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"Friends": David Schwimmer stören Kontroversen um Witze nicht

David Schwimmer kann seiner Rolle als tollpatschiger Ross in
Nicht nur dort, aber vor allem in den USA ist "Friends" immer noch ein Thema und Kutlur-Phänomen. Zuletzt sorgte die Vergabe der Streamingrechte für große Schlagzeilen, weil Netflix diesen Publikumsmagneten zunächst für teuer Geld (100 Millionen US-Dollar für das Kalenderjahr 2019) verlängerte, danach aber die Rechte nicht mehr erhielt: Zum Jahreswechsel verschwand die Serie dort, on Demand wird sie in den Vereinigten Staaten erst mit dem Start der neuen Heimat HBO Max zurückkehren.
Daneben sorgten Nachbetrachtungen zum 25-jährigen Jubiläum dafür, dass Kritik an den Inhalten von "Friends" laut wurden, die eben nicht mehr zeitgemäß seien. Es wurde darauf hingewiesen, dass Bevölkerungsminderheiten fast gar nicht mit Rollen repräsentiert wurden, wie mit Homosexualität umgegangen wurde - inklusive der Angst, als schwul wahrgenommen zu werden - Witze über mangelnde "Männlichkeit" und Monicas in Rückblicken gezeigtes Übergewicht, bis hin zu transphobischen Bemerkungen. Alles Dinge, die man heute so nicht mehr zeigen würde.
Schwimmer ist sich dessen bewusst, gibt aber im Interview zu Protokoll: "I don't care" - denn in seinen Augen sei die Serie im Kontext der damaligen Fernsehwelt sehr fortschrittlich gewesen, "wegweisend". Was nicht heißt, dass er heutzutage dieselben Witze einspielen würde. Schwimmer nahm für sich in Anspruch, dass er auch schon damals einen guten Sinn dafür gehabt habe, richtige Dinge zu tun, in Sachen Gleichstellung und sozialen Fragen auf dem rechten Pfad zu sein. Sein Elternhaus - insbesondere seine politisch aktive Mutter - habe ihm solche Werte vermittelt und so sei er sich auch der Privilegien bewusst, die damit einhergingen, dass er ein heterosexueller weißer Mann sei, dessen Eltern ihm eine gute Ausbildung bezahlen konnten. Und der Tatsache, dass jemand in seiner Situation durch Engagement zurückgeben müsse.
Generell habe "Friends" Sexualität ohne großes Aufheben thematisiert, zudem auch Verhütung. Daneben habe sich seine Serienfrau ja als lesbisch herausgestellt, und Ross (und die "Friends") hätte später an ihrer gleichgeschlechtlichen Hochzeit teilgenommen. Auch habe die Serie Ross' Judentum und Chanukka neben Weihnachten thematisiert - wenn auch in einer eher albernen Episode.
Für sich selbst nahm Schwimmer in Anspruch, darauf hingewirkt zu haben, dass Ross auch Frauen anderer Hautfarbe daten würde. Seine erste längerfristige Freundin in der Serie hatte asiatische Wurzeln (Julie, dargestellt von Lauren Tom), später habe er eine Beziehung mit der afro-amerikansichen Paläontologin Charlie Wheeler (Aisha Tyler) gehabt.
Generell hätte Schwimmer nichts gegen ein zuletzt diskutiertes "Special" zu "Friends", das eher eine aufgezeichnete Fragestunde und eine Reunion wäre, aber halt keine inhaltliche Fortsetzung. Im Rahmen des Serienjubiläums war spekuliert worden, dass so etwas für den "Friends"-Start bei HBO Max eine passende Aktion sein könnte.
An einer Fortsetzung hätten weder Schwimmer noch die Kollegen Interesse - denn mit dem Serienfinale seien alle sehr zufrieden. Und keine der David Schwimmer angetragenen Ideen für eine Fortschreibung hätte er unterstützen wollen. Zudem hält der Darsteller eine Fortsetzung in Serienform schon aus logistischen Gründen für unwahrscheinlich - zu sehr seien die alten Kollegen zerstreut und mit ihrem eigenen Leben beschäftigt. Die Darsteller stünden immer noch in verhältnismäßig engem Kontakt und träfen sich häufiger. Aus rein logistischen Gründen stehe er selbst mit Matt LeBlanc wohl im engsten Kontakt: Beide leben in New York.
Schwimmer selbst engagiert sich - erneut inspiriert durch seine Mutter und ihre Geschichten von sexueller Belästigung im Anwaltsberuf durch Kollegen, Richter und auch ihre Klienten - dafür, dass Bewusstsein für die Existenz und Ausprägung von sexueller Belästigung und sexueller Gewalt zu schaffen. So gehört er zum Vorstand der Rape Foundation in Santa Monica.
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von Bernd Krannich















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