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TV-Kritik/Review: "Wednesday" Staffel 2: Wird die Fortsetzung den Erwartungen gerecht?
von R.L. Bonin(06.08.2025)

Was macht
Die einen fahren an den Strand, die anderen verbringen Zeit mit ihrer Familie - aber Wednesday Addams (Jenna Ortega) spürt während der großen Sommerferien einen perfiden Serienmörder auf. Die ersten Minuten der zweiten Staffel (die schon vorab veröffentlicht wurden) zeigen den Addams-Sprössling ganz in ihrem Element: Gefesselt sitzt die Schülerin wie die Ruhe in Person an einem Bankett neben gruseligen Puppen. Gemeinsam mit ihrem Freund und Helfer, dem eiskalten Händchen (Victor Dorobantu), stellt sie den Killer und erteilt ihm, gelinde gesagt, eine Lektion. Obwohl der Einstieg viele bekannte Register des Horror-Genres zieht, bleibt die Sequenz wenig überraschend - es ist zu schnell klar, dass Wednesday in keiner großer Gefahr schwebt und dies ihrem ganz normalen, geliebt-gehassten Alltag entspricht. Die größte Hürde für die Jugendliche? Eine Flughafenkontrolle, bei der das Sicherheitspersonal sich mehr über Händchens Sonnencreme, die die Begrenzungen überschreitet, als über Wednesdays Dutzende Messer und Co. am Körper aufregt (ein gelungener, zynischer Seitenhieb).

Und davon wird es noch viele geben, als es für Wednesday zurück an die Nevermore Academy geht: Morticia und Gomez fahren diesmal beide Kinder zur Schule. Denn Sohn Pugsley (Isaac Ordonez) hat die übernatürliche Fähigkeit, Blitze aus seinen Fingerspitzen zu schießen, was sich noch als folgenreich entpuppen wird. Kaum hat die Addams-Tochter das Areal betreten, wird sie mit ungewohnter Bewunderung begrüßt. Fans und Groupies tummeln sich um Wednesday, die in der letzten Staffel die Schule rettete. Mit Barry Dort (Steve Buscemi) ist auch ein neuer Rektor am Start, der die V.I.P. begrüßt - was Wednesday erwartungsgemäß so gar nicht gefällt. Dafür wartet in ihrem gemeinsamen Zimmer mit Werwölfin Enid (Emma Myers) eine Überraschung der anderen Art auf sie: Hinweise auf einen Stalker. Jetzt ist der Promi-Status komplett.
Dafür dass "Wednesday" als Dark-Young-Adult-Mystery-Serie viele Rätsel voranstellt, macht sie es den Zusehenden erstaunlich einfach. Im Dialog mit Enid wird das Hauptziel der Protagonistin für die Staffel wie auf dem Silbertablett präsentiert: an ihrem Roman schreiben. Was symbolisch jedoch für ein weitaus größeres Thema steht: die Fäden in der Hand halten und somit Kontrolle über die eigene Geschichte haben. Denn darum geht es wirklich in Staffel zwei von "Wednesday": Kontrolle - vor allem in Bezug auf den sehr möglichen Tod von Enid, den Wednesday in einer Vision voraussieht.

Immer wieder wird sie mit ihrem Kontrollzwang konfrontiert, sei es durch Mutter Morticia oder dem Neuzugang im Nevermore-Kollegium, Musiklehrerin Isadora Capri (Billie Piper). Dabei ringt die Teenagerin sehr damit, ihre hellseherischen Fähigkeiten zu beherrschen. Kein Wunder, dass sich Wednesday prompt wieder in einen neuen Fall stürzt. Dieser hält rasch zwei Morde bereit. Und es wäre nicht "Wednesday", wenn die Opfer nicht auf seltsamste Art und Weise sterben würden - und zwar durch mordlustige Krähen. Wednesday geht der Sache nach, doch wird immer wieder von ihrem Stalker und dessen extremen Spielchen mit ihr unterbrochen. Zusätzlich drohen auch die vielen, parallel verlaufenden Handlungsstränge den Fall zu überdecken.
Das raubt "Wednesday" beim Auftakt der zweiten Staffel ein bisschen etwas von seinem schwarzen Glanz: Allein die ersten zwei Episoden sind prall gefüllt mit Inhalt und Action - es wird versucht, zu viel in zu kurzer Zeit unterzubringen. Das ist auch absolut verständlich: Nach dem Welterfolg der ersten Staffel sind die Erwartungen hoch, die Addams Family wieder beliebt. So bekommt jeder Charakter, sogar eiskaltes Händchen, einen eigenen Handlungsstrang, der aber auch aktiv verfolgt und erzählt wird.

Bruder Pugsley sorgt zusammen mit Eugene (Moosa Mostafa) und einem "Haustier" der anderen Art für Angst und Schrecken, Morticia wird als Vorsitzende des Gala-Ausschusses rekrutiert, und sogar Enid hat mit ihrem Liebes-Dreieck alle Hände (oder Pfoten) voll zu tun. Dann kommen noch die Nebenfiguren hinzu, die auch jeweils ihre Ziele verfolgen - so mag der neue Rektor den einstigen Ruf und Außenseiter-Stolz der Schule wiederbeleben und dafür sind alle Mittel, wie auch Erpressung der Sirenenschülerin Bianca (Joy Sunday), recht.
Das macht das Ganze schnell unübersichtlich und teilweise auch chaotisch. Gut möglich, dass all die verschiedenen Geschichten irgendwann zu einem Knotenpunkt führen, bei dem Wednesday auch mal wieder im Mittelpunkt steht. Denn bei all dem Trubel und vor allem durch die einnehmenden Rollen, die ihre Familienmitglieder in dieser Staffel spielen, geht der titelgebende Charakter nahezu unter.

Szenisch überzeugt "Wednesday" Staffel zwei in jedem Fall. Effekte, Setting und die Rückkehr zu Horror-Klischees wie Puppen, Krähen, Zombies und mehr geben dem äußeren Rahmen eine dringend benötige Einfachheit bei all den doch zum Teil komplexen Handlungssträngen. Die Dialoge und damit auch Wednesdays schwarz-trockener Humor mit Sprüchen à la I don't evolve, I cocoon
("Ich entwickle mich nicht weiter, sondern bleibe im Kokon") sowie eine kleine Referenz an Ikone Taylor Swift durch das Wortspiel Death by a thousand notes
(statt "cuts") sind hervorragend. Einziges Manko: Pseudo-Weisheiten wie Ich bin nicht dein Feind, sondern deine Mutter
sowie Ein Außenseiter zu sein, hat nichts damit zu tun, was man tun kann, die Einstellung zählt
und der wiederholte Appell verschiedenster Figuren an Wednesday, nicht alles kontrollieren zu können, wirken manchmal etwas dissonant. Sie passen nicht zu dem elaborierten Stil und der Subtilität der restlichen Dialoge.

Was macht also "Wednesday" so besonders, so faszinierend, so sehenswert, dass sie zu den erfolgreichsten Serien überhaupt zählt? Liegt es daran, dass sie das Verbotene, das Kriminelle, das Morbide so feiert? Geht es nur um den Gore-Faktor? Oder darum, dass Außenseiter zu sein, plötzlich cool ist? Staffel zwei stellt eine weitere Theorie auf: Wenn auch der dunkelste Charakter, den nichts und niemand aus der Ruhe bringt, nicht alles im Leben - oder im Tod - kontrollieren kann, dann muss man das selbst wohl auch nicht. Eine Botschaft, die nicht frisch oder originell ist, aber in der morbiden, spiegelverkehrten Welt zu unserer doch eine neue Tragweite bekommt. Ob die Fortsetzung von "Wednesday" damit an den Erfolg der ersten Staffel anknüpfen kann, wird sich noch herausstellen - das Potenzial dafür ist auf jeden Fall gegeben.
Die Bewertung basiert auf der Sichtung der ersten zwei Episoden der zweiten Staffel von "Wednesday".
Die zweite Staffel von "Wednesday" feiert am Mittwoch, den 6. August auf Netflix Premiere. Zunächst werden die ersten vier Folgen ausgestrahlt - der zweite Teil der Staffel kommt am 3. September heraus. Regie führte unter anderem Tim Burton, das Drehbuch stammt von Alfred Gough und Miles Millar.
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