An der Seite von Stars wie Zarah Leander, Hans Albers und Heinz Rühmann tauchte in den Filmen der 30er-Jahre immer wieder dasselbe Gesicht auf: das des Schwarzafrikaners Mohamed Husen. Trotzdem kennt ihn niemand. Denn Husen war Statist. Er war Zarah Leanders Chauffeur, Hans Albers' Diener und Heinz Rühmanns Liftboy. "Der Statist" kann auch als Metapher für seine Rolle in der "großen Geschichte" verstanden werden. Er kommt darin - wenn überhaupt - nur ganz am Rande vor. Sein wirklicher Name war Majub bin Adam Mohamed. In der Kolonie Deutsch-Ostafrika geboren, wurde Majub im Ersten Weltkrieg Soldat für die Deutschen. Damals war er neun Jahre alt. Nachdem die Deutschen den Krieg verloren hatten, zahlten sie ihm seinen Sold nicht mehr aus. Etwa zehn Jahre später beschloss er, nach Deutschland zu reisen und seinen ausstehenden Sold persönlich abzuholen. Als er dort ankam, hatten die Nationalsozialisten bereits die Macht ergriffen. Der Film erzählt Majubs Leben: von seiner Kindheit in der Kolonie, seinem Leben in Deutschland und seinem Platz in den Kolonialfantasien der Deutschen. Als durch Rückschläge im Zweiten Weltkrieg die Pläne zur Rückgewinnung der ehemaligen Kolonien in Afrika offiziell widerrufen wurden, verschlechterte sich die Situation von Schwarzen in Deutschland vehement und auch Majub geriet immer stärker in Konflikt mit den Nazis. Er wurde ins KZ Sachsenhausen deportiert, wo er nach drei Jahren Haft starb.
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