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23

Das Vaterspiel

A/D/F/IRL, 2009

ARD
  • 23 Fans
  • Wertung0 7050noch keine Wertungeigene: -

Filminfos

Originalpremiere: 2009
26.11.2009
Deutsche TV-Premiere: 14.03.2011 (arte)
FSK 16
Der Mittdreißiger Ratz Kramer (Helmut Köpping), ein perspektivloser Langzeitstudent ohne Job, verbringt die meiste Zeit vor dem Computer. Von seinem Vater (Christian Tramitz), einem korrupten und eiskalten SPÖ-Minister, schlägt ihm vor allem Verachtung entgegen. Den Hass auf seinen Erzeuger lebt der introvertierte Ratz in einem selbst programmierten Videospiel aus: Der Clou des Egoshooters "Kill Daddy Good Night" besteht darin, dass der Spieler reihenweise Gegner mit dem eingesetzten Gesicht des eigenen Vaters niedermetzeln kann. Eines Tages bekommt Ratz Nachricht von seiner einstigen großen Liebe Mimi (Sabine Timoteo). Sie bittet ihn, von Wien nach New York zu kommen, ohne jedoch einen genauen Grund dafür zu nennen. Ratz willigt ein, da er die Gelegenheit nutzen will, sein "Vaterspiel" einem amerikanischen Computerspielproduzenten vorzustellen.
Kurz nach seiner Ankunft erfährt er, weshalb Mimi ihn in die USA geholt hat: Er soll den Keller im Haus ihrer Großmutter renovieren, wo sich der Großvater (Otto Tausig), ein litauischer NS-Verbrecher, seit vielen Jahren versteckt hält. Trotz gewisser moralischer Bedenken beginnt Ratz mit den Renovierungsarbeiten. Dabei kommt es zu einer eigentümlichen Annäherung zwischen ihm und dem wortkargen, scheinbar völlig reuelosen Altnazi. Parallel zu dieser Geschichte gibt ein Mann namens Jonas Shtrom (Ulrich Tukur) eine bewegende Aussage über die Ermordung seines litauischen Vaters zu Protokoll, der 1941 bestialisch erschlagen wurde - von einem Nazi-Schergen, bei dem es sich offenbar um Mimis Großvater handelt. Neben Michael Haneke und Ulrich Seidl gehört Michael Glawogger ('Workingsman's Death') zu den radikalsten Filmemachern des aktuellen österreichischen Kinos. Bei 'Das Vaterspiel', einer Verfilmung von Josef Haslingers gleichnamigem Roman, verbindet er unterschiedliche Zeit- und Handlungsebenen zu einem schwarzhumorigen Sittenbild über Moral, Familie und Erinnerungskultur.
Er lässt die Geschichte eines NS-Verbrechens auf den ödipalen Konflikt eines jungen Mannes prallen, der ausgerechnet in einem alten Nazi eine Art Ersatzvater findet. Auf einen moralischen Fingerzeig wartet man dabei vergeblich. Zum eindrucksvoll aufspielenden Ensemble gehören Helmut Köpping, Sabine Timoteo, Ulrich Tukur, Otto Tausig sowie Christian Tramitz in einer ungewohnt ernsten Rolle. Der Wiener Student Ratz ist Mitte 30 und hat keine Perspektive, wie es mit seinem Leben weitergehen soll. Von seinem Vater, einem korrupten Politiker, kann er weder Verständnis noch Unterstützung erwarten. Den Hass auf seinen alten Herrn lebt Ratz in einem selbst entwickelten Egoshooter-Game aus, bei dem man den Gegnern das Gesicht des eigenen Vaters geben kann.
Eines Tages erhält er Nachricht von seiner Exfreundin Mimi. Auf ihre Bitte hin reist er nach New York, wo er einen Keller renovieren soll, in dem ihr Großvater sich seit Jahren versteckt hält: ein reueloser Altnazi, der einst einen bestialischen Mord verübte.
(One)

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