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Steigt CBS aus der Quotenmessung durch Nielsen aus?

In den USA deutet sich eine nachhaltige Veränderung der Medienlandschaft an: CBS steht davor, sich aus der Einschaltquotenmessung durch Nielsen Media Research zu verabschieden. Hintergrund sind vor allem die Messmethoden von Nielsen, in denen CBS zahlreiche moderne Verbreitungswege von TV-Programmen vermisst. Der bisherige Vertrag ist zum 1. Januar 2019 ausgelaufen. Noch ist das Tischtuch nach aktuellen Berichten nicht zerschnitten, aber die Verhandlungen scheinen festgefahren. Hollywood Reporter zufolge geht es um Dienstleistungen im Wert von 100 Millionen US-Dollar pro Jahr.
CBS strebt in den Verhandlungen nach eigenen Angaben "einen fairen Vertrag" an. Nach seiner Ansicht ist das eine Einbeziehung des TV-Konsums "über mehrere Plattformen", also neben dem klassischen TV-Konsum eben auch Streaming. Insbesondere bei den Lokalsendern, die CBS selbst betreibt, ist das laut THR ein wichtiges Thema. Daneben will CBS das Streaming nutzen, um seinen Werbekunden sehr spitze Zielgruppen anzubieten (und dafür höhere Preise nehmen zu können) - etwas, das beim Massenmedium TV eben nicht möglich ist.
CBS gesteht Nielsen in einem am Donnerstag gemachten Statement zu, dass man dort diesbezüglich Fortschritte gemacht habe, aber eben auch ungleiche Angebote nur gebündelt ausweise und zudem sukzessive die Preise für seine Dienstleistungen anhebe, die den Bedürfnissen der TV-Industrie nicht gerecht würden. CBS kritisiert, dass Nielsen damit seine Marktmacht ausnutze und bringt Quotenmessalternativen wie den vor allem auf Webseitenabrufe spezialisierten Dienst Comscore ins Spiel.
Nielsen wedelt im Gegenzug eben mit seiner Marktmacht: Man sei der anerkannte Standard, wenn es um die Quotenausweisung gehe, und in der Werbeindustrie anerkannt - wenn CBS keine Nielsen-Quoten mehr verwende, könnten die Werbepartner kritisch hinterfragen, ob die Zuschauerzahlenmessung denn wirklich stimmten.
Während CBS die Verhandlungssituation am Donnerstag als "festgefahren" bezeichnet, sich aber für weitere Verhandlungen bereit erklärte, um zu einem neuen Vertrag zu kommen, der "strategisch und finanziell" für CBS sinnvoll sei, spricht das jüngste Nielsen-Statement davon, dass man "offene Verhandlungen mit CBS" führt und erwarte, "dass wir zu einem gegenseitig vorteilhaften Vertrag kommen".
Nielsen stieg 1950 in die Messung der TV-Quoten ein, als binnen weniger Jahre der Siegeszug des neuen Mediums begann und Mitte des Jahrzehnts in knapp der Hälfte der Haushalte ein TV-Gerät stand.
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Leserkommentare
eumel schrieb am 10.01.2019, 11.46 Uhr:
Super Vorschlag! Dann bitte noch Zeitungen, Bücher und CDs verbrennen und Läden runter! Wir müssen nix wissen! Und, wenn wir nix wissen, wissen wir auch nix übers Publikum. Und um das kümmern wir uns dann! ;-)MarkoP schrieb am 04.01.2019, 21.16 Uhr:
Vielleicht sollte man einfach mal global darüber nachdenken diese ganzen Quoten-Dienste zu verbieten. Dann würde sich die gesamte TV-Landschaft inkl. neuer Medien vielleicht mal wieder um das Publikum kümmern!
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