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Dokudrama aus dem Fantasieland?
Überbesorgtheit von Demokraten oder verantwortungsloses Ignorieren von Fakten? Diese Frage stellt sich bei einer Kontroverse, die in den USA über eine Miniserie entbrannt ist, die der Sender ABC, welcher dem Disney-Konzern gehört, diesen Sonntag und Montag zum 5. Jahrestag des 11. September 2001 ausstrahlen will. Das Dokudrama "The Path to 9/11" (Der Weg zum 11. September) wurde zunächst als realistische Aufarbeitung der Ereignisse in den Jahren vor dem Anschlag angekündigt. Nun meldeten sich Führungsmitglieder der ehemaligen Clinton-Regierung zu Wort und äußerten ihre Besorgnis über die Art und Weise, wie in der Miniserie mit Fakten umgegangen wird.
Zu den Kritikern gehören unter anderem die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright und der frühere Sicherheitsberater Sandy Berger. Sie und weitere ihrer ehemaligen Kollegen schickten in der letzten Woche Briefe an Robert A. Iger, Geschäftsführer der Walt Disney Company. Obwohl laut ABC-Angaben die Miniserie zu einem erheblichen Teil auf dem allgemein respektierten Abschlussbericht der 9/11-Untersuchungskommission basieren soll, wurden Albright und ihren früheren Kollegen von Leuten, welche Material aus der Serie bereits vorab sahen, Szenen geschildert, welche sich nicht mit diesem Bericht decken und auch laut Aussagen der Politiker so nicht stattgefunden hätten.
So bemängelt Madeleine Albright beispielsweise eine Szene, die sie dabei zeigen soll, wie sie darauf besteht, dass die pakistanische Regierung vor einem Luftangriff auf Afghanistan gewarnt wird und sie daraufhin auch dabei gezeigt wird, wie sie tatsächlich diese Warnung durchführt. "Diese Szene, so wie sie mir beschrieben wurde, wäre falsch und diffamierend", schrieb Albright in ihrem Brief an Iger. Auch Sandy Berger beschwerte sich über eine von ihm als erfunden beschriebene Szene, in der gezeigt wird, wie er sich weigert einen Angriff auf Osama bin Laden trotz CIA-Warnungen zu genehmigen. Dadurch könne der Eindruck entstehen, Berger habe bin Ladens Flucht begünstigt. Anfragen der Politiker, die Miniserie vor der Ausstrahlung sehen zu dürfen und bei der Beseitigung von Fehlern zu helfen, blieben von ABC unbeantwortet.
Der Autor und Produzent von "Path to 9/11", Cyrus Nowrasteh verwirft solche Beschwerden und beruft sich darauf, dass es sich nicht um eine Dokumentation, sondern um ein Dokudrama handle, in dem Dramatisierung stattfindet: "Wissen Sie, wenn man einen Film dreht, können viele Dinge auf einem Set passieren, die nicht im Drehbuch stehen. Es ist dann der Job eines Filmemachers zu sagen 'Weißt du, vielleicht können wir das benutzen'". Zudem versuchte Nowrasteh während eines Radiointerviews in Los Angeles die Widersprüche mit dem Kommissionsbericht dadurch zu erklären, dass sein Drehbuch statt auf dem Bericht hauptsächlich auf zwei Büchern basiere: "The Cell" von den früheren ABC-Journalisten John Miller und Michael Stone, sowie "The Relentless Pursuit" von Samuel Katz � übrigens beide nicht in einer deutschen Version erschienen.
Diese Äußerung widerspricht nun wiederum ABC, das zuletzt angekündigt hat während der Ausstrahlung der gesamten Miniserie, die außerdem ohne Werbeunterbrechung erfolgen soll, eine Textbotschaft einzublenden, welche unter anderem die Aussage enthält, dass der Film teilweise auf dem 9/11 Kommissionsbericht basiert. Weitere publizierte Quellen werden nicht namentlich erwähnt.
Währendessen haben sich auch Republikanische Politiker kritisch zum Vorgehen von ABC geäußert. So sagte Roger Cressey, ehemaliger Beauftragter der Bush-Regierung in Sachen Terrorismusabwehr: "Falls man die Clinton- und Bush-Regierungen anhand von Fakten kritisieren möchte, ist das natürlich in Ordnung. Aber was ABC hier getan hat, stammt direkt aus einem Disney-Fantasieland."
Soll tatsächlich der Eindruck erweckt werden, die Clinton-Regierung habe Osama bin Laden in der Vergangenheit einmal in der Falle gehabt und ihn entwischen lassen? Die Wahrheit ist irgendwo da draußen. Für liberale Blogger in den USA scheint sie allerdings bereits verloren. Sie wiesen umgehend darauf hin, dass sich Cyrus Nowrasteh selbst als konservativ bezeichnet und der Disney-Konzern schon früher kontroverse und liberale Filme nicht unterstützte. So verbot man der Tochterfirma MIRAMAX, Michael Moores Dokumentation "Fahrenheit 9/11" zu vertreiben.
Für Serienfreaks vielleicht noch interessant: Cyrus Nowrasteh dürfte deutschen Zuschauern unbewusst noch in unliebsamer Erinnerung sein. Er war einer der Autoren der letzten Staffel von
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Leserkommentare
Tom 1 schrieb via tvforen.de am 08.09.2006, 15.46 Uhr:
omg der Name, Cyrus Nowraseth, klingeling - grad wollt ich nachgucken - tatsächlich, Falcon Crest-Verunstalter, in Persona. Dachte der kriegt in Hollywood kein Bein mehr untern tisch..................mal schaun. Path to 9/11 kommt Sonntag/Montag Abend auf BBC One, und da sonst eh nix kommt hab ichs letzte woche schon programmiert.
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