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Quoten-Ausfall: GfK kann frühestens Freitag wieder Daten zur TV-Nutzung liefern

Quoten-Ausfall: GfK kann frühestens Freitag wieder Daten zur TV-Nutzung liefern

16.01.2018, 13.47 Uhr - Glenn Riedmeier/TV Wunschliste in Medien
Massive Probleme bei der Quotenmessung
Quoten-Ausfall: GfK kann frühestens Freitag wieder Daten zur TV-Nutzung liefern

Einige Nutzer von TV Wunschliste vermissen vermutlich seit einigen Tagen den Blick auf die Einschaltquoten. Dies hat einen einfachen Grund: Sie liegen nicht vor. In einem bislang noch nie dagewesenen Ausmaß hat die verantwortliche GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) massive Probleme bei der Auswertung. Bereits seit vergangenem Donnerstag ist die Übermittlung der Daten gestört - nach aktuellem Stand können frühestens kommenden Freitag wieder Einschaltquoten herausgegeben werden.

Der Abruf der Einschaltquoten aus den insgesamt 5.000 Messhaushalten ist gestört. Konkret betroffen von den Problemen sind die sogenannten TC-Score-Messgeräte. Inzwischen habe die GfK die Ursache identifiziert und arbeite unter Hochdruck an der Lösung. Momentan wird davon ausgegangen, dass die Daten trotz der Störung kontinuierlich weiter erhoben wurden und deshalb rückwirkend noch nachgeliefert werden können.

Die Daten der von der AGF (Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung) mit der Quotenmessung beauftragten GfK gelten als Währung auf dem deutschen Fernsehmarkt. Die Hochrechnung der Einschaltquoten beruht auf der TV-Nutzung von 5.000 repräsentativ ausgewählten Haushalten mit insgesamt rund 10.500 Nutzern. Alle Personen der Haushalte können und sollen sich individuell an- und abmelden. Per Telefonleitung werden die Daten nachts zur GfK nach Nürnberg geschickt, dort ausgewertet und stehen im Normalfall am nächsten Morgen zur Verfügung. Für die Sender und Produktionsfirmen sind die Einschaltquoten ein maßgeblicher - und nicht selten der einzige - Faktor, der über die Fort- oder Absetzung einer Sendung entscheidet. Darüber hinaus spiegelt der Erfolg und Misserfolg auch den Verkaufswert für Werbebuchungen wider. Basierend auf dem Erfolg einer Sendung wägen die Werbeagenturen ab, wohin und zu welchem Preis sie ihre Werbespots verkaufen. Aus diesem Grund sind die Einschaltquoten gerade für Privatsender wichtig, während die Öffentlich-Rechtlichen hauptsächlich durch den Rundfunkbeitrag finanziert werden.

Seit jeher ist die Aussagekraft der hochgerechneten Einschaltquoten umstritten. Gerade durch die sich stark veränderte Mediennutzung der vergangenen Jahre wird das Messmodell oft als altmodisch und nicht mehr zeitgemäß bewertet. Denn nach wie vor handelt es sich lediglich um die Auswertung der linearen TV-Nutzung des Vortags. In anderen Ländern wie der Schweiz oder den USA werden hingegen auch der zeitversetzte Konsum sowie Mediatheken-Abrufe innerhalb einer Woche gemessen und in die endgültige Auswertung miteingerechnet.

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Leserkommentare

  • tomgilles schrieb via tvforen.de am 17.01.2018, 00.12 Uhr:
    tomgillesDie übermächtigen Media-Agenturen (Werbeagenturen nehmen schon lange keine Buchungen mehr vor) entscheiden großflächig über die Programmgestaltung der deutschen Kommerzsender. Seit bei den Verlagen die Hütte brennt bleibt die hoch lukrative Seniorenwerbung ganz überwiegend den Zeitungen und diversen bunten Blättern vorbehalten, weil die Verlage nun mal für den größten Teil des Geschäftsvolumens der Media-Agenturen verantwortlich ist.

    Im Gegenzug üben die Agenturen seit beinah 20 Jahren massiven Druck auf die Fernsehsender aus ihr Programm zu verjüngen, weil die Verleger nicht mehr willens sind mit den meist pressefernen TV-Sendern zu teilen oder ihre Kernmarken schützen wollen. Für die bösen Öffis springt qoutenunbhängig schon lange nicht mehr raus als schlechtbezahlte Pillen- und Salbenwerbung. Noch Ende der 80er-Jahre bestritten ARD und ZDF einen großen Teil ihres Haushalts mit der höchst einträglichen Fernsehwerbung, heute reicht es nicht mal mehr für die Portokasse.
  • Thinkerbelle schrieb via tvforen.de am 16.01.2018, 23.43 Uhr:
    ThinkerbelleDas hab ich schon mal gehört. Aus welchem Film war das wieder?
  • andreas_n schrieb via tvforen.de am 16.01.2018, 23.21 Uhr:
    andreas_nUnsere Befragungen zeigen: Jüngere Zuschauer steigen und ältere Zuschauer sinken; Frauen sinken, Männer steigen; tagsüber sinkend, nachts steigend. Shows mit großen Zuschauerzahlen werden - wenn sie sie nicht behalten - geringere Quoten aufzeigen. Shows mit kleinen Zuschauerzahlen bleiben klein oder werden größer - relativ gesehen natürlich. Aber der relevanteste Aspekt wird der offensichtliche Mangel an Bewertungsrelevanz sein, der - und das ist seltsam genug - aus einer allgemeinen Relevanzlosigkeit resultiert.
  • 0815xxl schrieb via tvforen.de am 16.01.2018, 22.47 Uhr:
    0815xxlSveta schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > ... Da wäre es doch vernünftiger die Daten zu manipulieren wenn man schon einmal drin ist: GZSZ: 10.000 Zuschauer, Telekolleg vom Bayerischen Rundfunk 8.6 Millionen... das wäre doch mal was oder?

    Pssst, verrat doch nicht immer die nächsten Tricks ... *gg*
  • Snake Plissken schrieb via tvforen.de am 16.01.2018, 22.39 Uhr:
    Snake Plisskenorinoco schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Ab nächster Woche läuft dann Polka Jamboree auf
    > allen Kanälen.
    > Ja! Ja! Ich hab es geschafft! ... Äh, ich meine:
    > wie konnte das nur passieren?

    Buahahaha...... mal sehen, wer das noch versteht :-)

    Snake
  • orinoco schrieb via tvforen.de am 16.01.2018, 21.06 Uhr:
    orinocoAb nächster Woche läuft dann Polka Jamboree auf allen Kanälen.
    Ja! Ja! Ich hab es geschafft! ... Äh, ich meine: wie konnte das nur passieren?
  • Fernsehschauer schrieb am 16.01.2018, 17.36 Uhr:
    Fernsehschauer@Sveta Würde auch gar nicht auffalen, aber ja GZSZ oder die Sendungen von RTL II könnten schon weniger Quoten haben aber dann nirgends dazu gerechnet.
    Sowie braucht der BR keine Quoten,wir müssen ja Zwangsgebühren zahlen und somit brauchen sie keine Werbung und auch keine Quoten.
    Außerdem finde ich es persöhnlich interessant welche Sendungen welche Quoten eingefahren haben. Andere lesen Zeitung, andere checken den DAX, ich die Quoten auch wenn sie für mich nicht so relevant sind wie für TV Vermarkter.
    Sowie kann ich diese ganze Kritik hier gar nicht verstehen und ist vielleicht ein bisschen ungerechtfertigt bei den ganzen "ÖR-Liebhabern" würde ich jetzt mal sagen,aber beim ÖR(da läuft ja deren Meinung nach "inhaltich gutes Programm") denen könenn ja die Quoten scheiß egal sein.
    Immerhin müssen wir ja deren, mehr oder weniger schlechtes Programm, Zwangsfinanzieren mit 20€ im Monat...

    Sowie ist dies die zweitgrößte Panne,1994/1995,gab es noch eine größere als u.a. die Quoten 3 Wochen lang ausfielen und es Fehlinfos gab.

    Sowie wurden die Boxen NICHT gehackt sondern eine aufgespieltes Update machte Zicken und führte dazu das die TC Meter, die die Quoten messen, sich aufhängten und keine Daten mehr über die Ferne abgerufen werden konnte. Deshalb sind gerade rund 3000 Techniker unterwegs um das Problem zu beheben und ggf. Daten zu sichern/übertragen....
  • Sveta schrieb via tvforen.de am 16.01.2018, 16.12 Uhr:
    Sveta0815xxl schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Herzlichen Glückwunsch an diese Hacker die sich
    > mal die richtigen Stellen ausgesucht haben. Weiter
    > so in den nächsten Wochen. War es der Chaos
    > Computer Club oder jemand von Attac ? ;o)

    Die Unterbrechung der Datenübertragung würde nicht viel Sinn machen. AGF-Geschäftsführer Willibald Müller geht davon aus, "dass generell keine Daten verloren gehen, sondern nachträglich an die GfK übertragen werden können, sodass die Reichweiten noch nachgeliefert werden können".
    Da wäre es doch vernünftiger die Daten zu manipulieren wenn man schon einmal drin ist: GZSZ: 10.000 Zuschauer, Telekolleg vom Bayerischen Rundfunk 8.6 Millionen... das wäre doch mal was oder?
  • Thinkerbelle schrieb via tvforen.de am 16.01.2018, 15.28 Uhr:
    Thinkerbelle0815xxl schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Vor 3 oder 5 Jahren habe ich auf einer
    > RTL-Internetseite mal gelesen, dass es ewta 8.500
    > Geräte wären die diese Einschaltquoten
    > ermitteln. Schön zu lesen, dass ihr Medienfritzen
    > euch regelmäßig gegenseitig widersprecht.

    Ich finde nicht, dass sich das widerspricht.
    Es sind 5000 Haushalte mit 10.500 Nutzern. Wenn manche Haushalte mehr als 1 Gerät haben, aber nicht jeder Nutzer eines, dann kann es schon sein, dass es 8500 Geräte gibt.
  • Helmprobst schrieb via tvforen.de am 16.01.2018, 14.32 Uhr:
    HelmprobstDas ist ja mal eine super Nachricht! Da kann man diese quotenfreien Tage dann ja mal nutzen, um sich INHALTLICH mit dem Programm auseinanderzusetzen und es tatsächlich an seiner Qualität zu messen, statt daran ob jetzt 5 Leute mehr oder weniger eine Nachmittagssendung auf einem Spartenprogramm gesehen haben. (Und mehr sind es ja in der Tat nicht, wenn man sich das Messsystem ansieht).

    Ich schliesse mich an: von mir aus kann die "Panne" auch gerne noch eine Weile anhalten.
  • 0815xxl schrieb via tvforen.de am 16.01.2018, 14.29 Uhr:
    0815xxlVor 3 oder 5 Jahren habe ich auf einer RTL-Internetseite mal gelesen, dass es ewta 8.500 Geräte wären die diese Einschaltquoten ermitteln. Schön zu lesen, dass ihr Medienfritzen euch regelmäßig gegenseitig widersprecht.

    Herzlichen Glückwunsch an diese Hacker die sich mal die richtigen Stellen ausgesucht haben. Weiter so in den nächsten Wochen. War es der Chaos Computer Club oder jemand von Attac ? ;o)
  • andreas_n schrieb via tvforen.de am 16.01.2018, 14.06 Uhr:
    andreas_nDas ist ja furchtbar! Dann müssen jetzt doch tatsächlich die Sendungen so wie in allen Fernsehzeitschriften abgedruckt auch gesendet werden, weil die Sender nicht wissen, ob sie nun Tops oder Flops sind und deshalb schlecht vorzeitig abgesetzt werden können. Der Untergang des Abendlandes! Und was machen dann nur die Quotenfetischisten bei Quotenmeter und Konsorten denn so lange ohne frische Daten? Alle auf Entzug! Meinetwegen kann die Panne länger dauern.