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Journalist und Talkshow-Pionier im Alter von 83 Jahren gestorben
Geert Müller-Gerbes in Wie Bitte?!
imago images / teutopress
Moderator Geert Müller-Gerbes ("Wie bitte?!") ist tot/imago images / teutopress

Der Journalist und Fernsehmoderator Geert Müller-Gerbes ist tot. Der Talkshow-Pionier ist im Alter von 83 Jahren in Bonn gestorben. Seine Söhne teilten der Deutschen Presse-Agentur mit, dass ihr Vater am vergangenen Sonntag im Kreis der Familie friedlich eingeschlafen ist.

Geert Müller-Gerbes wurde am 18. September 1937 in Jena geboren. Nach dem Abitur absolvierte bei der Heidenheimer Zeitung ein Volontariat, bevor er in Berlin das Studium der Geschichte, Soziologie und Rechtswissenschaft begann, es jedoch nach sechs Jahren abbrach. Es folgten Stationen bei IBM, dem Tagesspiegel, dem RIAS und dem SFB. Von 1969 bis 1974 war er Pressereferent des Bundespräsidenten Gustav Heinemann, bevor er ab 1976 als Deutschlandkorrespondent in Bonn zu Radio Luxemburg kam. 1984 wurde Müller-Gerbes Chefkorrespondent für den RTL-Hörfunk und später auch für den Fernsehsender RTLplus.

Dort moderierte er unter anderem die erste Hauptnachrichtensendung  "7 vor 7", ab 1985 die Talkrunde  "Bonnfetti", die aus dem Bonner Contra-Kreis-Theater gesendet wurde, sowie ab 1988  "Die Woche - Menschen im Gespräch". Die Gesprächsrunde war eines der wenigen seriösen Formate in der Anfangszeit von RTLplus und brachte es dennoch auf ansehnliche Quoten. Zu einem großen Erfolg wurde auch die Verbrauchersendung  "Wie bitte?!", die Müller-Gerbes von 1992 bis 1999 moderierte. In der Sendung wurden von Zuschauern eingesandte Ärgernisse mit Behörden und Dienstleistungsfirmen in kleinen Sketchen nachgestellt. Müller-Gerbes erhielt durch die Sendung den Ruf des Anwalts der kleinen Leute und des "Rächers der Entnervten". Die Sendung lief zum letzten Mal am 13. März 1999. In einem weiteren RTL-Format namens  "Wir kämpfen für Sie!" schilderte er Schicksale von Menschen, die unverschuldet in Not geraten waren oder sich im bürokratischen Rechtswirrwarr verstrickt hatten.

Ansschließend wechselte Müller-Gerbes zum WDR, wo er bis 2000 zusammen mit Sabine Scholt die "WDR-Talkshow" moderierte. Danach zog er sich aus dem Fernsehen ins Privatleben zurück. Als Grund für das Ende des WDR-Talks wurden offiziell "inhaltliche Differenzen" genannt, während Müller-Gerbes selbst von "Karrierehunger der Redaktion" und "Respektlosigkeit des Senders" sprach.

Nach seinem Rückzug aus der TV-Branche veröffentlichte Müller-Gerbes 2003 und 2004 zwei Kinderbücher und moderierte gelegentlich Veranstaltungen nahe seines Wohnorts in Bonn. Zudem engagierte er sich sozial und war jahrelang Schirmherr der Bonner Tafel.

1988 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und den Verdienstorden des Großherzogtums Luxemburg. Vor zehn Jahren hatte er eine schwere Krebserkrankung überstanden. Müller-Gerbes war verheiratet und hatte vier Söhne.


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Leserkommentare

  • pars schrieb via tvforen.de am 26.11.2020, 22.51 Uhr:
    Ich kannte ihn aus Bonner Zeiten. Ein Mann mit Herz und Seele der manchen Politikern sagte was Sache ist. Ruhe in Frieden.
  • User 1297691 schrieb am 24.11.2020, 16.48 Uhr:
    Herzliches Beileid und viel Kraft seiner Familie.
    Jeden Tag neue und schlechte Nachrichten,2020 ist noch nicht vorbei.

    Ruhe in Frieden
  • harry27 schrieb via tvforen.de am 24.11.2020, 09.27 Uhr:
    Geert Müller-Gerbes wirkte immer wie ein Kapitän, der ruhig und sachlich ein Schiff steuert. Aber dabei stets im Hintergrund bleiben will.

    Das fand ich immer sehr angenehm. Ein ruhiger und bescheidener Mann, der einfach seinen Job verrichtete. Und sicherlich ein großes Herz für die Menschen hatte. Obwohl er nie einen großen Bohei darum gemacht hat.

    Ich kann mich dunkel entsinnen, als ein großes Jubiläum von "Wie bitte?!" anstand. Es war die 300. Sendung oder etwas in der Größenordnung. Die Feier wurde einfach dadurch zelebriert, dass man die ersten Sekunden zeigte, in denen Geert die Sendung eröffnete. Quasi im Schnelldurchlauf die ersten Momente, die wenigen Augenblicke, in denen er im Rampenlicht stand.

    Und gerade diese einfach Würdigung hat so treffend zu ihm gepasst.

    Die von ihm verfassten Kinderbücher waren übrigens "Opa, kann die Sonne schwimmen?" von 2004 und "Opa, wer hat den Mond geklaut?" von 2003.

    Ruhe in Frieden, Geert. Du hast Dir mit 83 Jahren den Frieden redlich verdient.

    Danke für die lustigen Freitag Abende mit Dir und Deinem Team. Ja, 22:15 Uhr RTL am Freitag, das war Pflicht. Denke ich heute noch gerne dran zurück.
  • Thinkerbelle schrieb via tvforen.de am 24.11.2020, 04.00 Uhr:
    Ich habe früher gerne Wie bitte?! gesehen - er war da der "Normale" unter den ganzen Komikern, der dem Genzen einen seriösen Anstrich verlieh.
    Dass er auch in der Politik tätig war wusste ich nicht, aber es wundert mich auch nicht. Das passte schon zu ihm.

    Möge er in Frieden ruhen!

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