Wie aus dem Nichts taucht in einem kleinen Dorf irgendwo in Afrika ein Mädchen auf. Da es nicht spricht und die Bewohnerinnen und Bewohner nur mit ihrem eindringlichen Blick anstarrt, liegt für diese der Verdacht nahe, dass es sich bei dem Kind um eine Hexe handeln könnte. Ein simpler Test sowie die Aussage einer Dorfbewohnerin, das Kind habe den Brunnen vergiftet, reichen. Das etwa achtjährige Mädchen wird in ein Hexenlager geschickt. Davor hat sie eine Nacht lang Zeit, sich zu überlegen, ob sie ins Lager möchte oder aber in eine Ziege verwandelt werden will.
Die meisten Frauen im Hexenlager sind viel älter als Shula. Auf diesen Namen haben die Frauen das stumme Mädchen getauft, er bedeutet «die Entwurzelte». Die Frauen müssen Feldarbeit leisten. Damit sie nicht davonfliegen, werden alle Hexen an einer grossen Fadenspule festgebunden, auch Shula.
Doch die Arbeit auf dem Feld ist für Shula zu hart, daher nimmt sich Mr. Banda dem Mädchen an. Der Regierungsbeamte und Minister für Tourismus weiss genau, wie sich mit Aberglauben Geld machen lässt. Er setzt Shula als Richterin bei Volkstribulanen ein. Mithilfe ihrer Hexenkraft soll Shula die Schuldigen erspüren. Mr. Banda geht sogar noch weiter und nimmt seinen Schützling in eine Talkshow mit, sodass Shula bald zur berühmtesten Hexe des Landes wird.
«I?Am?Not?a?Witch» ist das Langfilmdebüt von Rungano Nyoni. Die walisische Regisseurin mit sambischen Wurzeln lebte die ersten neun Jahren ihres Lebens in Sambia. Nachdem Nyoni mehrere Kurzfilme gedreht hatte, die weltweit an Festivals Erfolge feierten, weckten Berichte von Hexenlagern in Ghana ihre Aufmerksamkeit. Doch Nyoni machte aus ihren Beobachtungen und Recherchen nicht etwa einen der Realität verpflichteten Film mit anklagendem Blick auf eine barbarische Tradition. Die Art und Weise, wie Europa auf Afrika blickt, hebelt Nyoni im Nu aus, indem sie einen Tonfall wählt, der hiesige Zuschauerin verunsichert. Ist «I Am Not A Witch» realistisches Drama, Märchen, Satire und gar Komödie? Die Frage bleibt bis zum Schluss offen.
Gedreht hat Nyoni, die auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat, mit Laien. Sie ging so weit, dass ihre verschiedenen Hexendarstellerinnen aus möglichst vielen verschiedenen Stämmen kamen, was offenbar am Set immer mal wieder zu chaotischen Situationen führte. Nyoni zeigte ein ausgesprochen gutes Händchen bei der Auswahl ihrer Hauptdarstellerin: Maggie Mulubwa spielt Shula mit reduziertem mimischen Spiel und hinterlässt ein Bild, das man so rasch nicht wieder vergisst: ein stummes, erschrecktes Kind inmitten von Erwachsenen, die über sein Leben bestimmen.
Die meisten Frauen im Hexenlager sind viel älter als Shula. Auf diesen Namen haben die Frauen das stumme Mädchen getauft, er bedeutet «die Entwurzelte». Die Frauen müssen Feldarbeit leisten. Damit sie nicht davonfliegen, werden alle Hexen an einer grossen Fadenspule festgebunden, auch Shula.
Doch die Arbeit auf dem Feld ist für Shula zu hart, daher nimmt sich Mr. Banda dem Mädchen an. Der Regierungsbeamte und Minister für Tourismus weiss genau, wie sich mit Aberglauben Geld machen lässt. Er setzt Shula als Richterin bei Volkstribulanen ein. Mithilfe ihrer Hexenkraft soll Shula die Schuldigen erspüren. Mr. Banda geht sogar noch weiter und nimmt seinen Schützling in eine Talkshow mit, sodass Shula bald zur berühmtesten Hexe des Landes wird.
«I?Am?Not?a?Witch» ist das Langfilmdebüt von Rungano Nyoni. Die walisische Regisseurin mit sambischen Wurzeln lebte die ersten neun Jahren ihres Lebens in Sambia. Nachdem Nyoni mehrere Kurzfilme gedreht hatte, die weltweit an Festivals Erfolge feierten, weckten Berichte von Hexenlagern in Ghana ihre Aufmerksamkeit. Doch Nyoni machte aus ihren Beobachtungen und Recherchen nicht etwa einen der Realität verpflichteten Film mit anklagendem Blick auf eine barbarische Tradition. Die Art und Weise, wie Europa auf Afrika blickt, hebelt Nyoni im Nu aus, indem sie einen Tonfall wählt, der hiesige Zuschauerin verunsichert. Ist «I Am Not A Witch» realistisches Drama, Märchen, Satire und gar Komödie? Die Frage bleibt bis zum Schluss offen.
Gedreht hat Nyoni, die auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat, mit Laien. Sie ging so weit, dass ihre verschiedenen Hexendarstellerinnen aus möglichst vielen verschiedenen Stämmen kamen, was offenbar am Set immer mal wieder zu chaotischen Situationen führte. Nyoni zeigte ein ausgesprochen gutes Händchen bei der Auswahl ihrer Hauptdarstellerin: Maggie Mulubwa spielt Shula mit reduziertem mimischen Spiel und hinterlässt ein Bild, das man so rasch nicht wieder vergisst: ein stummes, erschrecktes Kind inmitten von Erwachsenen, die über sein Leben bestimmen.
(SRF)
Länge: ca. 90 min.
Internationaler Kinostart: 20.10.2017
Cast & Crew
- Regie: Rungano Nyoni
- Drehbuch: Rungano Nyoni
- Produktion: Emily Morgan, Juliette Grandmont
- Musik: Matthew James Kelly
- Kamera: David Gallego
- Schnitt: George Cragg, Yann Dedet, Thibault Hague