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Selena Gomez präsentiert ihre Nachfolger der alten Serie im Disney Channel
In "Die neuen Zauberer vom Waverly Place" stellt Alex (Selena Gomez, r.) ihrem Bruder Justin (David Henrie) die angehende Hexe Billie (Janice LeAnn Brown) vor.
Disney / Eric McCandless
TV-Kritik/Review: "Die neuen Zauberer vom Waverly Place" übertreffen hohe Erwartungen/Disney / Eric McCandless

Wie könnte Giada Russo (Mimi Gianopulos) ahnen, dass sie mit einem echten Zauberer verheiratet ist? Justin (David Henrie) hat seine Frau sowie die beiden Söhne Roman (Alkaio Thiele) und Milo (Max Matenko) von der magischen Welt ferngehalten. Doch Justin kann nicht mehr  "Die Zauberer vom Waverly Place" verleugnen: Seine Vergangenheit kehrt in Gestalt von Justins Schwester Alex (Selena Gomez) zurück, die ihren Schützling Billie (Janice LeAnn Brown) bei den Russos abliefern will. Alex hofft, dass ihr Bruder den frechen Teenager trainiert - damit die kleine Hexe eine Prophezeiung erfüllt, die Gesellschaft der Zauberei vor dem Untergang zu bewahren.

 "Die neuen Zauberer vom Waverly Place" toben durch den Disney Channel - jeweils in einer Folge am Vorabend von Montag bis Donnerstag. Dabei passt der deutsche Titel schlechter als das amerikanische Original "Wizards Beyond Waverly Place": Justin hat längst den Imbiss in New York verlassen, wo er am Waverly Place aufwuchs und Abenteuer zusammen mit seiner Familie bestand. Ansonsten gibt es bei der Fortsetzung von "Die Zauberer vom Waverly Place" selten etwas zu meckern. Zwölf Jahre nach dem Serienende soll die nächste Generation der vergnüglichen Magier und Monster das TV-Publikum begeistern.

Winter (Taylor Cora, l.), Roman (Alkaio Thiele) und Billie (Janice LeAnn Brown) erleben eine böse Überraschung.
Winter (Taylor Cora, l.), Roman (Alkaio Thiele) und Billie (Janice LeAnn Brown) erleben eine böse Überraschung. Disney / Lara Solanki

Angehende Hexe Billie liebt coole Outfits

Milo nervt seinen älteren Bruder Roman: Das Nesthäkchen soll nicht dauernd über Ungeheuer quatschen, denn bekanntlich existieren solche Wesen nirgendwo. Indes erschreckt Milo den Besserwisser mit einer schauderhaften Monstermaske. Roman haut wütend ab, um ein eigenes Zimmer von Dad zu verlangen. Allein gelassen staunt Milo, dass die Oberfläche seines großen Spiegels plötzlich Wellen schlägt: O.k., das ist krass! Eher neugierig als ängstlich beobachtet der Junge, wie ein junges Mädchen aus dem Spiegel heraustritt und fragt: Hey Kleiner, wohnen hier die Russos?

Zunächst will Milo wissen: Was machst du in meinem Spiegel? Die stolze Antwort lautet: So reisen wir eben - ich bin Zauberin. Schlagfertig hakt Milo nach: Wo ist dein Umhang und dein spitzer Hut? Der Teenie hasst solche Vorurteile und wechselt das angesagte Outfit mithilfe des Zauberstabs: Eins mal vorweg - ich bin eine Zauberin mit Stil. Die kesse Göre kann nicht weiter prahlen, denn eine Hand zieht sie in den Spiegel zurück - begleitet von der Mahnung: Billie, so dürfen wir diesmal nicht reingehen.

Alex klingt wie ihre Mutter

Dank des seltsamen Vorfalls durchziehen erste Risse den Damm, mit dem Justin Russo seine Liebsten gegen die Magie abgeschottet hat. Außerdem knüpft Billie ihren ersten Kontakt mit den Russos auf eigene Weise. Etwas später betritt die Halbwüchsige das Haus vernünftig durch die Eingangstür - zusammen mit ihrer Betreuerin Alex. Nach ihrer gemeinsamen Kindheit und Jugend misstraut Justin der Auskunft seiner dreisten Schwester, dass sie lediglich als Überraschungsgast zum 34. Geburtstag gratulieren wolle. Nun schmeichelt Alex ihrem sonst braven Bruder, dass er seine Perfektion drosselt: Du lügst deine Familie immer noch an? Ich bin so stolz auf dich! Auch Alex hat ihr Verhalten verändert. Sie trägt größere Verantwortung und verzichtet auf die dümmsten Gewohnheiten - mit dem Nachteil: Jetzt klinge ich schon wie meine Mutter.

Justin zögert mit magischer Ausbildung

Justin entsagte vor Jahren der Zauberei, vermisst jedoch das Spiel mit den mystischen Kräften. Immerhin lehrt er an einem College - also beinahe wie ehedem an der WizTech im verborgenen Reich. Trotzdem will er Billie nicht ausbilden, die überall aneckt und aus der Zauberschule rausgeflogen ist. Erst nach dem Zusammenstoß mit einem gefährlichen Floogie begreift Justin, wie sehr Billie ihn braucht und dass er Magie wieder zulassen muss.

Winter (Taylor Cora, l.) und Billie (Janice LeAnn Brown) schließen Freundschaft.
Winter (Taylor Cora, l.) und Billie (Janice LeAnn Brown) schließen Freundschaft. Disney / Lara Solanki

Wer kann glauben, dass ein braver Ehemann und Vater zaubern kann?

In der zweiten Episode "Nur sterbliches Verhalten erlaubt" versucht Justin krampfhaft, die Zauberei vor seiner Frau und den Söhnen zu verhüllen. Die beiden Jungen haben Billies magische Künste am eigenen Leib erfahren. Allerdings fallen sie aus allen Wolken, als Billie über das Hexenwerk des Hausherrn plaudert: Roman und Milo glauben schwerlich, dass ausgerechnet ihr Vater meisterhaft zaubern kann. Billie lässt das Chaos ausufern, als sie Zauberei gegen Probleme einsetzt. Dabei hat Justin dem störrischen Girl jede Magie außerhalb des sogenannten Refugiums verboten.

Durch Billies Schuld erkennt Giada die wahre Natur ihres Ehegatten. Erschüttert über ihr Versagen erwartet Billie, wie so häufig verstoßen zu werden. Sie flieht vor der Familie, die sie eigentlich lieb gewonnen hat. Einsam landet sie an einer Bushaltestelle des übersinnlichen Verkehrsunternehmens "Ghoul Hound". Justin holt Billie zurück von diesem Ort der Verzweiflung. Somit kann die Handlung durchstarten, zumal ein grüner Unhold über seine finsteren Pläne jubelt - ohne dass irgendwelche Zeugen außer dem TV-Publikum lauschen.

Alex und Justin erinnern an Konkurrenz und Krisen

In der ersten Episode "Sein und Schein" erinnern Alex und Justin kurz an alte Zeiten, als die Geschwister heftig konkurrierten und in Krisen zusammenhielten. "Die Zauberer vom Waverly Place" zeigten diese lustigen und fantasievollen Ereignisse in 110 Folgen, verteilt auf vier Staffeln zwischen Ende 2007 und Anfang 2012. Zwei Fernsehfilme ergänzten die Serie, die in Deutschland auf dem einstigen Pay-TV-Sender Disney Channel lief und auf Super RTL für die freie Ausstrahlung landete. Viele Kinder und Jugendliche von damals denken gerne an die Geschichten der magischen Familie Russo. Sogar etliche Erwachsene haben zu den Fans gezählt. Wie etwa bei  "Hannah Montana" verbreitete Disney einen Knüller mit "Die Zauberer vom Waverly Place".

Billie (Janice LeAnn Brown, M.) lebt gerne bei Justin (David Henrie) und Giada Russo (Mimi Gianopulos).
Billie (Janice LeAnn Brown, M.) lebt gerne bei Justin (David Henrie) und Giada Russo (Mimi Gianopulos). Disney / Jessica Perez

Zustände der Sterblichen verwirren zauberhafte Einwanderin

"Die Zauberer vom Waverly Place" erkundeten die geheimnisvolle Welt als Gäste aus unserer Realität: Alex, Justin und ihr kleiner Bruder Max besuchten magische Camps in ihren Ferien. Überdies verbrachten die Kinder ihre Zeit in einem gewöhnlichen Zuhause und in einer gewöhnlichen Schule. Ihr Vater Jerry Russo (David DeLuise) bereicherte den Alltag seiner Sprösslinge mit magischem Unterricht. Billie unterliegt hingegen umgekehrten Verhältnissen. Sie kennt fast keine andere Umgebung als die abgesonderten Gebiete, in denen Zauberei verbreitet ist. "Die neuen Zauberer vom Waverly Place" veranschaulicht, wie Billie ihre weltliche Schule wahrnimmt. Die Altersgenossen betrachten Zustände als selbstverständlich, die der zauberhaften Einwanderin fremd vorkommen. So hat sie niemals etwas von einer gewissen Selina Gomez gehört, mit der Roman eine Mitschülerin vergleicht: Die Gute ist so cool, dass Selena Gomez ihr folgt und nicht umgekehrt.

Aus Sehnsucht nach Anerkennung mutieren Teenager zu Zombies

Für Billie ist es etwas Besonderes, sich zu Halloween als langweilige Sterbliche zu verkleiden. Vielleicht erinnert sie dieser lockere Spruch an Roman, der all die Biederkeit von seinem Vater Justin geerbt haben mag. Wie einst Alex verzeiht Billie natürlich jeden Stumpfsinn, wenn sie auf Hilfe angewiesen ist oder eisern zu ihren Gefährten hält. Ohnehin wünscht sie Anerkennung und Spaß. Deshalb frohlockt sie über die Freundschaft mit Winter (Taylor Cora). Leider hängt Roman seit Jahren zusammen mit Winter ab und fürchtet die frische Konkurrenz um ihre Gunst. In der Episode "Creepy Follows - Die Legende lebt" führt das Verlangen nach Aufmerksamkeit dazu, dass durchschnittliche Teenager zu gemeinen Zombies mutieren. Die jugendliche Gier nach Followern endet beinahe in einer Katastrophe. Ohne erhobenen Zeigefinger wird die fragwürdige Macht der Influencer über Heranwachsende thematisiert.

Selena Gomez dosiert geschickt Humor

Selena Gomez schaffte den Durchbruch mit "Die Zauberer vom Waverly Place". Durch Gesang und Schauspielerei ist sie mittlerweile zu einem Star aufgestiegen, der angeblich ein Vermögen von mehr als einer Milliarde Dollar angehäuft hat. Selena Gomez ist also keineswegs auf eine Fortsetzung der wundersamen Erzählungen angewiesen. Dennoch erscheint sie mehrmals in "Die neuen Zauberer vom Waverly Place". Zusätzlich mischt sie als Executive Producer mit. In der Serie beweist Selena Gomez, dass sie ihr schauspielerisches Talent verfeinert hat. Seit ihrer starken Präsenz in  "Only Murders in the Building" dosiert sie den Humor geschickter als früher.

Roman (Alkaio Thiele), Winter (Taylor Cora) und Billie (Janice LeAnn Brown, r.) wollen Halloween feiern.
Roman (Alkaio Thiele), Winter (Taylor Cora) und Billie (Janice LeAnn Brown, r.) wollen Halloween feiern. Disney / Eric McCandless

Neuling Janice LeAnn Brown verbreitet gute Vibes

In der Besetzung enttäuscht Mimi Gianopulos ein wenig. Sie verkörpert Giada Russo eher als Hausmütterchen statt als Vertrauensperson, die als Reporterin arbeitet. Oft spielen die Neulinge von "Die neuen Zauberer vom Waverly Place" ihre erfahrenen Kollegen an die Wand: Niemand kann dieser Energie und dieser Ausgelassenheit widerstehen. Andererseits hat David Henrie seinen jungenhaften Charme bewahrt, den er in seiner Rolle als Justin Russo mit erzieherischem Gehabe kombiniert.

Gleichwohl begeistert Janice LeAnn Brown fast wie Selena Gomez in der Originalserie. Aber ob die traditionellen Fans ähnlich urteilen? Jedenfalls nutzt Janice LeAnn Brown jede Chance, als Billie über die Bildschirme zu fegen und gute Vibes zu verbreiten. Ebenso verdeutlicht sie, wie miese oder widersprüchliche Gefühle in diesem schwierigen Alter überschwappen. Talentiert übernimmt Janice LeAnn Brown das Titellied von Selena Gomez. Deshalb sei die Frage erlaubt, wer diesen Song durch eine süßliche Fassung auf Deutsch ersetzt hat.

Kusine von magischer Wikipedia ist so anstrengend

Der ausgereifte Dialogwitz funktioniert sogar in der deutschsprachigen Fassung. Die originellen Anspielungen zum Beispiel auf  Harry Potter amüsieren die Zuschauerinnen und Zuschauer. In der Episode "Creepy Follows - Die Legende lebt" verführt Milo den märchenhaften Ableger von Wikipedia zu einem Telefonstreich bei dessen Kusine Alexa - sie ist so anstrengend: Sie tut so, als wüsste sie alles. Justin hält Billie eine Standpauke in der Folge "Zauberer wollen nur Spaß haben". Dabei spricht er die weisen Worte: Große Macht bringt große Verantwortung mit sich. Die Zauberschülerin ist beeindruckt, dass ihr Mentor den tollen Satz aus dem Ärmel schüttelt. Der stille Zuhörer Milo grummelt leicht, dass sein Dad ein Zitat aus  "Spider-Man" für seine Zwecke missbraucht.

Frische Ideen und düstere Abläufe sorgen für Abwechslung

Die Drehbuchautoren und Regisseure haben Material aus der klassischen Serie recycelt. Wiederum sehen Kinder und Jugendliche von heute diese Szenen zum ersten Mal. Zudem können ältere Zuschauerinnen und Zuschauer in Nostalgie schwelgen. Ferner prägen unverbrauchte Ideen "Die neuen Zauberer vom Waverly Place". Düstere Abläufe sorgen für Abwechslung. Hoffentlich übertreibt das Team nicht mit Furcht und Schrecken. In der zweiten Staffel geht es nämlich ordentlich zur Sache, wie aus den USA zu vernehmen ist. Sogar der Tod könnte seinen Tribut fordern und eine entscheidende Figur holen.

Vergessen wir Spekulationen über eine weitere Fortsetzung

Oder soll die Spannung beim offenen Ende so weit steigen, dass die Einschaltquoten in der dritten Staffel nach oben schießen? International ist die zweite Staffel mitunter im Disney Channel gelaufen, während die Ausstrahlung in Deutschland mehrere Monate hinterherhinkt. Nach wie vor verweigert Disney jede Auskunft über eine mögliche Fortsetzung, obwohl der bisherige Zuspruch sowohl Sender als auch Produzenten erfreuen müsste. Das Vertrauen in "Die neuen Zauberer vom Waverly Place" scheint zu schwinden. Oder warum sonst schmolz die zweite Staffel auf 10 statt auf 21 Folgen zusammen? Eventuell erhalten andere Projekte Vorrang, um die beträchtlichen Produktionskosten zu senken? Alleine für Selena Gomez muss Disney tief in die Tasche greifen. Die fortschrittliche Tricktechnik belastet den Etat, selbst wenn der Einsatz fasziniert und die Glaubwürdigkeit erhöht.

Vergessen wir die Spekulationen, um die deutsche Premiere im Free-TV zu genießen. Wem die Geduld fehlt, pro Woche lediglich vier Episoden einschalten zu können und dabei auf feste Termine zu achten: Bei uns stellt Disney+ inzwischen die erste Staffel zum Streaming bereit. Die Serie lohnt für aufgeschlossene Fans von "Die Zauberer vom Waverly Place". Daneben übertreffen "Die neuen Zauberer vom Waverly Place" die hohen Erwartungen sogar von überkritischen Kindern und Jugendlichen.

Dieser Text beruht auf Sichtung von acht Folgen der 21-teiligen Erststaffel von "Die neuen Zauberer vom Waverly Place".

Meine Wertung: 4/5

Ab dem 12. Januar zeigt der Disney Channel die erste Staffel von "Die neuen Zauberer vom Waverly Place" - jeweils eine Episode montags bis donnerstags um 18.55 Uhr. Auf Disney+ steht die erste Staffel zum Streaming bereit. Online bietet der Disney Channel die ältere Serie "Die Zauberer vom Waverly Place" an - seit Weihnachten 2025 kostenlos auf dem YouTube-Kanal des Senders.



 

Über den Autor

Seit 2016 hat Stefan Genrich Websites entwickelt und an einer Hochschule unterrichtet. Vor einer siebenjährigen Pause bei TV Wunschliste würdigte er das weihnachtliche TV-Programm im United Kingdom: Sein Herz schlägt für britisches Fernsehen. Daher verfolgt er jeden Cliffhanger von „Doctor Who“. Der Journalist kritisiert nebenberuflich Serien. Ihn ärgern Mängel bei ARD und ZDF – oder er genießt „Tagesthemen“ sowie „Nord bei Nordwest“. Frühe Begegnungen mit „Disco“ und „Raumschiff Enterprise“ haben Spuren hinterlassen. Später scheiterte Stefan beim Versuch, die Frisur von „MacGyver“ zu kopieren. Wegen „Star Trek: Strange New Worlds“ und „1923“ mag er Paramount+.

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