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Nachgelegt: Auch Disney+ will von Passwort-Sharing profitieren

Bei The Walt Disney Company macht man aktuell keine Gefangenen. Firmenchef Bob Iger hat nun im Umfeld der Vorstellung von Quartalszahlen angekündigt, dass man das Passwort-Sharing bei Disney+ genauer betrachten wird und nach Möglichkeiten sucht, wie zahlende Kunden
ihre Accounts mit Freunden und Familienmitgliedern teilen können. Dafür werde man im weiteren Jahresverlauf
das subscriber agreement mit zusätzlichen Bedingungen ergänzen und im Verlauf von 2024 mit dem Einsatz von "Taktiken" beginnen, daraus monetären Gewinn zu ziehen.
Der Netflix-Erfolg
Diese Aussagen folgen auf Netflix' Erfolg dabei, gegen Passwort-Sharing vorzugehen. Jener Dienst hatte zuvor angegeben, dass er bei knapp 230 Millionen zahlenden Abo-Haushalten rund 100 Millionen weitere schätze, die unter Bruch der bei Netflix geltenden Nutzungsbedingungen den Dienst "mitnutzen" (sogenannte borrower
/Leihende). Seit Ende 2023 hatte Netflix damit begonnen, die Abo-Kunden darauf hinzuweisen, wenn der Verdacht bestand, dass jemand "außerhalb ihres Haushaltes" ihren Account mitnutzte. Parallel bot man Strategien an, um aus solchen Personen zahlende Kunden zu machen - entweder durch Zusatzzahlungen für "erlaubtes Passwort-Sharing" oder den Wechsel auf ein eigenes Profil (bei dem der Neukunde seine bisherigen Daten mitnehmen konnte). Für Netflix war das ein finanzieller Erfolg, der zwar einige Kündigungen einbrachte, aber auch einen Netto-Zuwachs von 5,9 Millionen Kunden im abgelaufenen Quartal.
Bei Disney+ ist die Sache mit dem Passwort-Teilen bisher nur sehr vage geregelt, während es bei Netflix schon immer hieß, "Personen innerhalb eines Haushaltes" dürften einen Account teilen. Bei Disney heißt es in den Nutzungsbedingungen aktuell: Ihr vertragliches Nutzungsrecht berechtigt sie nicht zu folgenden Handlungen: (...) x ihre Zugangsdaten Dritten mitzuteilen
(Kapitel 3, Abschnitt c Bestimmung x [= römisch 10] des Disney+-Nutzungsvertrages in der Fassung vom 1. März 2022).
Kampf gegen Passwort-Sharing ab 2024
Auf Nachfrage wollte Iger nicht Stellung beziehen zu der Frage, wie viele Personen aktuell Disney+ via Passwort-Sharing nutzen: Ich kann keine spezifische Zahl sagen, nur so viel, dass sie signifikant ist.
Iger führte weiter aus, dass man bei Disney+ den kritischen Umgang mit Passwort-Sharing als Priorität ansieht und man im Kalenderjahr 2024 mit seinen Maßnahmen beginnen werde. Allerdings sei noch nicht klar, ob der in Entwicklung befindliche Maßnahmenkatalog dann bereits im Kalenderjahr komplett umgesetzt sein wird oder ob die Geschäftszahlen für das Jahr schon Auswirkungen beinhalten werden.
Für das am 1. Juli abgelaufene Quartal hat Disney+ 105,7 Millionen Abonnenten ausgewiesen - das schließt nicht die Kunden von Disney+ Hotstar in Indien mit ein, aber solche, die in den USA ein Streaming-Kombiangebot aus dem Hause Walt Disney nutzen (in den USA betreibt WDC neben Disney+ auch Hulu und ESPN+).
Gerade hat Disney+ für Deutschland ein neu aufgestelltes Abo-Angebot am dem 1. November angekündigt: Kann aktuell jeder Account bis zu vier Streams von Disney+ parallel nutzen, so sind es zukünftig im Standard-Abo nur noch zwei; für vier Streams muss man dann auf ein Premium-Abo zurückgreifen, das drei Euro teuer ist (zu den Details der neuen Abo-Struktur).
Bob Iger - der neue alte Disney-CEO
Der 72-jährige Bob Iger war Ende vergangenen Jahres aus dem Ruhestand zurückgekehrt - und hatte den von ihm selbst ausgesuchten Nachfolger als Disney-Chef (CEO), Bob Chapek, beerbt. Während Iger eigentlich nur unter einem Zweijahresvertrag Ruhe ins Geschäft bringen und parallel den nächsten Nachfolger suchen sollte, wurde sein Vertrag jüngst um zwei weitere Jahre bis 2026 verlängert. Aktuell ist Iger dabei, das Mediengeschäft von Disney zukunftsfähig zu machen (WDC verdient auch Milliarden mit seinen Vergnügungsparks und Merchandising). Neben Einsparungen bei Disney+ (Content) und im ganzen Content-Geschäft (Umbau von Strukturen gepaart mit Personaleinsparungen) hatte Iger zuletzt auch den Verkauf der linearen US-Sender (also ABC und Freeform) ins Gespräch gebracht.
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