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TV-Kritik/Review: "American Gigolo": Die mörderische Frage, wer mit wem schlief
(23.09.2022)

Wann wird Schönheit zur Marke und Sex zur Ware? Die Neuverfilmung des Kult-Thrillers der 80er-Jahre
Der Edel-Gigolo Julian Kay wird im Jahr 2006 von der Polizei mit dem Verdacht gefangen genommen, er habe eine Kundin brutal gelyncht - und wurde ins Gefängnis gesteckt. Als jedoch nach 15 Jahren ein anderer diesen Mord gesteht, wird Kay zurück in seine Welt gelassen, die er so gar nicht mehr betreten will. Seine Mutter lebt verwahrlost in dem Trailerpark, aus dem der Schönling in jungen Jahren von einer Zuhälterin mitgenommen wurde. Fortan lebte er in Saus und Braus mit schnellen Autos, schönen Frauen (nur Frauen, wie er betont) und einer Illusion, die so sicher auf der Erde steht wie San Francisco.
Nach 15 Jahren will ihn seine Vergangenheit zurück in den Untergrund ziehen und agiert dabei so teuflisch verführerisch, dass ein Mephistopheles den Hut ziehen würde. So versucht auch Julian dem Mord auf die Schliche zu kommen, der ihm angehängt wurde - muss dabei jedoch schnell realisieren, dass eins der sieben Laster nun mal auch der Neid ist. In dieser Welt, wo jeder jeden um sein Haben und Nichthaben hasst, auch kein Wunder.

So ist dieses Los Angeles der Moderne für Julian, der eigentlich Johnny heißt, auch kein komplettes Novum: Gangs regieren die Straße, in edlen Villen gehen im Angesicht des Meeres krude Machenschaften ihren Weg und die Polizei kann nur noch sich selbst bestechen. Armseligkeit ist bezeichnend für eine Stadt, die so überladen ist mit Erwartungen und Selbstgefälligkeit, dass die einzige Wahrheit in dem gleißenden Abendrot über dem Pazifik liegt. Unerreichbar, weil zu schön, unnahbar, weil, wie immer im Drama, zu langweilig.
Deswegen zeigt Regisseur und Autor David Hollander ein brachiales, wie hübsches Sittenbild der kalifornischen Perversionen. Dabei vergisst er nicht, dass Jon Bernthal die Hauptrolle spielt und der bildet hiermit dem Wort Coolness ein Denkmal. Auch alle anderen sind so verdammt cool, dass man jeder Figur wie Gloss an den Lippen hängt und schmachtend den Modelkörpern hinterherstiert, die allesamt aus einem Playboy-Katalog gefallen sein müssen. Erotik steckt hier schon in den Formen der Häuser und den flackernden Lichtern. Menschen sind da erstmal nur Topping auf der Sahnetorte, ihre Gefühle so unbedeutend wie das grinsende Gesicht der US-Präsidenten auf den grünen Scheinen eines Multimillionärs.

Was zählt da eigentlich noch? Ganz klar: der Spaß an der Sache. In erster Linie ist "American Gigolo" ein reines Sehvergnügen. Das liegt an der handwerklichen, beim Sender Showtime üblichen, Qualität sowie den wirklich perfekt passenden Darstellern, die sich allesamt dem Sodom unterordnen, in dem sie leben und agieren. Los Angeles erinnert dabei oftmals an seine Rockstar-Karikatur aus "GTA 5" und Julian Kay reiht sich zu solch coolen Antihelden wie Hank Moody (aus
In jedem Fall ist "American Gigolo" so heiß wie Asphalt und verspricht einen spätsommerlichen Ausflug in gut gemachtes Fernsehen, von dem man nach jeder Folge einfach nur mehr haben will. Hierzulande muss man sich jedoch noch gedulden, da es für "American Gigolo" bisher keinen Starttermin gibt.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten beiden Episoden der Serie "American Gigolo".
Die Serie "American Gigolo" hat aktuell in den USA beim Pay-TV-Sender Showtime seine Premiere. Eine deutsche Heimat ist noch nicht bestätigt.
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