"Die besten Ärzte Deutschlands". 49 tlg. dt. Arztserie.
Der junge Arzt Dr. Thomas Bruckner (Bernhard Schir) praktiziert im Medical Center in Berlin, wo ungewöhnliche Krankheitsbilder behandelt werden. Ungewöhnliche Krankheitsbilder? Nun ja, da ist z. B. dieses Fotomodel, dem eine Knabenvorhaut ins Gesicht verpflanzt wird. Oder das haarige Wolfskind, das eine Schweineherzklappe eingesetzt bekommt. Oder die Patientin, die sich beide Brüste amputieren lassen will - als Krebsprophylaxe. Oder die komplette Hockeymannschaft, die sich über eine Dauererektion beschwert. Und natürlich kann einem nichts Besseres passieren, als wenn sich bei einem Notfall außerhalb des Krankenhauses auf die Frage: "Ist ein Arzt hier?" Bruckner meldet: An Bord eines Flugzeugs rammt er einer Frau einen Kleiderbügel in den Brustkorb, um ihre Lunge zu reparieren.
Klinikchef ist Prof. Bergmann (Michael Degen), zum Team gehören die Ärzte Dr. Virginia Moll (Gundula Rapsch), Dr. Tamara Malenka (Olga Konskaja), Dr. Oswald Weinroth (Peter Gavajda), Dr. Ramin Beroz (Ercan Özcelik), Dr. Bernhard Schwemmle (Paul Faßnacht), Dr. Susan Bruckner (Cay Helmich), Dr. Klaus Graf (Klaus Schindler), Dr. Robert Moll (Dirk Martens), Dr. Norbert Nölling (Jan Sosniok), Dr. Arno Seibt (Erwin Leder) und Dr. Martini (Patrick Elias), die Krankenschwestern Martina Kahnweiler (Bêrîvan Kaya), Maria-Inez Samt (Carolin Squella), Susanne Voss (Heike Faber), Eva Neu (Eva Habermann), Pamela Kogge (Susanne Wagner) sowie die Laborantin Claudia Springfeld (Mariella Ahrens). Ab der zweiten Staffel sind Bergmann, Weinroth, Kahnweiler und Malenka nicht mehr dabei.
OP ruft Dr. Bruckner war zumindest in Ansätzen der Kottan ermittelt unter den Arztserien. Die Serie pendelte dauernd zwischen strunzblöd und genial clever (mit leider viel Banalem zwischendrin). Wenn der schwule Pathologe Seibt Leichen auseinander sägt, hört er Roy Blacks "Schön ist es, auf der Welt zu sein". Die Frauenärztin (die natürlich im Gynäkologenstuhl auch den einen oder anderen Geschlechtsverkehr hat) heißt Virginia. Manchmal geht es gut, und die totgeglaubte Kliniksekretärin wird gerade noch rechtzeitig aus dem Kühlschrank der Pathologie gerettet. Manchmal läuft es schief, und die Panzerfaust explodiert leider doch im Körper des Patienten. Die bizarren Fälle waren angeblich alle medizinisch möglich. Es ging, wie der Sender vorab erklärte, um "Krankheiten, von denen die wenigsten Menschen wissen, dass sie überhaupt möglich sind".
Wie viele Arztserien seinerzeit gab es auch diese als Heftromanreihe: "Dr. Thomas Bruckner" erschien bei Bastei-Lübbe. Andererseits orientierte sich die Ästhetik sehr am Vorbild hektischer, moderner US-Krankenhausserien wie Emergency Room. Von denen übernahm man offenbar mehr als nur Ideen für die Kameraführung: Das Krankenhaus heißt "Medical Center", die Eingangshalle "Lobby" und die Schwesternküche sogar "Pantry". Gedreht wurde - ungewöhnlich für eine Krankenhausserie - auf dem teureren, aber auch hochwertiger wirkenden 35-mm-Film. OP ruft Dr. Bruckner wollte eine Hochglanzserie sein.
Hauptdarsteller Bernhard Schir hat selbst vier Semester Medizin studiert und angeblich alle Operationen in der Serie selbst ausgeführt, damit die Kameras immer ohne Schnitt von seinen Händen auf sein Gesicht schwenken konnte. Das muss man aber nicht glauben.
Die Serie lief zunächst donnerstags, dann montags um 20.15 Uhr und wurde im April 1998 nach 23 Folgen zum ersten Mal abgesetzt. Von den restlichen bereits fertigen Folgen wurden 16 im Sommerloch 2000 zur Primetime und der Rest Anfang 2001 werktags vormittags um 10.30 Uhr versendet.