Registrierung zur E-Mail-Benachrichtigung
Anmeldung zur kostenlosen TV-Termin-Benachrichtigung für
- E-Mail-Adresse
- Für eine vollständige und rechtzeitige Benachrichtigung übernehmen wir keine Garantie.
- Fragen & Antworten
Ergreifende "Wake Up"-Premiere, rätselhafte Vermisstenfälle und der Einstand des semineuen "Tatort: München"-Duos
von Christopher Diekhaus(05.07.2026)

Auch 2026 bot das Filmfest München TV- und Streamingtiteln eine prominente Abspielfläche. Im Rahmen der seit 2015 existierenden Sektion Neues Deutsches Fernsehen feierten, wie in den Jahren zuvor, zahlreiche Produktionen ihre Weltpremieren. Konzentrieren wollen wir uns im Folgenden, von zwei Ausnahmen abgesehen, auf die in der bayerischen Landeshauptstadt gezeigten Serien (zahlreiche Fernsehfilme waren einmal mehr Teil des Programms).
Uraufgeführt wurden neben dem von Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh entwickelten ZDF-Drama "Die falsche Tochter" über das Reitsportmilieu und
"Wake Up": Vermächtnis einer tollen Schauspielerin
Anders als üblich richteten sich die Macher schon vor der Aufführung länger an das Publikum und adressierten die "besonderen Umstände". "Sollen wir die Serie überhaupt jetzt schon zeigen?" Diese Frage stand laut Regisseurin Mia Maariel Meyer einige Zeit im Raum, wurde dann aber mit einem klaren "Ja" beantwortet. Warum? Um Luna Jordan zu feiern! In ihrer Ansprache auf der Bühne fand Meyer starke, persönliche, unter die Haut gehenden Worte. Nicht nur ihr, auch den anderen anwesenden Cast- und Crewmitgliedern war der Schock noch immer deutlich anzumerken.
Die Serie selbst handelt von einer jungen Frau namens Emilia (Jordan), die sich die Schuld am Skiunfall ihrer Schwester Clara (Alicia von Rittberg) gibt. Dass Letztere mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im Wachkoma landet, kann Emilia kaum verkraften. Als sie jedoch von einer vielleicht bahnbrechenden Forschungsarbeit in einem Biotechunternehmen hört, meldet sie sich kurzerhand als Probandin. Mithilfe von Nanobots soll das Bewusstsein der Komapatientin in Emilias Körper übertragen werden.
Auch wenn der vom ZDF beauftragte Near-Future-Stoff nach den ersten beiden Episoden nicht immer rund wirkt, manchmal etwas forciert daherkommt, kitzelt er geschickt die Neugier der Zuschauer und entfaltet eine glaubhaft-innige Schwesternbeziehung. Was die in München mit dem Bernd Burgemeister Fernsehpreis für die beste TV-Serie ausgezeichnete Produktion aber vor allem demonstriert: Wie viel Gespür für Verletzlichkeit, wie viel rohe Kraft Luna Jordan in ihre Rollen einbringen konnte. Der deutschen Film- und Fernsehlandschaft fehlt diese großartige Darstellerin schmerzlich!

"Ritus" und der unheimliche See
Den Mut, abgründige Genres zu erforschen, kann man der ARD inzwischen nicht mehr absprechen. Nach dem Erfolg der Vampirserie
Moritz Bleibtreu verkörpert hier einen Kleinstadtermittler, den das rätselhafte Verschwinden seiner früheren Ehefrau auch 18 Jahre später nicht loslässt. Als in einem See die Leiche einer zur selben Zeit ebenfalls wie vom Erdboden verschluckten Teenagerin auftaucht, schrillen bei ihm alle Alarmglocken. Zum einen steht, wie damals, eine Mondwende kurz bevor. Zum anderen ist die Tote in ihrem früheren Zustand konserviert. Parallel zieht es die unter Aussetzern leidende Selin (Anna Shirin Habedank) unerklärlicherweise in das Provinznest, wo sie von einem geisterhaften Mädchen verfolgt wird. Ein dritter Strang kreist um Henri (Maximilian Mundt), der nach seinem unter merkwürdigen Umständen verschwundenen Bruder sucht.
Die in Tschechien gedrehte Serie punktet nach zwei vorgestellten Kapiteln mit guten Schauspielleistungen und schummrig-zwielichtigen Schauplätzen, ist atmosphärisch ansprechend. Hin und wieder übertreiben es die Schöpfer Viola M. J. Schmidt und Maximilian Baumgartner sowie Regisseur Jonathan B. Behr aber mit dem bedeutungsschwangeren Mystery-Geklapper. In Folge 2 nehmen die klassischen Schockeffekte spürbar zu, ohne dass sich Genrekenner allzu sehr von ihnen durchschütteln lassen dürften. Ob sich der Hund von Moritz Bleibtreu, den der Darsteller gegen Ende der Präsentation mit in den Kinosaal brachte, von den Schauerbildern verunsichern ließ, war vom Platz des Autors dieser Zeilen leider nicht zu erkennen. Wie Kinoregisseur Sönke Wortmann (
"Das Vergessen - Spurlos im Moor": Krimi mit kleinem Dreh
Inhaltliche Ähnlichkeiten mit "Ritus" weist die Krimiserie "Das Vergessen - Spurlos im Moor" auf, die uns erneut in ein beklemmend-düsteres ländliches Setting entführt. Julia Koschitz spielt die in einer oberösterreichischen Kleinstadt lebende Polizistin Pia. In den Mooren rund um den Ort wird die Leiche ihrer vor sechs Monaten spurlos verschwundenen Nichte Amelie (Fabia Matuschek) gefunden, deren Mörder die Ermittlerin schon wegen ihrer trauernden Schwester (Martina Ebm) unbedingt aufspüren will. Das Problem: Eine kürzlich bei Pia diagnostizierte Frühform von Alzheimer erschwert zunehmend die Nachforschungen.
Viele Bausteine der von der ARD Degeto mit auf den Weg gebrachten Miniserie sind vertraut. Und doch überwiegt nach den ersten zwei Episoden der positive Eindruck. Hauptdarstellerin Koschitz interpretiert ihre Rolle eindringlich. Die von der Polizistin gegenüber ihrer Familie zunächst verheimlichte Diagnose sorgt für aufwühlende Konfrontationen. Und gerade in Folge 2 zieht der dafür verantwortliche Regisseur Daniel Geronimo Prochaska die Spannungsschraube geschickt an. Gezeigt wurde in München eine nicht ganz fertige Festivalfassung - weshalb Hoffnung besteht, dass die Wahrnehmungsstörungen der Protagonistin in der Postproduktion vielleicht noch kleine Verfeinerungen erfahren. Der Start von "Das Vergessen - Spurlos im Moor" in der ARD ist für Ende Oktober 2026 vorgesehen.
"Gnadenlos - Gegen das Gesetz" liefert Postkartenbilder von Salzburg
Etwas weniger interessant geht es in
Im Zentrum der mit Musik stellenweise zugekleisterten Serie steht die Polizistin Lea (Martina Ebm zum Zweiten), die einst als Mörderin ihrer Mutter verurteilt wurde. Nach achtjähriger Haft kommt sie unverhofft frei, da ihr Vater in einem Video die Tat gestanden und sich anschließend selbst gerichtet hat. Nichtsdestotrotz ist Lea schnell von seiner Unschuld überzeugt. Als sie in den Dienst beim LKA Salzburg zurückkehrt, stellt ihr Abteilungsleiter Friedl (Tobias Moretti) ausgerechnet seinen Schwiegersohn Tom (Laurence Rupp), gleichzeitig Leas Ex, als eine Art Bewacher an die Seite. Gemeinsam kümmert sich das frühere Paar um einen frischen Mordfall. Doch auch ihre eigene Geschichte treibt Lea weiter um.
Dass bei der Q&A-Runde nach der Premiere kein richtiger Flow aufkam, lag nicht zuletzt an der etwas uninspirierten Moderatorin. Gefühlt jedem Cast-Mitglied, dem sie das Mikrofon unter die Nase hielt, stellte sie dieselbe Frage: "Wie war es, dich selbst auf der Leinwand zu sehen?" Stephan Kampwirth, der als Gerichtsmediziner mitspielt, antwortete augenzwinkernd: "War okay, ich kenn mich ja!" So weit, so aufschlussreich.
"Tatort: Zwischenwelten": Willkommen Nikola Buvak!
Und gleich der nächste Krimi: Der Münchner "Tatort" ohne Ivo Batic und Franz Leitmayr? Eigentlich undenkbar, aber irgendwie muss es ja weitergehen. In die großen Fußstapfen der in 100 Folgen ermittelnden Kommissare tritt neben ihrem früheren Assistenten Karl-Heinz "Kalli" Hammermann (Ferdinand Hofer) der bereits in "Tatort: Unvergänglich - Teil 1" kurz eingeführte Nikola Buvak (Carlo Ljubek). Allzu gut ist Ersterer auf Letzteren in der Auftaktfolge jedoch nicht zu sprechen.
In "Tatort: Zwischenwelten" bekommt es Kalli mit einem Raubmord in Neuperlach, einem südöstlichen, von großen Wohnanlagen geprägten Stadtteil, zu tun. SEK-Mann Buvak, der selbst aus dem Viertel stammt, ist in diesem Zusammenhang an einem Einsatz beteiligt und trifft in seiner alten Hood auf eine Bekannte von damals. Die Anwältin Suzana (Antje Traue) bittet ihn nur wenig später, sich den Fall einer vermissten Teenagerin anzuschauen, der womöglich mit dem Mord zusammenhängt.
Etwas Systemkritik, ein paar gelungene Spannungssequenzen, kleine Verweise auf das alte Ermittlerduo und Carlo Ljubek als interessanter Charakterkopf machen aus dem neuen Münchner Reihenbeitrag eine solide Einstiegsvorstellung. Schade nur, dass sich der 90-Minüter auf der Zielgeraden verstolpert und ein wenig an Glaubwürdigkeit einbüßt. Vielleicht ist ja beim nächsten Fall das Drehbuch noch einen Tick stärker. Was allemal amüsiert: Dass Buvak bei den Ermittlungen keine Möglichkeit zum Essen auslässt. Kleine Snacks für zwischendurch scheinen seine Leidenschaft zu sein.

"München Beats": Techno meets bayerische Gemütlichkeit
Im wahrsten Sinne des Wortes andere Töne als die bisher vorgestellten Fernsehproduktionen schlägt der ZDF-Vierteiler "München Beats" an, der bereits am 7. August im Streamingbereich des Senders verfügbar ist und Ende August seine lineare Ausstrahlung erfährt. Inspiriert von wahren Ereignissen, kommen hier Coming-of-Age-Befindlichkeiten, familiäre Dramen, eine Episode aus der Geschichte der Münchner Stadtentwicklung und das Techno-Milieu zusammen. Was nicht so recht vereinbar klingt, macht trotz kleinerer Schwachpunkte erstaunlich viel Laune.
Mitte der 1990er-Jahre flieht die 19-jährige Linda (Jule Hermann) aus ihrem bäuerlichen Elternhaus und der Provinz von Ismaning in die nahegelegenen Isar-Metropole. Als sie dort in Kontakt mit der Techno-Szene kommt, weiß die musikbegeisterte Ausreißerin schnell, was sie werden will: DJ. Parallel läuft sie ihrem alten Freund Marius (Klaus Steinbacher) über den Weg, der nach einer Pleite im Internetgeschäft aus den USA nach München zurückgekehrt ist. Sein Vater Theo (Tobias Moretti zum Zweiten), Chef des Lebensmittelunternehmens Pfanni und Lindas Patenonkel, muss sich derweil mit dem Gedanken vertraut machen, sein Werk zu schließen, was wiederum drastische Folgen für Lindas Eltern (Marlene Morreis und Frederic Linkemann) hätte, die als Vertragsbauern an die Firma gebunden sind. Noch verzwickter wird die Lage, als Theo plant, auf dem frei werdenden Grundstück ein modernes Stadtviertel hochzuziehen, während die Techno-Community nach einem neuen Ort für ihre Raves sucht.
Besonders beeindruckend ist die erfrischend energiegeladene Performance von Hauptdarstellerin Jule Hermann, die auch auf der Bühne einen ähnlich sympathisch-kecken Charme wie ihre Figur versprühte. Außerdem zugegen war Münchens langjähriger Oberbürgermeister Christian Ude, der in der Serie, wie ein kurzer Vorausblick verriet, einen Gastauftritt hat.
"23 000 Leben": Mit Netflix und Menschlichkeit ins Mittelmeer
Wie schon im letzten Jahr, als der mit Matthias Schweighöfer besetzte Mystery-Streifen
Vergleichbares lässt sich auch über den Film sagen: Einerseits ist er in der Darstellung der Gefahren und Widerstände um Differenzierung bemüht. Das teils prominente Ensemble agiert mit viel Leidenschaft. Und die in speziellen Wassertanks gedrehten Rettungspassagen auf dem Meer sind intensiv. Andererseits driftet "23 000 Leben" öfters in Hollywood-artiges Heldenpathos ab, fasst die Geschehnisse im letzten Drittel arg hastig zusammen und verbaut sich damit eine größere Wirkung. Unter dem Strich bleibt ein Drama, dem, wie bei so vielen Netflix-Produktionen der letzten Zeit, ein paar mehr Ecken und Kanten gutgetan hätten.
Über den Autor
auch interessant
Leserkommentare
Meistgelesene TV-News
- "Navy CIS"-Coup: Michael Weatherly kehrt in Staffel 24 zurück
- "S.W.A.T. Exiles": Spin-off mit Shemar Moore findet deutsche Heimat
- ProSiebenSat.1 2026/27: Kommissar Rex ermittelt weiter, Richter Hold kehrt zurück, Joko & Klaas machen Urlaub
- Quoten: Fußball-WM auch nach Deutschland-Aus stark, "Die Landarztpraxis - Team Sonnenhof" verharrt auf schwachem Niveau
- "Hunting Party": Dann geht "Die Mörderjagd" im Free-TV weiter
Neueste Meldungen
Ergreifende "Wake Up"-Premiere, rätselhafte Vermisstenfälle und der Einstand des semineuen "Tatort: München"-Duos
Quoten: Fußball-WM siegt trotz gesunkener Reichweite haushoch, Joko & Klaas erleiden Schiffbruch
"T and T": Serien-Rarität mit Mr. T ("A-Team") wird nach über 30 Jahren wiederholt
Quoten: Fußball-WM auch nach Deutschland-Aus stark, "Die Landarztpraxis - Team Sonnenhof" verharrt auf schwachem Niveau
Specials
Ergreifende "Wake Up"-Premiere, rätselhafte Vermisstenfälle und der Einstand des semineuen "Tatort: München"-Duos
ProSiebenSat.1 2026/27: Kommissar Rex ermittelt weiter, Richter Hold kehrt zurück, Joko & Klaas machen Urlaub
Programm-Highlights 2026/27 von WBD: 60 Jahre "Star Trek" mit Sonderprogramm und "Die Helgoländer"
Programm-Highlights 2026/27: RTL Zwei öffnet die "Maison Tabou" und startet vertikalen "Berlin - Tag & Nacht"-Ableger
Wie empfange ich den Free-TV-Sender Top Serien?
Wie empfange ich den Free-TV-Sender KultKrimi?
Die 10 besten Sherlock-Holmes-Adaptionen
Neue Trailer
"Star Wars" stellt neue Anime-Serie "Die neunte Jedi" mit erstem Trailer vor
"Ann Droid": BBC-Comedy mit Diane Morgan als Droide findet Starttermin
Update "Die Simpsons": Neue Exklusiv-Folgen für Disney+ angekündigt
"The Librarians: The Next Chapter": Trailer und Termin für neue Folgen
"The Undeclared War": Staffel 2 des Cyber-Thrillers mit Simon Pegg findet Termin
Die Vorschau - Unser neuer Podcast






















![[UPDATE] "Die Simpsons": Neue Exklusiv-Folgen für Disney+ angekündigt](https://bilder.wunschliste.de/gfx/pics/Die-Simpsons-Extreme-Makeover-Homer-Edition_988564.jpg)

