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Angriff auf Netflix und Co.: ARD kündigt exklusive Serien und Mehrteiler für Mediathek an

von Glenn Riedmeier in News national
(20.02.2020, 12.32 Uhr)
Maria Furtwängler, Bjarne Mädel, Charly Hübner und Co. in ambitionierten Projekten
ARD Degeto
Angriff auf Netflix und Co.: ARD kündigt exklusive Serien und Mehrteiler für Mediathek an/ARD Degeto

Es tut sich was auf dem deutschen Streamingmarkt. Die Zeiten, in denen Fernsehsender tatenlos zuguckten, wie ihnen "neue" Marktteilnehmer wie Netflix, Prime Video und Co. allmählich die Zuschauer wegnehmen, sind vorbei. Während die Mediengruppe RTL gestern ganze elf neue Serien für ihr Streamingangebot TVNOW vorgestellt hat (TV Wunschliste berichtete), informierte die ARD-Filmtochter Degeto im Vorfeld der Berlinale ebenfalls über eine ganze Reihe an ambitionierten Serien- und Filmprojekten, die speziell für die ARD Mediathek produziert werden und mit denen man vor allem junge Zuschauer gewinnen möchte.

Das Begräbnis

Regisseur Jan Georg Schütte, der bereits mit den Impro-Filmen   "Wellness für Paare" und   "Klassentreffen" für Aufmerksamkeit gesorgt hat, inszeniert die Serie "Das Begräbnis". Darin geht es um die Gäste einer Beisetzung, einen toten Familienpatriarchen und dessen schmutzige Geheimnisse. Die Nachfahren von Dieter Meurer werden mit Enthüllungen aus dessen DDR-Vergangenheit konfrontiert. Charly Hübner, Anja Kling und Claudia Michelsen wurden für Hauptrollen besetzt. Ein Drehbuch gibt es, allerdings wolle Schütte aus den Schauspielern auch etwas "herauskitzeln". Kein Geringerer als   "Late Night Berlin"-Host Klaas Heufer-Umlauf fungiert als einer der Produzenten des Projekts von Florida Film, das mit 30 Kameras gedreht wird. Wie schon bei "Klassentreffen" sollen zwei verschiedene Fassungen entstehen: Ein 90-minütiger Fernsehfilm und eine Serie mit sechs 45-minütigen Episoden sollen in nur drei Drehtagen im März produziert werden.

Kaltenmorgen

Maria Furtwängler spielt die Hauptrolle in dem zweiteiligen Politthriller "Kaltenmorgen", der von Atalante Film und UFA Fiction produziert wird. Sie verkörpert die rigide parlamentarische Staatsministerin Eva Kaltenmorgen, die zur Verteidigungsministerin wird. Dunkle Mächte von rechts haben ihr den Weg geebnet. Dies zwingt Kaltenmorgen, sich mit der Frage auseinanderzusetzen: Wird sie weiterhin den skrupellosen Kurs verfolgen oder wird sie die Machenschaften aufdecken? "Wir zielen mit diesem Herzensprojekt mitten ins Herz der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion in Deutschland", so Furtwängler. Susanne Schneider schrieb das Drehbuch zu dem Zweiteiler, der im Herbst gedreht werden soll.

Der Feind - Recht oder Gerechtigkeit

Ein ambitioniertes Projekt ist auch das Justizdrama "Der Feind - Recht oder Gerechtigkeit" nach Ferdinand von Schirach. Es wird zeitsynchron ein Kriminalfall im Ersten und den Dritten Programmen aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählt. Der Film "Gerechtigkeit" folgt der Sicht des Kommissars Peter Nadler (Bjarne Mädel), der in einen verzweifelten Wettlauf mit der Zeit gerät. Er ist sich sicher: Der Verdächtige ihm gegenüber ist der Entführer - und er schweigt. Parallel zeigt der Film "Recht" die Fragestellungen des Anwalts Konrad Biegler (Klaus Maria Brandauer) auf. Die synchrone Ausstrahlung beider Filme setzt zwei konträre Positionen in den Dialog und soll so die Grundlage für eine informierte Meinungsbildung bilden. "In den Filmen kann man an bestimmten Punkten umschalten vom Ersten in die Dritten und umgekehrt. Es gibt immer wieder Szenen, in denen der Zuschauer damit zwischen den Perspektiven wechseln kann", so die Degeto-Geschäftsführerin Christine Strobl gegenüber der dpa. Dies sei eine Riesen-Herausforderung für Drehbuch, Regie und Schnitt. In der Mediathek werden die Filme im Splitscreen zu sehen sein. Geplant ist eine Veröffentlichung Anfang 2021.

KaDeWe

Ebenfalls zuerst in der Mediathek veröffentlicht werden soll die bereits vor einiger Zeit angekündigte Miniserie   "KaDeWe" über den wohl bekanntesten Einkaufstempel der Republik. Erzählt werden soll die über 100-jährige Geschichte des Luxuswarenhauses am Berliner Kurfürstendamm - und zwar aus der Perspektive von vier jungen Menschen mit konträren Meinungen und Möglichkeiten. Inhaltlich werden Themen wie jüdische Enteignung im Nationalsozialismus, aber auch eine große lesbische Liebe aufgegriffen. Regisseurin und Autorin Julia von Heinz "Hannas Reise") zeichnet für die Drehbücher verantwortlich und wird auch sämtliche Episoden inszenieren. Produziert wird "KaDeWe" von UFA Fiction und Constantin Television/MOOVIE für ARD Degeto und den rbb.

Beste Kollegen

Ein weiterer Sechsteiler trägt den Arbeitstitel "Beste Kollegen". Im Mittelpunkt steht Zielfahnderin Sunny Becker (Friederike Becht) vom LKA Magdeburg. Sie ist nicht nur auf der Jagd nach einem brutalen Frauenmörder, sondern auch nach dem Mann, der sie selbst vergewaltigt hat. Die komplexe Thrillerserie wird von Regisseur Florian Baxmeyer nach Drehbüchern von Thomas Wilke und Klaus Arriens inszeniert.

"Local Content als DNA"

"Wir orientieren uns zunehmend am Bedarf der Mediatheken. Wir stehen dabei aber noch am Anfang", so Christine Strobl gegenüber der dpa. Die experimentellen Projekte, die in erster Linie nicht für das große Massenpublikum im linearen Fernsehen hergestellt werden, bieten ganz andere Möglichkeiten. "Wir haben die Chance, größer und verschränkter zu erzählen", so Strobl. Sie räumt ein: "Wir sind ein bisschen spät dran. Es wird ja oft gesagt, dass die Öffentlich-Rechtlichen ähnlich einem Tanker nur langsam den Kurs ändern können, aber wenn, dann mit einem gewissen Gewicht." Der Vorteil bestünde darin, dass man "Local Content als DNA" biete, also regionale und auch deutsche Stoffe erzählt. "Wenn wir dann noch anders erzählen als im linearen Fernsehen, haben wir eine gute Chance. Wir können den Zuschauern bieten, was in ihrem Lebensumfeld spielt und nicht US-Ware ist."


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Leserkommentare

  • Stefan_G schrieb am 20.02.2020, 21.50 Uhr:
    ...und ich bei "Amazon.Prime"...
  • serieone schrieb am 20.02.2020, 18.15 Uhr:
    Da bleib ich lieber bei Netflix.
  • Aymalin schrieb am 20.02.2020, 18.06 Uhr:
    Deutsche Serien als "Angriff auf Netflix" - ich lach mich schief!

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