach verschüttet. Völlig unspäktakulär aber sinnig und eben, anders.
    Noch "schöner" wäre es gewesen, wenn Tyrion sie nicht gefunden hätte. Wenn niemand sie gefunden hätte. Dann hätte man (bzw die anderen Protagonisten sowie die Bevölkerung) darüber spekulieren können, was mit ihrer ehemaligen Königin und Herrscherin passiert sei. Aber ich glaube das wird in Hollywood wohl nie möglich sein (einfach so zu verschwinden; geht in Rente; verschwindet ganz einfach und baut ein neues Leben irgendwo auf [so wie Elvis ;-)])

    3) Arya ist doch nicht die Königsmörderin und sie dringt doch nicht bis zu ihr fort. Auch hört sich auf Clegan. Normalerweise würde ein Charakter dies ablehnen und trotzig weiter machen.

    4) Meister der Münze. Muha. Wer sonst außer Bronn und Lord von Rosengarten.
    Sowie
    Sam als neuer Erzmaester, Ser Davos als Meister der Schiffe und Ser Brienne von Tarth für die Königsgarde.

    5) Grauer Wurm hört bzw befolgt nicht Jon's Wunsch, die Lannister Armee zu töten, nachdem sie sich ohnehin schon ergeben haben.

    6) Das Jamie L. doch nicht auf Brienne gehört hat und doch von ihr weggegangen ist

    7) das die Größte und Längste Schlacht (Nacht) nicht erst in der letzten Folge zu sehen war (sondern eben in der Dritten). Auch wenn sich viele die Schlacht zum Schluß gewünscht hätten sowie dass der Nachtkönig der eigentliche Hauptschurke und die größte Bedrohung ist. Doch ist er in den 7 Staffeln nie die zentrale Figur gewesen; eher nur ein Nebenaspekt (von vielen).

    8) das Daenerys, genau so wie ihr Vater, der verrückte König, dasselbe Schicksal ereilt hat.

    9) das Bran König geworden ist.
    Das er "nur" König von 6 Königsländer geworden ist, und seine Schwester erfolgreich gegen seine Ausdehnung widersprochen hat. Erwartbar war ja, dass er "Herrscher" über 7 Königsländer wird...

    10) Das die Serie aus ist.
    Sie künstlich zu verlängern, weil man einfach mehr Geld damit machen kann, hat noch kaum einer Serie geholfen. Wer weiß was ihnen sonst noch für ein Blödsinn eingefallen wäre.
    Gemäß der Hollywood (Dallas/Dynasty läßt Grüßen) S...
  • Sabine_U schrieb am 25.05.2019, 11.55 Uhr:
    Sabine_UIn meinen Augen hätte man kein gerechteres Ende hinbekommen können aber man kann es ja bekanntlich niemals allen rechtmachen.
  • Wolferl schrieb am 24.05.2019, 22.32 Uhr:
    WolferlJa, das war ein würdiger Abschluß der Serie.

    Zugegeben, die Ereignisse der letzten Staffel waren etwas überstürzt, aber in ihrer Gesamtheit gesehen absolut logisch. Das Einzige, was mich irritiert hat, war die Wahl von Brandon zum König der nunmehr nur 6 Königslande. Hut ab vor den Machern, die ohne eine Buchvorlage von R. R. Martin arbeiten mussten, aber trotzdem eine Meisterleistung hingelegt haben!

    Daß Jon Snow nicht der König von Westeros geworden ist, erwarten. In der Anlage seiner Figur hätte das überhaupt nicht hineingepasst, die war zu sehr von Selbstzweifel (manche würden sagen „Weinerlichkeit“) erfüllt, um ein überzeugender König zu sein. Im Gegenteil: sein Auszug in die Lande nördlich der Mauer war ein genialer Einfall.

    Auch daß Daenerys so oder ähnlich enden würde, war schon lange vorher abzusehen. Wut und Rachegefühle machen niemanden zu einem guten Herrscher. Ihre Kompromisslosigkeit war schon bei der Befreiung der Sklaven zu sehen. Eine mögliche Wandlung zur gütigen Herrscherin war in der Figur nicht nachvollziehbar angelegt.

    Unfassbar gute Serie!
  • Brunnenwasser schrieb am 24.05.2019, 20.03 Uhr:
    BrunnenwasserAch Leute, ich war auch etwas enttäuscht. Aber wie Gwendoline Christie schon sagte: viele Fans werden eine Therapie brauchen. Schaut mal bei Nerdkultur auf Youtube vorbei, der perfekte Einstieg für die eigene Therapie !

    Titel: Die Wendung von Game of Thrones erklärt: Analyse zu The Bells | Episode 5 | Staffel 8
  • User 1316862 schrieb am 22.05.2019, 16.53 Uhr:
    User 1316862Perfektes Ende, doch der Weg dahin zu schnell und zu holprig... das bringt es auf den Punkt. Gute Zusammenfassung.
  • Sunny H schrieb am 22.05.2019, 06.44 Uhr:
    Sunny HIch hätte nicht gedacht, dass es nach dieser recht flachen "Hollywood"-Staffel noch ein Finale geben könnte, das sich "doch ganz gut" anfühlt.



    *** SPOILERS ***
    Meine größte Sorge war, dass Jon als der Liebling der Nationen auf dem Thron landet. Das ist ja, was wohl das beste für Westeros gewesen wäre...


    Als er dann tatsächlich abgedrängt und gestraft nicht mal ansatzweise dort landete, hat mich einerseits beruhigt (GoT durfe niemals so enden wie man es wollen würde) andererseits hat es doch recht weh getan, ihn so zu sehen. Also haben es die Schreiber doch irgendwie richtig gemacht.


    Ich hoffe, dass der Hype um GoT noch lang genug anhält, dass Martin's Bücher DAS ultimative Ende alle Kritiker doch noch zufrieden stellt und diese Geschichte etwas würdiger abrundet als es die Serie konnte...
  • Tom_Cat schrieb am 22.05.2019, 00.29 Uhr:
    Tom_Cat68 Jahre alt und keinen Deut weise und gescheit.
    Mal abgesehen davon, dass es vielleicht 1 Mio. andere Wünsche für ein Ende gibt, aber dafür sind solche Petitonsheinis auch nicht gescheit genug. Unfassbar wie die Intelligenz der Menschheit dahinrafft.

    Der Text von Frau Bärenwaldt vermeidet solche unmöglichen polemischen Aussagen und trifft genau den Kern. Die Staffel verging zu schnell, aber im Endeffekt ist alles logisch und verdient.
  • robertlie schrieb am 21.05.2019, 20.00 Uhr:
    robertlieHallo Jana, - Hat mir sehr gut gefallen, sehr treffend beschrieben. 
    Das Ende dieser brillanten, mitreißenden Geschichte, eine der besten, die ich je gesehen habe, ist absolut unmöglich! Ich bin jetzt 68 Jahre alt und besitze mehr als 75.000 Filme in meinem Haus, also denke ich, dass ich ein bisschen urteilen kann. die letzte halbe Folge 5 von Saison 8 und der Episode 6 von 8 Saison muss neu erstellt werden! Daenerys Charakter ist nicht in der Lage sich derart zu verändern, es so zu zeigen wie es jetzt war, das hat die ganze Serie beschädigt und es ist absolut unglaubwürdig. Diesen Drehbuchschreiber sollte man entlassen, er hat nichts von dem verstanden, worum es geht. Feuert ihn HBO - er die ganze Serie damit ruiniert.
    Ein echter Liebhaber dieser wunderschönen Story- und Filmkreation! bitte lasst es nicht solch eine Blamage sein ...
    Ich habe vor 15 min. die Petition an HBO unterschrieben und schon weiterempfohlen.
    Das kann einfach so nicht bleiben, sonst verkaufe ich die komplette DVD-Sammlung von GoT wieder, mit diesem Ende habe ich da keinen Spass mehr dran.
    MOSES
    -robertlie-
  • Lysander schrieb am 21.05.2019, 18.31 Uhr:
    LysanderGute und treffende Zusammengfassung!
    Von Jon Snow hätte ich mir am Ende noch eine aktivere Rolle gewünscht.
    Wir dürfen gespannt sein auf die Bücher, so kann Martin immerhin noch einen draufsetzen ...
 

Über die Autorin

  • Jana Bärenwaldt
Jana Bärenwaldt entdeckte ihre Leidenschaft für Fernsehserien mit der Ausstrahlung von "The Tudors" im deutschen Fernsehen. Bis heute ist die Historienserie eins ihrer favorisierten Genres, weswegen sie diesem Thema auch ihre Bachelorarbeit gewidmet hat. Mittlerweile schaut sie aber bunt gemischt, von Drama über Fantasy bis hin zu Anime Serien. Seit März 2016 ist Jana neben ihrem Studium der Medienwissenschaften in der Redaktion von TV Wunschliste tätig und schreibt dort hauptsächlich für TV-Serien aus dem englischsprachigen Raum.