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Öffentlich-Rechtliche produzieren Hochkant-Dramaserie für TikTok

von Glenn Riedmeier in News national
(06.02.2026, 12.46 Uhr)
"Between The Beats" zwischen Ballett und K-Pop-Faszination
"Between The Beats" mit Alexander Schmidt (spielt Daniel), Gio Yoo (spielt Sara) und Lisa Junick (spielt Isa)
Radio Bremen/SR/Markus Nass
Öffentlich-Rechtliche produzieren Hochkant-Dramaserie für TikTok/Radio Bremen/SR/Markus Nass

Immer wieder ist zu lesen, dass sich die Sehgewohnheiten verändert haben und die Aufmerksamkeitsspanne insbesondere bei jungen Menschen sinkt, da sie in hohem Maße kurze Videos auf sozialen Netzwerken konsumieren. Auf diese eigentlich bedenkliche Entwicklung reagieren nun die öffentlich-rechtlichen Anstalten Radio Bremen und SR (Saarländischer Rundfunk), indem sie eine fiktionale Serie produzieren, die quasi genau auf dieses Konsumverhalten abgestimmt ist. Die Rede ist von der sogenannten Vertical Drama Series  "Between The Beats": eine fiktionale Serie, die im Hochkantformat gedreht wurde und in ein- bis dreiminütigen Episoden veröffentlicht wird - und zwar nicht irgendwo, sondern auf der Plattform TikTok.

Inhaltlich springt das Coming-of-Age-Drama auf einen anderen aktuellen Hype auf, denn es ist inspiriert von der Popkultur Südkoreas und verbindet K-Pop mit Ballett. Im Mittelpunkt steht die disziplinierte Primaballerina Sara (Gio Yoo), die unter dem enormen Erwartungsdruck ihrer Eltern leidet und ihre Liebe zu K-Pop sowie ihren Traum von einem Leben in Seoul verheimlicht. Doch dann trifft sie in der Schule auf Daniel (Alexander Schmidt), der als cooles Musiktalent nicht nur Saras Tanzwelt aufmischt. Zwischen den beiden wachsen die Gefühle, doch parallel verschärfen sich die Konflikte mit familiären Erwartungen, eigenen Ängsten und Saras innerem Zwiespalt - nicht zuletzt durch die fragile Frenemy-Dynamik mit ihrer ehrgeizigen Freundin Isa (Lisa Junick). Als wäre das nicht schon dramatisch genug, stellt sich dann auch noch heraus, dass Daniels Vater der langjährige Erzfeind von Saras Vater ist. Wird Sara den Mut finden, für ihre Liebe und ihre eigenen Träume einzustehen?

"Between The Beats" wird insgesamt rund 23 Episoden bestehen, die jeweils eine Länge von ein bis drei Minuten besitzen. Radio Bremen und der SR erläutern, dass in sozialen Netzwerken serielles Storytelling gefragt sei und die kurze Laufzeit dem Nutzungsverhalten entspräche. Daher reagiere man mit der Serie auf die veränderten Sehgewohnheiten, insbesondere bei jüngeren Nutzern. Durch die Produktion im 9:16-Hochkantformat wird unterstrichen, dass die Serie nicht für den Konsum auf einem Fernsehgerät gedacht ist, sondern auf mobilen Endgeräten. Explizit wird auch genannt, dass die kurzen Episoden serielles Erzählen in einer Form ermöglichen würden, die "sich an das mobile Sehverhalten anpasst und neue Zugänge zu jüngeren Zielgruppen eröffnet". Veröffentlicht werden soll "Between The Beats" voraussichtlich ab April auf TikTok.

Formate und Erzählformen ändern sich kontinuierlich und immer schneller. Radio Bremen ist traditionell neugierig und experimentierfreudig, schließlich haben wir mit  'Wishlist' vor 10 Jahren die erste Mystery-Webserie Deutschlands erschaffen - höchste Zeit für ein neues Experiment, freut sich Jan Weyrauch, Programmdirektor Radio Bremen: Wir haben tolle Partner gefunden, mit denen zusammen wir dieses Projekt realisieren.

Als Produktionsfirma fungiert Red Pony, eine Tochterfirma der Saxonia Media. Sven Sund, CEO Saxonia Media, sagt: Auch für unser Label Red Pony ist es die erste Plattform-native Produktion dieser Art. In sozialen Netzwerken müssen wir anders erzählen. Das betrifft eigentlich alle Parameter - und ist für uns enorm spannend. Und das Format zeigt, wie sich serielle Stoffe an die Logiken vertikaler Plattformen anpassen lassen.

Die Drehbücher zu "Between The Beats" stammen von Su-Jin Song und My Cao. Als Regisseurin fungiert Tatjana Wenig und als Produzentin Daniela Zentner.



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Leserkommentare

  • Winslow schrieb am 06.02.2026, 14.54 Uhr:
    Na, wer kann sich noch an die Plattform Quibi erinnern? Wie ging das noch mal aus?

    Gerade bei Drama-Serien geht es doch darum, eine fesselnde Geschichte zu erzählen und mit den Figuren mitzufiebern. Wie bitteschön soll das funktionieren, wenn die Folgen keine drei Minuten gehen? Und dann auch noch auf der Plattform, wo die Leute nach einer "Folge" weiter wischen um sich wieder drei Stunden lang Katzenvideos und KI-Müll reinzuziehen.
    Selbst, wenn man das ganze binge-watcht, kann man da kaum drin eintauchen, wenn da nur 23 Folgen entstehen. 23 Kurzfolgen gehen rein rechnerisch ungefähr so lange, wie eine Folge einer klassischen Drama-Serie.
  • Flapwazzle schrieb am 06.02.2026, 13.29 Uhr:
    Jetzt musste ich erst einmal kurz überlegen, was eine "Hochkant-Dramaserie" sein soll. 🤔😆
    Kurz gesagt sind das fiktionale TikTok-Reels.
    So alman "Hochkant-Dramaserie" klingt, so lost bin ich selbst, wenn ich darüber nachdenke, ob das wirklich mit dem Auftrag von ARD und ZDF noch in Einklang zu bringen ist?!