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BBC blickt 650-Millionen-Pfund-Einsparungen entgegen

Schlechte Nachrichten für die BBC: Sie muss in den nächsten Jahren wohl mit deutlich weniger Geld auskommen. Hintergrund ist die Befreiung von Haushalten mit mindestens einem über 74 Jahre alten Briten von der Rundfunkabgabe für Fernsehzuschauer in Höhe von jährlich 145,50 Pfund (für eine "Farbfernseh-Lizenz").
Bisher wurde die dadurch fehlende Summe vom Department for Work and Pensions beigesteuert. Nun wurde der BBC auferlegt, schrittweise auf das dadurch fehlende Geld zu verzichten. Laut Radiotimes handelt es sich derzeit um 650 Millionen Pfund, mehr als ein Fünftel des bisherigen BBC-Budgets von 3,13 Milliarden Pfund.
Immerhin bleibt der BBC noch etwas Zeit, bis der Vorgang schrittweise umgesetzt wird: Bis 2017 bleibt alles wie bisher, 2018/19 muss die BBC auf 250 Millionen Pfund verzichten, 2019/20 dann auf 450 Millionen Pfund und für 2020/21 wird die volle Ausfallsumme von der BBC getragen - gegenüber den heutigen Einnahmen dann auf 750 Millionen Pfund geschätzt. Immerhin wird die Höhe der Rundfunkabgabe der Inflation angepasst, während Beobachter zuvor befürchtet hatten, dass sie für die nächsten fünf Jahre auf dem aktuellen Stand eingefroren würde.
Wie fast überall in der westlichen Welt gibt es zwischen der öffentlich-rechtlichen BBC und der aktuell konservativen britischen Regierung deutliche Unterschiede in der Auffassung, was denn die mit öffentlichen Geldern finanzierte Rundfunkanstalt damit so machen soll. So war die Frage nach der Übernahme der finanziellen Verantwortung für die Freistellung der Zuschauer ab 75 bereits nach der letzten Wahl aufgekommen. Zudem gibt es Stimmen, die in dem jetzigen Vorgang ein "Dankeschön" der Regierung an Rupert Murdoch und andere Zeitungsverleger sehen, die die Conservative Party in ihren Publikationen im Vorfeld der jüngsten Wahl im Mai positiv dastehen ließen. Man kann es auch als "Bestrafung" der BBC ansehen, denn auch eine Entkriminalisierung des Nichtzahlens der "License Fee" soll geprüft werden. Bisher gilt das in Großbritannien als waschechte Steuerhinterziehung und damit als Straftat.
Mehrere Ansätze, wie mit den Einnahmeausfällen umgegangen wird, machen derzeit die Runde. Einerseits hatte der konservative Schatzkanzler George Osborne kurz vor Verkündung des Vorgangs davon gesprochen, dass die BBC ihr Engagement in zusätzliche Onlineinhalte verringern sollte: "Wenn man eine Website unterhält, die Feature-Artikel und auch Kochrezepte hat - dann unterhält die BBC-Website faktisch neben dem nationalen Sender auch die nationale Zeitung. (...) Man will ja auch nicht, dass die BBC die innländischen Zeitungen komplett verdrängt. Wenn man sich die BBC-Website ansieht, dann ist die wirklich ein gutes Produkt, aber man kann auch 'imperiale' Ambitionen erkennen."
Daneben gibt es Überlegungen, dass der BBC in Zukunft erlaubt werden könnte, für Catch-up-Services - insbesondere den beliebten iPlayer - von den Nutzern Geld zu nehmen und so die Einnahmen aufzustocken.
Bei der BBC sah man sich mit einem blauen Auge davon gekommen, auch wenn die Art der eher kurzfristigen Entscheidungsfindung bemängelt wurde. Für General Manager Tony Hall steht im Vordergrund, dass man für die kommende Legislaturperiode nun finanzielle Planungssicherheit habe.
Rona Fairhead, Vorsitzende des BBC Trust, machte aus ihrer Ablehnung der Entscheidung keinen Hehl: Man erkenne an, dass die Politik, wie es ihr gebühre, eine Entscheidung getroffen habe, auch wenn man die Art nicht gutheiße (Nägel mit Köpfen wurden letztendlich sehr kurzfristig gemacht). Daneben verwies sie einerseits darauf, dass die nächste Regierung natürlich ebenso das Recht habe, die Entscheidungen bezüglich der 75+ Zuschauer wieder umzuwerfen. Daneben verdeutlichte sie, dass sie nun erwarte, dass die Regierung nicht noch versuche, weitere Kosten und Ausgaben auf die BBC abzuwälzen.
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von Bernd Krannich















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