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Kommenden Montag, 23. September, wird bei dem jungen Streamingdienst Joyn die neue eigenproduzierte Serie
Im Gespräch mit TV Wunschliste-Redakteur Glenn Riedmeier verrät Katrin Bauerfeind, weshalb genau jetzt die Zeit reif für eine Serie zum Thema Gleichstellung ist und ob sie den Eindruck hat, dass sich die Gesellschaft seit der #MeToo-Debatte gewandelt hat. Außerdem spricht sie über ihre Fernsehsendung
TV Wunschliste: Liebe Frau Bauerfeind, wie ungewohnt ist es für Sie, dass Ihre neue Sendung ausnahmsweise nicht "Frau Bauerfeind" oder "Bauerfeind" im Titel trägt?
Katrin Bauerfeind: (lacht) Ich habe alles versucht! Aber diesmal bin ich gescheitert. Aber da ich ja Frau Jordan bin... spiele, ist es doch trotzdem ein bisschen so, als würde mein Name drauf stehen...
... und immerhin ist ja "Frau..." übrig geblieben.
Katrin Bauerfeind: (lacht) Genau, das ist auch das Wichtigste - apropos Gleichstellungsbeauftragte.
Sie haben ja schon ein paar Filme gedreht und beispielsweise auch in der Serie
Katrin Bauerfeind: Bisher hätte ich selbst mich auch nicht als Schauspielerin bezeichnet. Bei "Frau Jordan stellt gleich" hatten wir insgesamt 45 Drehtage. Ich glaube, an Tag 37 ist das Team zu mir gekommen und hat gesagt: "Katrin, heute ist es soweit: Jetzt kannst du dich offiziell Schauspielerin nennen!" (lacht) Ich überlege, ob ich das mit der Schauspielerei jetzt hauptberuflich machen soll.
Katrin Bauerfeind: Es ist die alte Geschichte: Mir war's ja schon mit 10 im Schultheater klar, dass das mein Ding ist, aber der Schauspielschule, bei der ich mich nach dem Abi beworben hab, leider nicht. Aber nach einem Umweg von knapp 27 Jahren bin ich, tadaa, auch schon am Ziel. Und mit Mitte 30 (räusper) haben sie mir jetzt wirklich eine Rolle als knackige MILF angeboten! Da dachte ich mir: Katrin, das ist deine Chance! Mach das mal, wer weiß wie lange sie dir solche Rollen noch anbieten.
Sie spielen die Titelrolle der Gleichstellungsbeauftragten Eva Jordan. Wie würden Sie ihren Charakter beschreiben?
Katrin Bauerfeind: Eva Jordan ist unkonventionell. Sie ist oft politisch unkorrekt und der Zweck heiligt die Mittel. Man könnte auch sagen: Sie hat Eier! Wenn sie Geld für's Gleichstellungsbüro braucht, setzt sie schon mal auf ein paar Tricks und ihr Dekolleté, um dem Bürgermeister mehr Budget aus dem Kreuz zu leiern. Sie macht das sehr charmant. Sie ist eine Kämpferin und hat das Herz am rechten Fleck, ist aber privat auch oft wirr. Da liegt sie beispielsweise oft falsch - beziehungsweise neben dem Falschen!
Das Thema Gleichstellung und Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist sehr aktuell und bietet sicherlich viel Zündstoff. Aber wo liegt bei diesem Thema das Potenzial für Comedy?
Katrin Bauerfeind: Erst mal ist es das Thema der Stunde und ich finde, es ist wirklich an der Zeit, auch mal über das Thema zu lachen. Und ich meine damit explizit nicht sich drüber lustig zu machen. Es ist eine Comedyserie und nicht die Serie zum Feminismus. Wir wollten keine Emanzencomedy machen, noch haben wir die Witzeseite der EMMA verfilmt. Bei uns geht's auch um Scheidungen, Einsamkeit, Midlifecrisis, schwierige Kollegen, Papierstau im Drucker oder eben auch Sex. Bei uns gibt's alles und ein Thema, über das man lachen kann, wenn man Humor hat.
Um welche konkreten Themen bzw. Problemfälle geht es in den einzelnen Folgen?
Katrin Bauerfeind: In einer Folge geht es zum Beispiel um die Frage, was dringlicher ist: Eine Rampe für Rollstuhlfahrer zum Puff oder eine Frau bei der Feuerwehr, die aber bei der Aufnahmeprüfung benachteiligt wird. Dabei ist dieser Fall der Frau tatsächlich echt und die Frauenquote bei den Berufsfeuerwehren in Deutschland liegt bei grade mal zwei Prozent. Wir greifen also alle möglichen Themen auf, denn Gleichstellung bezieht sich nicht nur auf Mann und Frau, sondern auf alle Randgruppen. Ob Behinderte, Katholiken, Ausländer - bei uns wird gleichberechtigt über jeden gelacht, aber sehr liebevoll, versteht sich.

Zumindest in den ersten beiden Folgen, die ich gesehen habe, kommen Männer nicht allzu gut weg. Es gibt da den ziemlich machohaften Bürgermeister und den jungen Mitarbeiter Philipp, der im Gleichstellungsbüro arbeitet - aber häufig nicht als vollwertiger Mann betrachtet wird, auch nicht von Frau Jordan.
Katrin Bauerfeind: Er ist nun mal das Fräulein aus dem Muschibüro (lacht)! Wir präsentieren in der Serie sowohl den aussterbenden alten weißen Mann als auch den modernen jungen weißen Mann. Bei uns gibt's aber auch die unterschiedlichsten Frauen-Figuren in der Serie. Und ohne zu spoilern: Der Bürgermeister, der wirklich manchmal der Chauvi-Clown ist und einige Machosprüche zum Besten gibt, legt eine überraschende Wendung hin. Ich war gerührt.
Die Serie wird also mit einer fortlaufenden Handlung erzählt?
Katrin Bauerfeind: Wir behandeln in jeder Folge in sich abgeschlossene Fälle, aber die entwickeln sich natürlich weiter. Eva und ihr Mitarbeiter Philipp haben die ganze Staffel miteinander zu tun und versuchen rauszufinden, ob das was werden kann mit den beiden oder ob das eher so eine Bürobeziehung bleiben sollte. Fragen, die ja jeder und jede auch dem eigenen privaten Umfeld kennt (lacht).
Hätte es die Serie in dieser Form auch schon vor fünf Jahren geben können?
Katrin Bauerfeind: Von mir aus gerne. Nach meinem zweiten Buch "Hinten sind Rezepte drin - Geschichten, die Männern nie passieren würden", in dem es um lustige Alltagsgeschichten einer Frau von heute in Deutschland ging, ist unsere Produzentin Nanni Erben von Wiedemann & Berg auf mich und Ralf Husmann zugekommen und hat die Idee der Gleichstellungsbeauftragten gehabt. Wir fanden's direkt toll, von der ersten Idee bis zur Ausstrahlung sind aber doch drei Jahre vergangen. Aber das Thema ist brandaktuell, ich halte den jetzigen Zeitpunkt für genau richtig.
Auf der nächsten Seite erläutert Katrin Bauerfeind, ob sie den Eindruck hat, dass sich die Gesellschaft seit der #MeToo-Debatte gewandelt hat. Außerdem spricht sie über ihre Fernsehsendung "Bauerfeind - Die Show zur Frau", ihren erfolgreichen Podcast "Frau Bauerfeind hat Fragen" und ihre persönlichen TV- und Serien-Vorlieben.
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Leserkommentare
OlafDerSchneemann schrieb am 04.01.2020, 03.58 Uhr:
Zitat: "In unserer Serie behandeln wir auch den Bechdel-Test, in dem es darum geht, wie frauenfeindlich Filme sind".
Von wem auch immer diese Aussage ist? Aber der sogenannte Bechdel-Test ist nicht geeignet, um einen Film als frauenfeindlich zu deklarieren oder nicht, sondern: Er soll stereotype Darstellung von Frauenrollen aufzeigen. Nicht mehr! Aber auch nicht weniger!
Einen Film, wie der "Herr der Ringe" oder gar "Findet Nemo" als frauenfeindlich zu diffamieren ist einfach nur Unsinn!Wer sich für mehr interessiert sollte evtl. mal diesen Artikel lesen:
https://www.telegraph.co.uk/culture/film/10450463/Bechdel-test-is-damaging-to-the-way-we-think-about-film.html
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