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28

Spiele der Welt

D, 2000–2002

  • 28 Fans
  • Serienwertung0 12725noch keine Wertungeigene: –

Spiele der Welt Episodenguide

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  • Zeichenerklärung: S StaffelE Episode Stream im TV

35 Folgen ARD

  • 1.01Lacrosse in Kanada
    "Der kleine Bruder des Krieges" so nannten die Indianer ihr altes Spiel in ihrer Sprache - "Lacrosse" heißt es heute und ist in Kanada fast so populär wie Eishockey. Lacrosse ist ein sehr schnelles Feldspiel - eine Mischung aus Hockey und Handball. Der Ball wird gefangen und gepasst mit einem Schläger, an dessen Ende ein kleines Netz befestigt ist. Seinen Ursprung hat die heutige "Boomsportart" an den großen Seen Nordamerikas. Der Legende nach haben die Ureinwohner, das Spiel vom "Großen Schöpfer" geschenkt bekommen. Für die Indianer war es immer mehr als nur ein Spiel: Es war eine rituelle Handlung, Verbindung mit den Geistern, Kriegsersatz. Die Missionare wollten den Indianern das "heidnische" Spiel verbieten, doch es überlebte. Denn bald spielten es auch die weißen Eindringlinge sehr gerne. Sie gaben ihm auch seinen heutigen Namen: "Lacrosse". Doch je mehr die Weißen dieses Spiel für sich entdeckten, umso schwieriger wurde es für die Indianer, daran teilzunehmen. 1880 wurden sie ganz vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Neben Exkursionen in die Geschichte begleitet der Film die Spieler zweier Mannschaften auf dem Weg ins Finale der nationalen Meisterschaft: Die Whitby Warriors, eine erfolgreiche "weiße" Lacrosse-Manschaft und die "Arrows", die Mannschaft des Six Nation Reservats. Denn mittlerweile haben auch die Ureinwohner Kanadas "ihr" Spiel wiederentdeckt - für sie ein wichtiger Beitrag zur Wiederbelebung ihrer indianischen Kultur.
  • 2.02Vovinam in Vietnam
    VietVoDao, vietnamesische Kampfkünste, sind über 2000 Jahre alt. Die junge Variante Vovinam entstand in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts im Widerstand gegen die Kolonialmacht Frankreichs.
  • 3.03Glima in Island
    Vom Kampf der Isländer gegen die Wikinger erzählen die Sagen. Aber oft wird nur gekämpft, um die Kräfte zu messen - wie im Glima. Der Nationalsport ist ein Ringkampf mit fast 1000-jähriger Tradition.
  • 4.04Stierkampf in Frankreich
    Ende 17. Jhs. hat sich auf den Höfen im Rhonedelta ein spezieller Volkssport entwickelt: "La course libre" - ein Stierkampf mit fairem Kräftemessen und ohne Tierquälerei. Die Tiere bleiben am Leben.
  • 5.05Drachenbootrennen in China
    Am fünften Tag des fünften Mondmonats im Jahre 278 vor Christus machten sich im Süden Chinas Fischer auf die Suche nach einem berühmten Leichnam. Der Dichter Qu Yuan hatte sich im Milou-Fluss ertränkt - aus Kummer über sein korruptes Vaterland. Die Fischer wollten seinen Körper bergen, doch die Suche war vergebens. Von da an wurden jedes Jahr um diese Zeit Drachenbootrennen im Gedenken an den beliebten Dichter veranstaltet - so die Legende. Seit den 1980er Jahren ist aus dem Drachenbootrennen ein internationaler Wettkampfsport geworden, der mittlerweile in über 40 Nationen der Welt gepflegt wird. Aber nirgendwo auf der Welt sind die Bootsrennen so spektakulär wie in China, dem Heimatland der Drachen.
  • 6.06Klootschießen und Boßeln in Deutschland
    Die Friesen sind wehrhaft. Seeräuber und andere feindlich gesonnene Eindringlinge hat man hier einst mit wohlgezielten Lehmkugeln oder Steinen verjagt. Das Werfen musste geübt werden - so erklärt man heute in Friesland die urtümliche Wochenendbeschäftigung. Beim friesischen Nationalsport, dem Klootschießen und dem Boßeln, fliegen und rollen die Kugeln bis heute. Was früher Dorfkampf war, ausgetragen von Männern in langen weißen Unterhosen, ist heute auch zum "Leistungssport" geworden. Jung und Alt trainieren hart. Auch wenn friesische Bauern ihre Knechte heute nicht mehr nur nach ihrer "Boßelfähigkeit" einstellen, hat das Boßeln in Friesland nach wie vor Konjunktur. Alle Verbote, Fürstenedikte und Warnungen des Pfarrers vor dem "greulichen Kugelspiel" haben nicht gefruchtet.
  • 7.07Hurling in Irland
    Hurling ist ein zutiefst irischer Sport, der außerhalb der grünen Insel nirgendwo gespielt wird. In Irland jedoch begeistert er die Massen. Hurling aber ist nicht nur ein Sport - das älteste Mannschaftsspiel der Welt ist Teil der irischen Identität. Hurling hat die Iren in ihrer Geschichte immer begleitet und im Kampf gegen die Engländer bekam das Spiel sogar eine politische Bedeutung. Der Tag des Finales der All-Ireland-Hurling-Meisterschaft ist fast so wichtig wie der St.-Patricks-Day, der Nationalfeiertag des Landes. In den Wochen vor dem Spiel dreht sich in der Region, aus der eine der Favoritenmannschaften kommt, alles nur noch um Hurling. Der Film beobachtet die Vorbereitung für dieses Finale und porträtiert zwei junge Hurlingspieler. Einer von ihnen, der Starspieler des Counties, wird bei dem Endspiel in Dublin das entscheidende Tor schießen.
  • 8.08Hornussen in der Schweiz
    Aus dem Schweizer Emmental stammt Hornussen, ein Schlag- und Abfangspiel. Der Film zeigt auch, wie weit sich die Frauen des Emmentals in die traditionsreiche Männerdomäne des Hornussens vorwagen.
  • 9.09Segelfliegen in Deutschland
    "Land der offenen Feuer" nennt man die Rhön. Der Film zeigt die eigenartige und rauhe Landschaft aus der Perspektive der Segelflieger. Die Rhön gilt auch als Wiege des Segelflugs. Die Nachricht vom "Vogelmenschen in der Rhön" verbreitet sich 1922 blitzschnell, nachdem einer der ersten Flieger über eine Stunde in der Luft blieb und sogar über die hohe Wasserkuppe flog. Bis heute machen die kahlen, waldarmen Höhen, die weite Landschaft und vor allem der ständige Wind das Rhön-Massiv zum idealen Gebiet für Segelflieger. Die Grenznähe zur DDR allerdings schränkte den freien Flug lange Jahre ein.
  • 10.10Boccia in Italien
    Die Wiege des italienischen Boccia ist das Piemont mit Zentrum Turin. Bocciaspiel und eine Ration Milch für Kinder, dies war das Patentrezept der Industriellen, um die Arbeiter bei Laune zu halten.
  • 11.11Fußball in England
    "Manche Leute glauben, beim Fußball geht es um Leben und Tod, doch das stimmt gar nicht. Es geht um viel mehr". Die Fans des Fußballclubs von West Bromwich lassen kein Spiel ihrer Mannschaft aus. Schon die Kleinsten kennen die Vereinsfarben ganz genau. Der geliebte Fußball bestimmt seit über 100 Jahren das Leben in Mittelengland. Der Film begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit dieses Sports, der heute nicht nur in seinem Mutterland den Status eines Nationalsports hat.
  • 12.12Polo in Pakistan
    Polo ist der wohl älteste Mannschaftssport der Welt. Seine Ursprünge ca. sechs Jahrhunderte vor Christus werden in Zentralasien vermutet. Anfangs war sein Zweck die militärische Ausbildung von Reiterkriegern. Bei diesen Übungen standen sich dann oft mehr als 100 Spieler pro Mannschaft gegenüber. Aber schon bald war Polo viel mehr: In manchen Völkern konnte nur herrschen, wer seine Gegner beim Polo übertraf. So wurde dieses Spiel schon bald zum Spiel der Könige, und auch Alexander der Große und Dschingis Khan sollen begeisterte Spieler gewesen sein. Die pferdeverrückten Briten machten in Indien Bekanntschaft mit Polo und zähmten dieses einstmals "wilde Spiel". Aber an manchen Orten wird Polo noch in seiner ursprünglichen Form gespielt: im Norden Pakistans, dort wo sich Hindukusch, Karakorum und Himalaja treffen.
  • 13.13Menschenpyramiden in Spanien
    Wie ein Donnerschlag dröhnt das Feuerwerk durch die Stadt, die alten Mauern zittern, die Menschen jubeln. Die "Festa major", das Fest zu Ehren des Schutzpatrons, beginnt. Der Weg ist nun frei für Drachen, Teufel und farbenfroh kostümierte Tanzgruppen. Von den Pyrenäen bis zum Ebro, von Barcelona bis Lleida feiern die Katalanen ihre Volksfeste mit Begeisterung. Selbst in den entlegensten Winkeln und Ecken Kataloniens knallt und pfeift es, wenn die Prozessionen durch Gassen und Straßen ziehen.
  • 14.14Naadam in der Mongolei
    Wenn eine mongolische Mutter in der Jurte ihr Kind in den Schlaf wiegt, summt und singt sie von der vergangenen Zeit, als die Mongolen die Welt beherrschten, als die Reiterheere Dschingis Khans auf ihren Pferden über Europa hinwegfegten und die treffsicheren Bogenschützen Angst und Schrecken verbreiteten. Die Steppennomaden der Mongolei sind heute ein friedliebendes Volk. Ihre kriegerischen Künste haben aber überlebt - in Wettkämpfen, die jedes mongolische Fest begleiten. Naadam: ein Fest mit traditionellen Ringkämpfen, Bogenschießen und natürlich den Pferderennen. Die Pferde sind der Mittelpunkt des Steppenlebens, sie liefern ein wichtiges mongolisches Nahrungsmittel, die Stutenmilch. Gute Rennpferde sind der Stolz einer jeden Nomadenfamilie. So sind die Pferderennen auch die Hauptattraktion bei jedem Naadamfest.
  • 15.15Varpa in Schweden
    Ein Fest wird auf dem Bauernhof gefeiert. Man hat die Nachbarn von den weit entfernten Höfen eingeladen, und - man fordert sie zu einem Wettstreit heraus: zu "Varpa", dem Werfen mit großen Feldsteinen. Diese ländliche Idylle auf der schwedischen Insel Gotland wird seit Jahrhunderten beschrieben. Varpa-Steine hat man schon in den Gräbern aus der Bronzezeit auf Gotland gefunden. Varpa ist ein Zielwurfspiel: Die Spieler versuchen ihre vier bis fünf Kilogramm schweren Steine so dicht wie möglich an einen 20 Meter entfernten Holzstab zu platzieren. Natürlich versucht das auch der Gegner, zum Beispiel indem er den Stein des anderen "wegkickt". Und ein Wettkampf bedeutet Schwerstarbeit: Mehr als 200 Würfe erwarten einen Spieler im Laufe eines Turniers. Zum Beispiel bei den "Stängaspelen", der "gotländischen Olympiade". Tausende Gotländer pilgern jedes Jahr mit Kind und Kegel zu einem Freigelände im Dorf Stänga. Stangenstoßen ist eine von vielen exzentrischen Sportarten, die auf dem Programm stehen. Mit am längsten dauern die Varpa-Wettkämpfe, denn jedes Dorf ist mit mindestens einer Mannschaft vertreten.
  • 16.16El Pato in Argentinien
    "Zeige mir dein Pferd, und ich sage dir, wer du bist" - in Argentinien hat dieses abgewandelte Sprichwort durchaus noch seine Gültigkeit. Denn auch in Argentinien werden Pferd und Reiter hoch gehandelt. Kein Wunder also, dass auch hier eine Pferdesportart zum "nationalen Kulturgut" zählt. El Pato wurde erstmals 1610 urkundlich erwähnt. Das Reiterspiel galt damals als eine echte Mutprobe. Abenteuerlustig und ziemlich verwegen stritten die argentinischen Gauchos um eine Ente. Heute ist es ein seriöser Sport mit festen Spielregeln. Zwei Mannschaften mit je vier Reitern treten auf einem 200 Meter langen Spielfeld gegeneinander an, und natürlich ist der "Pato" längst keine Ente mehr: Ein Lederball mit vier Griffen muss in einen Korb am Ende des Spielfeldes geworfen werden - "El Pato" heute also eine Art Basketball zu Pferde.
  • 17.17Jogo da Pau in Portugal
    Film von Rolf Stephan Am Rande des Dorfplatzes prallen plötzlich Holzstöcke laut krachend aufeinander. Es sieht aus wie ein ernster Streit. Tatsächlich ist es nur ein Spiel: Jogo da Pau. Im Norden Portugals hat das Spiel mit dem Stock, dem "Pau", eine lange Tradition. Werkzeug und Waffe in einem, war der "Pau" Jahrhunderte lang selbstverständlicher Begleiter der Bauern und Hirten. Der lange herumwirbelnde Stock jagte jeden Räuber in die Flucht. Auch bei dörflichen Streitereien konnte man den "Pau" gut gebrauchen.
  • 18.18Sepak Takraw in Malaysia
    Einst herrschten die Briten als Kolonialherren über Malaysia. Sie brachten den Malaien neben ihrer Kultur auch ihre Spiele: Hockey, Cricket, Golf, Tennis und Badminton. Das alte Spiel der Einheimischen hieß Sepak Raga. Dabei musste ein Rattanball möglichst lange mit den Füßen in der Luft jongliert werden. Irgendwann in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts kamen junge Malaien auf die Idee, Sepak Raga auf einem Badmintonfeld zu spielen, über das Netz. Es war die Geburtsstunde einer neuen, spektakulären Sportart, die in den folgenden Jahren einen Siegeszug durch Südostasien antrat. Sepak Takraw heißt das malaiische Nationalspiel heute.
  • 19.19Rentier-Rennen in Finnland
    Wenn im Norden Finnlands die langen und harten Winter zu Ende gehen und das Licht der Sonne allmählich zurückkehrt, dann beginnt für die Samen, die "Ureinwohner" Lapplands, die Zeit der großen Rentier-Rennen. Mit weit heraushängender Zunge jagen die Tiere mit bis zu 70 Kilometern pro Stunde über Schnee und Eis. Die Läufer, die sie auf Skiern hinter sich herziehen, benötigen oft einiges Geschick um nicht aus der Bahn geworfen zu werden. Die traditionelle Lebensweise der Samen in perfekter Anpassung an die raue und unwirtliche Umgebung ist noch heute lebendig. Damals wie heute steht das Rentier im Mittelpunkt ihrer Kultur, ihrer Feste - und ihrer Wettkämpfe. Die Rentier-Rennen erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit, werden sogar im Fernsehen übertragen. Die Zucht von guten Renntieren, vor allem aber die Wetten, ohne die kein Rennen denkbar ist, sind zu einem lukrativen Geschäft geworden. Die faszinierende Schönheit der Landschaft im hohen Norden Europas, das Leben und die Kultur der Samen umrahmen die atemberaubenden Slow-Motion-Bilder der Rentierbullen im Wettkampf.
  • 20.20Ba'Game in Schottland
    In Kirkwall, der Hauptstadt der Orkney-Inseln, wird zweimal im Jahr Massenfußball gespielt. Am 25. Dezember und am 1. Januar treten die Männer der Südstadt (Uppies) gegen die der Nordstadt (Doonies) an. Das Spiel beginnt um 13 Uhr mit dem Einwurf vor der Kathedrale. Der weitere Verlauf ist ungewiss. Beim Ba' Game gibt es keine festen Regeln. Es kann Stunden dauern - oder auch nur Minuten. Die Anzahl der Spieler ist unbegrenzt. Uppies und Doonies bringen in der Regel etwa 300 Männer auf die Beine. Mannschaftsfarben gibt es nicht. Wer mitmacht, muss Freund und Feind auch ohne auseinander halten können. Spielfeld ist die ganze Stadt. Haus- und Geschäftseingänge sind deshalb in der gesamten Innenstadt zwischen Weihnachten und Neujahr verbarrikadiert. Das Spiel ist entschieden, sobald es einer Mannschaft gelingt, den Ball ins eigene Tor zu bringen: Das Uppie-Tor ist eine Straßenkreuzung, das Doonie-Tor das Hafenbecken. Das Ba' Game gibt es in seiner heutigen Form seit mehr als hundert Jahren. Der Film porträtiert das Spiel und die prominentesten Spieler beider Mannschaften.
  • 21.21Capoeira in Brasilien
    Ob Kampf oder Tanz ist schwer zu erkennen - und das ist auch Absicht. Denn der brasilianische Kampfsport Capoeira war einst die einzige Waffe der schwarzen Sklaven. Sie mussten ihre Übungen als Tanz, als harmloses Spiel vor den wachsamen Augen der Aufseher und Plantagenbesitzer tarnen. In Salvador da Bahia, der ersten Hauptstadt Brasiliens und einst Juwel im kolonialen Imperium der Portugiesen, erlebt Capoeira eine gewaltige Renaissance. Vor allem in der malerischen Altstadt finden sich viele Schulen, in denen die Altmeister der Capoeira ihre Kunst an wissbegierige Schüler weitergeben. Längst wurde der Kampf zum Sport - und dennoch ist es mehr als nur Leibesübung. Für die erst vor etwas mehr als 100 Jahren aus der Sklaverei befreiten und noch immer unterdrückten Schwarzen Brasiliens ist Capoeira Symbol ihrer Identität, ihres Widerstandes, ihres Könnens. Die Meister sehen ihre Lehrtätigkeit als Sozialarbeit. Für die Jugendlichen in den Elendsvierteln ist die perfekte Beherrschung ihres Körpers und das Erlernen einer eigenen Tradition, einer Tradition der Schwarzen, ein Weg zur Befreiung.
  • 22.22Naginata in Japan
    In japanischen Legenden wird erzählt, wie in weit zurückliegender Zeit eine Waffe in Frauenhand kam, die eigentlich nur die Krieger tragen durften. Wenn ein Samurai zum Dienst an den Fürstenhof gerufen wurde und sein Haus ohne Wachen zurückließ, übergab er seiner Frau eine messerscharfe Sichellanze: die Naginata. Mit dieser Waffe sollten die zurückbleibenden Frauen das Haus und ihre Ehre verteidigen. Naginata, das japanische Hellebardenfechten, ist heute ein beliebter Frauensport. Aus der "scharfen Waffe" wurde eine Hellebarde aus Bambus. Über 120 unterschiedliche Folgen von wechselseitigen Angriffs- und Abwehrbewegungen bilden den Formenschatz des klassischen Naginata. Sie alle zu beherrschen vermögen heute nur noch wenige erfahrene Naginata-Meisterinnen. Naginata erfordert ein hohes Maß an Körperbeherrschung - Disziplin und Leistung wird von allen Schülerinnen verlangt. Dies ist auch der Grund, warum viele Eltern ihre Mädchen in eine Naginata-Schule schicken. Die Naginata-Erziehung steht dem traditionellen japanischen Frauenbild sehr nahe: Schönheit, Unterordnung und Bescheidenheit verbinden sich in diesem Sport für Japaner in einer idealtypischen Weise.
  • 23.23Wellenreiten auf Hawaii
    Sie paddeln auf flachen Brettern ins Meer hinaus und suchen dort nach der perfekten Welle. Riesige Brecher, manche bis zu zehn Meter hoch, entstehen an den Riffen vor Hawaii. Ein einzigartiger "Kick", den es eben nur auf Hawaii gibt - die weltbesten Surfer starten an der Nordküste der Insel Ohahu. Das Wellenreiten ist eine alte hawaiianische Tradition. Als Kapitän James Cook 1779 auf Hawaii landete, sah er Einheimische, die auf Brettern übers Meer surften - und das nur zum Vergnügen, wie die Seeleute erstaunt bemerkten. Dem Vergnügen hätten die christlichen Missionare im 19. Jahrhundert gern ein Ende gesetzt, denn sie fanden nackte Menschen auf Surfbrettern einfach unzüchtig. Durchsetzen ließ sich das Verbot allerdings nicht. Immerhin war das Wellenreiten für die Hawaiianer eine wichtige Tradition, ein Lebensgefühl. Heute ist Surfen "Funsport" und damit für Hawaii ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
  • 24.24Eissegeln in Schweden
    Schwedisches Eissegeln ist etwas ganz Besonderes. Eine kleine Gruppe von Enthusiasten ist den ganzen Winter auf der Suche nach dem richtigen Eis, dem richtigen Wind und dem richtigen Wetter.
  • 25.25Stockkampf in Südafrika
    "Ein Mann muss immer wehrhaft sein", sagt man bei den Zulu in Südafrika. Und so lernt dort jeder von klein auf die alte Kunst des Stockkampfs. Gute Reflexe, Mut und Schnelligkeit machen einen perfekten Kämpfer aus. Und je besser sich ein Zulukrieger beim Stockkampf bewährt, desto angesehener ist er in der Stammesgesellschaft. Die Kampftechnik der Stockfechter geht bis zu den Tagen des großen Häuptlings Shaka zurück, der im 19. Jahrhundert mit blutiger Gewalt ein großes Zulureich schuf. Vor den Kämpfen bitten die jungen Stockkämpfer die Zauberer um Unterstützung. Mit geheimnisvollen Tinkturen reiben die Sangoma die Waffen ein und peitschen die Rücken der Krieger mit Giftschlangen, um ihnen Mut und Kraft zu geben. Die Magie soll beim Siegen helfen. Es geht um die Ehre. Jeder will als großer Krieger gelten und Ruhm für seinen Clan ernten. Das Zulugesetz erlaubt große Stockkämpfe nur nach wichtigen Zeremonien und Hochzeiten. "Heute wollen wir den Stockkampf nicht mehr gegen andere einsetzen, wir wollen ihn bewahren, als Teil unserer Tradition", sagt Goodwill Zwelithini, der König der Zulu.
  • 26.26Wrestling in Gambia
    Die Trommeln schlagen immer lauter, die Kämpfer umklammern sich mit festem Griff. Das Finale der Ringermeisterschaft hat begonnen. Wrestling ist in Gambia Volkssport Nummer Eins. Die besten Wrestler sind Helden, ihre Namen kennt jedes Kind. Das westafrikanische Wrestling hat nichts gemein mit der gleichnamigen amerikanischen TV-Veranstaltung. Bei den Kämpfen in den afrikanischen Dörfern ist alles echt. Der Kampf, der Schmerz und der Sieg. "Wrestling ist so alt wie der Busch", sagen die Einheimischen. Schon die Kleinsten, kaum dass sie stehen können, üben sich in der alten Kunst. Hartes Training, Mut und der richtige Griff zum richtigen Zeitpunkt sind das Erfolgsrezept eines guten Ringers. Aber es ist viel mehr als Kraft und Geschick, was einen Wrestlingkampf entscheidet. Die Kämpfe sind eingebettet in feste Rituale. Weise Männer beraten die Ringer und befragen die Zukunft. Geheime Tränke werden zubereitet, die die Kämpfer stark machen sollen. Das magische Doping ist ausdrücklich erlaubt. Die Trommeln begleiten die Ringkämpfe und heizen Athleten und Zuschauern gleichermaßen ein. "Wrestling ist ein Spiel, das uns alle verbindet. Durch die Ringkämpfe lernen wir uns kennen", sagt Moses Jammeh, einer der großen Wrestler Gambias. Beim Ringerfest in Kanilai treffen sich alle Wrestler mit Rang und Namen. Den ganzen Tag finden unter der glühenden Sonne Kämpfe statt. Wer hier siegt, wird zum Champion gekürt und mit einem rauschenden Fest gefeiert.
  • 27.27Klotzläufe in Brasilien
    In stetem Rhythmus tönen die Schläge des Beils aus dem Wald. Dann fällt eine Palme krachend zu Boden. Kurze Zeit später jagen zwei Gruppen Indianer durch die Savanne und messen sich in einem Staffellauf der besonderen Art: Der Stab, den sie sich übergeben, ist ein gewaltiges Stück des Palmstamms. Die beiden 120 Kilo schweren Klötze tragen die Indianer 20 Kilometer weit ins Dorf. Die Frauen rennen genauso weit wie die Männer, allerdings "nur" mit 80 Kilo schweren Klötzen. Der Brauch der Krahô, einer von 200 Indianer-Nationen Brasiliens, muss irgendwann einen praktischen Grund gehabt haben. Durch die Rennen werden eher schmächtige Menschen zu kräftigen Jägern und Kriegern. Wichtige Eigenschaften für das Indianervolk, das im Wald am südlichen Rand Amazonien lebt. Den Klotz ins Dorf zu schaffen fördert aber auch das Amchekin - Frohsinn und Wohlbefinden für die Gemeinschaft. Der Sport der Krahô ist ein Teil ihrer Weltanschauung: Die Welt kann nur im Gleichgewicht bestehen, zwischen Regen und Dürre, Sommer und Winter, Licht und Dunkel. 200 Jahre Kontakt mit den Weißen haben die Krahô an den Rand des Abgrunds gebracht. Viele vergaßen ihre Bräuche und verfielen dem Alkohol. Jetzt suchen die Krahô, im Einklang mit ihren Traditionen, einen eigenen Weg zum Überleben.
  • 28.28Kyudo in Japan
    Im japanischen Übungssaal herrscht Stille. Langsam und fließend greifen die Männer und Frauen nach ihren Bogen und spannen die Sehnen. Sie üben sich in Kyudo, der klassischen Kriegskunst der Samurai.
  • 29.29Waka ama in Neuseeland
    Der Film porträtiert drei Maori, die sich für das berühmteste der Rennen, das Marathon-Rennen über 200 Kilometer, qualifiziert haben und für die "Waka ama" mehr als nur ein Sport ist.
  • 30.30Stelzenlauf in Frankreich
    Die Schafhirten an der französischen Atlantikküste hatten es nicht leicht damals, als sie auf unzählige Schafe aufpassen mussten. In der kargen Heidelandschaft verschwanden die Tiere nur allzu schnell im Gestrüpp, und oft suchten die Hirten sie dann stundenlang. Der Boden war nass und sumpfig, und ständig hatte man feuchte Füße. Wer genau die findige Idee mit den Stelzen hatte, weiß man heute nicht mehr. Fest steht jedenfalls, irgendwann haben sich die Schäfer der Atlantikregion erhoben: 1,20 Meter über den Boden auf langen Stelzen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden das Weideland und die Schafe immer weniger, weil die Sumpfgebiete trockengelegt und mit riesigen Kiefernwäldern bepflanzt wurden. Viele Schäfer mussten sich nach neuen Beschäftigungen umsehen; aber eine Sache blieb erhalten: die "echasses", die Stelzen. Der Film besucht die heutige Generation der Stelzenläufer in der Region Landes, mutige Männer und Frauen, die sich nicht vor der Höhe fürchten und die Traditionen ihrer Vorfahren lebendig erhalten.
  • 31.31Frauenrodeo in den USA
    Frauen klammern sich selbstmörderisch an wilde Pferde und Stiere, sie fällen Kälber mit dem Lasso oder reiten in wildem Galopp um die Wette. In Jeans und Hut sehen die zierlichen Reiterinnen des Westens aus wie echte Cowboys, aber es sind Cowgirls, die am Rodeo teilnehmen. Und das ist in den USA kaum verwunderlich, blicken die Reiterinnen doch auf eine ebenso lange Tradition zurück wie ihre männlichen Kollegen. Denn auch die Frauen beteiligten sich an der Eroberung des 'wilden'Westens. Es waren meist Amerikanerinnen aus der Mittel- und Oberklasse, denn die Reise der Pioniere war teuer.
  • 32.32Tamburello in Italien
    Jedes Jahr im August feiert die italienische Stadt Treia ein besonderes Fest zu Ehren eines traditionellen Sportes: Bracciale. Unterhalb der Stadtmauer treffen zwei Mannschaften mit jeweils drei Spielern aufeinander. Mit einem martialisch aussehenden "Zacken-Handschuh" aus Holz schlagen sie den Lederball an die Mauer und ins das gegnerische Feld. Diese Ballsportart hat ihre Wurzeln in der Renaissance, als die Adeligen in ihren Palästen die Spiele für sich entdeckten. Bracciale hatte seinen Höhepunkt an Popularität im 19. Jahrhundert, als in großen Stadien wie in Macerata vor 7.000 Zuschauern gespielt wurde. Aber nur das Spiel mit dem Tamburin, Tamburello, überlebte bis in die heutige Zeit als Wettkampfsport. Neun Mannschaften kämpfen in der ersten Liga um die Meisterschaft. Bei Castelferro, einer Mannschaft aus dem Piemont, spielen Ricardo, Alessio und Andrea. Die Zuschauer begleiten die Spieler in ihrem Alltag, bei der Arbeit und ihrem Sport.
  • 33.33Pelota in Spanien
    Die Basken sprechen nicht nur die älteste Sprache, sie spielen auch das schnellste Ballspiel der Welt. So sehen es zumindest die Basken. Pelota, ihr Volkssport, ist bei uns ebenso wenig bekannt wie die zahlreichen Facetten der Volkskultur, die sich bis heute im Baskenland erhalten haben. So wie die Sprache je nach Region sehr unterschiedlich klingt, so hat auch beim Pelota jedes Landesgebiet seine eigene Variante.
  • 34.34Varzeshe Pahlavani im Iran
    Sie stemmen schwere Eisenketten, hantieren mit riesigen Holztafeln und schwingen bis zu 30 Kilogramm schwere Keulen. Der Morshed, der Trommler, gibt mit wechselnden Rhythmen den Ablauf der einzelnen Bewegungen vor. Während er religiöse Verse und mystische Geschichten singt, drehen sich die Sportler blitzschnell um die eigene Achse. "Der Sport der Helden", wie Varzeshe Pahlavani übersetzt heißt, ist eine der ältesten Kraftsportarten der islamischen Welt. Wie seit Jahrhunderten trainieren die Männer im Iran auch heute noch im "Zoorkhaneh", dem "Haus der Stärke". Frauen haben hier keinen Zutritt. Als im 13. Jahrhundert Reiterhorden aus der Mongolei nach Westen vordrangen, überrannten sie auf ihrem Kriegszug auch Persien. Um jeden Widerstand im Keim zu ersticken, verboten die Mongolen alle Arten der körperlichen Ertüchtigung. Das trieb die Perser in den Untergrund. Sie trainierten an geheimen Orten mit einfachen Hilfsmitteln wie Ketten, Keulen und Holzschilden. Dies, sagt man, sei die Geburtsstunde des Varzeshe Pahlavani.
  • 35.35Rentierrennen in Finnland
    / SWR/SR Fernsehen Wenn im Norden Finnlands die langen und harten Winter zu Ende gehen und das Licht der Sonne allmählich zurückkehrt, dann beginnt für die Samen, die "Ureinwohner:innen" Lapplands, die Zeit der großen Rentier-Rennen. Mit heraushängender Zunge jagen die Tiere mit bis zu 70 Stundenkilometern über Schnee und Eis. Die Läufer, die sie auf Skiern hinter sich herziehen, brauchen viel Geschick, um nicht aus der Bahn geworfen zu werden. Die traditionelle Lebensweise der Samen in perfekter Anpassung an die raue Umgebung ist noch heute lebendig. Das Rentier steht im Mittelpunkt ihrer Kultur, ihrer Feste und Wettkämpfe. Die Rentier-Rennen sind nach wie vor sehr beliebt. Die Zucht von für Wettbewerbe gut geeigneten Rentieren, vor allem auch die Wetten sind ein lukratives Geschäft. Die faszinierende Schönheit der Landschaft im hohen Norden Europas sowie das Leben und die Kultur der Samen umrahmen fesselnde Slowmotion-Bilder der Rentierbullen beim Wettkampf.