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Verräterkinder - Die Töchter und Söhne des Widerstands
D, 2014
8 Fans- Wertung0 159096noch keine Wertungeigene: -
Filminfos
Die Männer des 20. Juli 1944 werden heute verehrt als Helden, die ihr Leben im Widerstand gegen Hitler geopfert haben. Für ihre Kinder ist der gewaltsame Tod des Vaters eine Katastrophe, an deren Folgen sie bis in die Gegenwart zu tragen haben. Christian Weisenborn zeigt in seinem Film "Verräterkinder" erschütternde Begegnungen mit Kindern von Verschwörern des 20. Juli. Axel Smend ist heute noch tief bewegt, wenn er sich daran erinnert, wie seine Mutter mit verweinten Augen vom Elternsprechtag in der Schule zurückkam. Der Lehrer hatte von Axels schlechten Noten in Latein gesprochen und hinzugefügt: Vom Sohn eines Verräters könne er nichts anderes erwarten. Der Vater, Günther Smend, war 1944 hingerichtet worden. Christian Weisenborn blickt aber auch auf die eigene Familiengeschichte. Seine Eltern waren Mitglieder eines großen Freundeskreises von Antifaschisten, den die Gestapo "Rote Kapelle" nannte. Es waren Künstler, Arbeiter, Kommunisten, Adlige, Ärzte und Offiziere, Männer und Frauen. Sie verbreiteten schon 1942 Flugblätter, die vom Völkermord an den europäischen Juden berichteten, und sie versuchten, Kontakt zu den Sowjets und zu den Amerikanern aufzunehmen. Weisenborns Eltern überlebten, aber 52 ihrer Freunde wurden 1942/43 in Plötzensee hingerichtet. Auch Töchter und Söhne von ihnen hat Weisenborn interviewt. Die Angestellte Erika von Brockdorff war 32 Jahre alt, als sie unter dem Fallbeil starb. Sie hinterließ eine sechsjährige Tochter. Saskia von Brockdorff quälte sich jahrzehntelang mit der Frage, warum die Mutter sich in solche Gefahr begeben hat. Warum hat sie mich verlassen? Erst sechzig Jahre später, als auch die "Rote Kapelle" einen Platz in der Gedenkstätte des Widerstands bekam, erreichte sie der Abschiedsbrief, den ihr die Mutter 1943 schrieb. Er ist voller Liebe und Schmerz. Behutsam lässt Weisenborn die Zuschauer teilhaben an der Versöhnung, die Saskia von Brockdorff durch diese Zeilen endlich möglich war. Von der Trauer um die toten Mütter und Väter erzählen auch Alfred von Hofacker und Hans Coppi, wie schwierig, voller Fragen und widerstreitender Gefühle es war, einen Zugang zu den Toten, ihren hingerichteten Vätern oder Müttern zu finden. Das private Trauern vollzog sich jahrzehntelang vor dem Hintergrund des Kalten Krieges. Die "Verräterkinder" mussten erdulden, wie politische Interessen in Ost und West zur Verleumdung ihrer Eltern führten. Widerstandskämpfer wurden vereinnahmt, ausgestoßen oder passend gemacht. 1954 ehrte Bundespräsident Theodor Heuss zum ersten Mal die Männer des 20. Juli. In der DDR wurden sie zu diesem Zeitpunkt als Reaktionäre gebrandmarkt, denen es vor allem um den Machterhalt für Adel, Großgrundbesitz und Militär gegangen sei. Erst in den 1970er Jahren begann eine vorsichtige Umorientierung. Die "Rote Kapelle" wurde in der DDR anfangs verschwiegen, dann zu einer kommunistischen Kundschaftertruppe umgedeutet und, propagandistisch aufgebauscht, zum Vorbild des Mielke-Apparates gemacht. Im Westen wurde sie jahrzehntelang als fünfte Kolonne Moskaus diffamiert. Erst 2009 hob der Deutsche Bundestag die Todesurteile wegen "Kriegsverrats" auf. Vor diesem Hintergrund zeigt Christian Weisenborns Film eindrucksvolle, hoch emotionale Momentaufnahmen aus dem Leben der Kinder des Widerstands. Damit würdigt der Filmemacher die Courage der Eltern und gibt ihnen einen historisch gerechten Platz.
(hr-fernsehen)
Daten
Länge: ca. 45 min.
| Deutsche TV-Premiere | Mo, 14.07.2014 (Das Erste) |
| Originalsprache: | Deutsch |
gezeigt bei: Geschichte im Ersten (D, 2011 – 2022)
Kostenlose Start- und Streambenachrichtigung:
Cast & Crew
![Hans Jürgen Stockerl]()
![Alfred von Hofacker]()
![Axel Smend]()
![Hans Coppi Jr.]()
![Saskia von Brockdorff]()
![Stefan Roloff]()
![Johannes Tuchel]()
![Christian Weisenborn]()
- Regie: Christian Weisenborn
- Drehbuch: Christian Weisenborn
- Produktion: Moritz Bundschuh, Kick Film, Jörg Bundschuh
- Produktionsauftrag: Hessischer Rundfunk
- Musik: Therese Strasser
- Kamera: Roland Wagner, Marcus Winterbauer
- Schnitt: Wolfgang Grimmeisen
Verräterkinder - Die Töchter und Söhne des Widerstands Streams
"Verräterkinder - Die Töchter und Söhne des Widerstands" ist als Video/Stream erhältlich:
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Bilder
Hans Coppi junior in den Armen seiner Großmutter, bei der er nach der Hinrichtung seiner Eltern, Hans und Hilde Coppi, die beide in der "Roten Kapelle" aktiv gewesen waren, aufwuchs.Bild: © HR/Privatfoto
Christian Weisenborn: sein Vater Günther konnte dem bereits beantragten Todesurteil aufgrund seiner Tätigkeit in der „Roten Kapelle“ auch dank der Hilfe seiner später hingerichteten Freunde entgehen.Bild: © HR/Privatfoto
ARD/HR VERRÄTERKINDER, Die Töchter und Söhne des Widerstands, Ein Film von Christian Weisenborn, Eine Koproduktion von HR, NDR und rbb, am Montag (14.07.14) um 23:20 Uhr im ERSTEN. Saskia von Brockdorff mit ihrer Mutter Erika, die aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der „Roten Kapelle“ 1943 in Berlin-Plötzensee enthauptet wurde.Bild: © HR/Privatfoto
ARD/HR VERRÄTERKINDER, Die Töchter und Söhne des Widerstands, Ein Film von Christian Weisenborn, Eine Koproduktion von HR, NDR und rbb, am Montag (14.07.14) um 23:20 Uhr im ERSTEN. Christian Weisenborn (rechts), hier mit seinem Bruder Sebastian vor dem Auto ihres Vaters Günther, der dem bereits beantragten Todesurteil aufgrund seiner Tätigkeit in der „Roten Kapelle“ auch dank der Hilfe seiner später hingerichteten Freunde entgehen konnte.Bild: © HR/Privatfoto
Hans Coppi junior. Seine Eltern Hans und Hilde Coppi, die beide in der "Roten Kapelle" aktiv gewesen waren, wurden hingerichtet.Bild: © HR/Kick-Film/Jörg Bundschuh
Axel Smend, Sohn von Günther Smend, der auf Aufforderung von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, dem Hauptorganisator der Widerstandsgruppe des 20. Juli, versuchte, als Adjutant Generaloberst Kurt Zeitzler für die Verschwörung zu gewinnen.Bild: © PHOENIX/HR/Kick-Film/Jörg Bundschuh
NDR Fernsehen VERRÄTERKINDER, "Die Töchter und Söhne des Widerstands", am Samstag (11.04.15) um 11:30 Uhr. Alfred von Hofacker, Sohn des Widerstandskämpfers Caesar von Hofacker, der den Widerstand des 20. Juli von Paris aus unterstützte.Bild: © NDR/HR/Kick-Film/Jörg Bundschuh
Axel Smend (links) und Alfred von Hofacker besuchen den Raum des ehemaligen Volksgerichtshofs, in dem ihre beiden Väter im Zusammenhang mit dem 20. Juli von Richter Freisler zum Tode verurteilt wurden.Bild: © HR/Kick-Film/Jörg Bundschuh
Alfred von Hofacker, Sohn des Widerstandskämpfers Caesar von Hofacker, der den Widerstand des 20. Juli von Paris aus unterstützte.Bild: © BR/HR/Kick-Film/Jörg Bundschuh
Stefan Roloff, Sohn des Pianisten Helmut Roloff, der trotz seiner Mitgliedschaft in der "Roten Kapelle" überlebte und seinem Sohn viele Informationen über die Gruppe weitergeben konnte.Bild: © HR/Kick-Film/Jörg Bundschuh
Saskia von Brockdorff, deren Mutter wegen ihrer Mitgliedschaft in der „Roten Kapelle“ 1943 in Berlin-Plötzensee enthauptet wurde.Bild: © PHOENIX/HR/Kick-Film/Jörg Bundschuh
ARD/HR VERRÄTERKINDER, Die Töchter und Söhne des Widerstands, Ein Film von Christian Weisenborn, Eine Koproduktion von HR, NDR und rbb, am Montag (14.07.14) um 23:20 Uhr im ERSTEN. Stefan Roloff, Sohn des Pianisten Helmut Roloff, der trotz seiner Mitgliedschaft in der „Roten Kapelle“ überlebte und seinem Sohn viele Informationen über die Gruppe weitergeben konnte.Bild: © HR/Privatfoto
ARD/HR VERRÄTERKINDER, Die Töchter und Söhne des Widerstands, Ein Film von Christian Weisenborn, Eine Koproduktion von HR, NDR und rbb, am Montag (14.07.14) um 23:20 Uhr im ERSTEN. Axel Smend, Sohn von Günther Smend, der auf Aufforderung von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, dem Hauptorganisator der Widerstandsgruppe des 20. Juli, versuchte, als Adjutant Generaloberst Kurt Zeitzler für die Verschwörung zu gewinnen.Bild: © HR/Privatfoto
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