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Bericht: CBS Corp. wird Übernahmeangebot für Viacom machen

Eine eigentlich abgeschlossene Geschichte geht wohl in die nächste Runde: Laut Deadline bereitet CBS Corp. ein Übernahmeangebot für seine ehemalige Mutterfirma Viacom vor. Anders als bei der Übernahme von großen Teilen des 21st Centruy Fox Konzerns durch Disney (TV Wunschliste berichtete) soll hier aber demnach kein Geld fließen, sondern die Viacom-Aktien mit CBS-Aktien umgetauscht werden. Ein erstes Angebot wird noch in dieser Woche erwartet und soll überraschenderweise unter dem aktuellen Marktwert von Viacom liegen. Das deutet auf schwierige Verhandlungen hin. Zudem soll der CBS-Corp.-CEO Leslie Moonves der Chef des neuen Gesamtkonzerns werden, was natürlich nachteilig für seinen aktuellen Gegenpart bei Viacom ist. Trotzdem soll der Vorgang vor Mai abgeschlossen werden, wenn die beiden Unternehmen das nächste Mal Quartalszahlen vorstellen.
Hintergrund ist, dass beide Medienunternehmen fest in der Hand der Holding National Amusements sind, die wiederum vom 94-jährigen Milliardär Sumner Redstone (80 Prozent Anteil) und dessen Tochter Shari Redstone (20 Prozent Anteil) kontrolliert werden. National Amusements hält sowohl an Viacom wie auch an CBS Corp. je mehr als 80 Prozent der Aktien.
2000 hatte Viacom sich die CBS Corporation gekauft. Es folgten zahlreiche interne Umstellungen, um Synergieffekte zu nutzen, etwa die Zusammenlegung von gleichartigen Tochterunternehmen wie die TV-Produktionsstudios. Die Redstones entschieden jedoch, die beiden Firmen 2006 wieder zu trennen. Daraus ging Viacom nach allgemeiner Einschätzung geschwächt hervor, weil CBS Corp. etwa die Fernsehproduktionsstudios erhielt und Viacom einzelne Unternehmensbereiche eines modernen Medienkonglomerats nicht mehr mit eigenen Tochterfirmen abdeckte. Auch in den Einschaltquoten machten die Viacom-Sender wie MTV eine Durststrecke durch. Das führte dazu, dass die Redstones schließlich im Herbst 2016 eine Wiedervereinigung "anregten", wobei die Verhandlungen von Viacom und CBS damals zum Jahresende endgültig scheiterten. Bei Viacom ging daraufhin der umstrittene CEO Philippe Dauman und wurde vom jetzigen CEO Bob Bakish abgelöst. Der verordnete dem Viacom-Konzern eine Restrukturierung, zu der die Konzentration auf die sechs Kernmarken (MTV, Comedy Central, Nickelodeon, Nick Jr., BET und Paramount) und die Verschiebung zahlreicher TV-Serien zwischen den Sendern sowie auch der Reboot des bisherigen Senders Spike als The Paramount Network im Januar 2018 gehörten.
2018 wurde von Shari Redstone erneut eine Zusammenlegung der beiden Medienkonzerne angeregt, diesmal als Reaktion auf die sich verändernde Medienwelt und den Durchbruch der Streaming-Dienste. Während CBS eher in den USA gut aufgestellt ist, sind Sendermarken von Viacom wie MTV, Comedy Central und Nickelodeon weltweit vertreten und könnten dabei helfen, dass der neue Gesamtkonzern eigene Produktionen weltweit selbst besser verwerten könnte. CBS hatte sich kürzlich mit ähnlichem Hintergrund in Australien den dortigen Sender Ten gekauft. Daneben hätte der Großkonzern mit seiner Mischung aus dem Network CBS, dem Pay-TV-Sender Showtime und den Kabelsendern von Viacom eine stärkere Verhandlungsposition bei Lizenzdeals.
Verschiedene Analysten hatten daher errechnet, dass durch die erneute Zusammenlegung beider Medienkonzerne deren Gesamtwert um 10 bis 30 Prozent über dem der beiden Einzelfirmen liegen dürfte. Entsprechend überraschend kommt nun das vermutlich niedrige Angebot.
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von Bernd Krannich















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