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Interview über verantwortungsvolles Kinder-TV, "Global GUTS"-Geheimnisse und tragisches Senderaus
Ralf Kühler - damals und heute
Nickelodeon/Channel 21
25 Jahre Nickelodeon - Ralf Kühler: "Das Größte, was ich beruflich je erlebt habe!"/Nickelodeon/Channel 21

Wer in den 1990er-Jahren mit Nickelodeon aufgewachsen ist, verbindet mit dem Namen Ralf Kühler schöne Erinnerungen an eine unbeschwerte TV-Kindheit. Der Moderator blieb dem Sender vom vielversprechenden Anfang im Frühjahr 1995 bis zum dramatischen Ende des Sendebetriebs im Mai 1998 treu. Er präsentierte die Kinder-Action-Gameshow  "Global GUTS" und unzählige Live-Sendungen im Nachmittagsprogramm des Senders mit dem orangefarbenen Klecks.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von Nickelodeon in Deutschland schwelgte TV Wunschliste-Redakteur Glenn Riedmeier mit Ralf Kühler in Erinnerungen. Der heutige Channel 21-Moderator verrät, wie er damals bei Nickelodeon gelandet ist und weshalb die Produktion von "Global GUTS" in den USA für ihn immer noch das Größte ist, was er beruflich je erlebt hat. Außerdem erläutert er, wie intensiv und verantwortungsvoll die Live-Sendungen von Nickelodeon vorbereitet wurden und weshalb er immer noch Gänsehaut bekommt, wenn er an den Tag zurückdenkt, an dem die nichtsahnenden Mitarbeiter über das Ende des Sendebetriebs informiert wurden.

TV Wunschliste: Lieber Ralf, wie bist du damals zu Nickelodeon gekommen?

Ralf Kühler: Ich habe 1995 bei RTL ein Praktikum gemacht und eines Tages mitbekommen, dass unten im Studio ein Casting stattfindet. Es wurde ein Moderator für eine Kindersendung namens "Global GUTS" gesucht. Ich hatte allerdings erst abends Zeit und als ich dort auftauchte, war das Casting schon vorbei und die zuständige Redakteurin Gaby Justen nicht mehr da. Weil ich aber unbedingt Moderator werden wollte, habe ich nach ihrer Telefonnummer gefragt und sie dann angerufen. Sie sagte: Ja, das Casting war heute, worauf ich erwiderte: Sie müssen mich aber noch kennenlernen, weil ich glaube, dass ich der Richtige bin! Darauf ließ sie sich ein und lud mich nach Köln zu sich nach Hause ein. Also fuhr ich an einem Freitagnachmittag mitsamt meinen Demotapes zu ihr. Als sie die Tür öffnete, sagte sie: Das gibt's ja gar nicht: Du siehst aus wie Mike O'Malley, der 'Global GUTS'-Moderator aus den USA!

Der perfekte erste Eindruck, könnte man sagen!

Ralf Kühler: Absolut! Dann erklärte sie mir die Einzelheiten. Sie suchte jemanden, der nach Orlando in die USA reist, um dort "Global GUTS" für Deutschland zu moderieren. Daraufhin gab ich bei ihr zu Hause ein paar Anmoderationen zum Besten - und am Montag rief sie bei mir an und teilte mir mit, dass sie die Sendung gerne mit mir machen möchte! Sie sagte aber auch direkt dazu: Wir müssten schon nächste Woche nach Orlando fliegen - und dann für sechs bis acht Wochen dort bleiben. Ich erwiderte direkt: Alles klar, wird gemacht!, denn das war natürlich das Größte für mich! Ich war frei und ungebunden, beantragte ein Visum und unterzeichnete meinen ersten Vertrag mit Ravensburger Spiele, die damals Teilhaber von Nickelodeon waren. Ich packte meine Koffer - und dann ging es ab in die USA!

Ralf Kühler vor den Nickelodeon Studios in Orlando, Florida
Ralf Kühler vor den Nickelodeon Studios in Orlando, Florida Ralf Kühler

Das klingt wirklich aufregend! "Global GUTS" war eine Action-Gameshow, eine Art  "American Gladiators" mit Kindern aus allen möglichen Ländern. Wie wurde diese Sendung damals überhaupt gedreht?

Ralf Kühler: Das Konzept sah vor, dass möglichst jedes Teilnehmerland einen eigenen Moderator für die jeweilige Länderfassung hinschickt. Insgesamt waren wir dann acht Moderatoren. Die teilnehmenden Kinder wurden in den Schulferien aus allen Ländern für sechs Wochen eingeflogen. Das war insgesamt echt gut organisiert: Es fanden jeweils an einem Tag bestimmte Spiele in der Arena statt. Wir Moderatoren saßen in der Sprecherkabine und haben die Spiele für unser jeweiliges Land kommentiert. Die Anmoderationen und die Interviews mit den Kandidaten haben wir immer einen Tag später gedreht - im Fernsehen sollte es so wirken, als würden wir direkt nach der Spielrunde mit ihnen sprechen. Und wenn es dann hieß And now: one hour Germany!, war dies das Signal für mich, dass ich eine Stunde lang Zeit hatte, um die Anmoderationen in der Arena zu drehen. Alle 20 Minuten wurde außerdem das Publikum ausgetauscht - denn "Global GUTS" war Teil der Nickelodeon-Studiotour in den Universal Studios. An einem Samstag durfte ich dann für einen Trailerdreh selbst den riesigen Berg der Endrunde, den Mega Crag, erklimmen. Das Verrückteste war aber: Wir Moderatoren mussten sechs Wochen lang immer die gleichen Klamotten tragen! Ich bekam von der Produktion fünf Mal das gleiche "Global GUTS"-Shirt, die gleiche Jeans und die gleichen Sneaker gestellt. Das Shirt habe ich heute noch. Und mit Mike O'Malley habe ich vor einem Jahr über Facebook nach langer Zeit wieder Kontakt aufgenommen.

Trailer zu "Global GUTS" (ab 0:26)

Wann wurde "Global GUTS" überhaupt produziert? Gab es den Sender Nickelodeon zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon in Deutschland?

Ralf Kühler: Nein, das war 1995 noch vor dem Sendestart - und deshalb kam ich auch in Erklärungsnöte. Wenn mich jemand gefragt hatte: Was machst du denn in den USA?, und ich dann antwortete: Ich mache eine Art 'American Gladiators' mit Kindern für Nickelodeon, konnte natürlich keiner etwas damit anfangen. Aber die Zeit in Orlando war der absolute Wahnsinn: Jeder von uns durfte in einer Wohnung in einer Doppelhaushälfte wohnen, jeder bekam einen weißen Ford Explorer mit Namen und Landesfahne vorne drauf gestellt, es gab Pools, Tennisplätze und wir hatten eigene Büros. Ich war absolut geplättet davon. Gerade aus heutiger Sicht war das einfach unfassbar und das Größte, was ich beruflich je erlebt habe!

Und wie ging es dann nach "Global GUTS" für dich weiter?

Ralf Kühler: Am Tag des Rückflugs aus den USA wurde mir angeboten, auch die Live-Sendungen bei Nickelodeon zu moderieren, weil sie von meiner Moderation bei "Global GUTS" so begeistert waren. Das war für mich natürlich eine Reizüberflutung ohne Ende, dass ich nach den acht Wochen in den USA direkt einen Vertrag für eine tägliche Live-Sendung bei Nickelodeon in der Hand hatte! Kurz nach meiner Rückkehr nach Deutschland ging es dann auch schon los im legendären Studio am Rheinhafen (Zollhof 11) in Düsseldorf. Neben meiner Wenigkeit gehörten Ute Soldierer und Matthias Keller am Anfang zum Moderatorenteam. Etwas später kamen dann noch Kerstin Kramer, Patrick dé Dragu und Nina Buttkereit dazu.

Ich erinnere mich sehr gut an diese Zeit, da ich viele Nachmittage vor dem Fernseher mit euch verbracht habe.

Ralf Kühler: Natürlich, anstatt Hausaufgaben zu machen, hast du Nickelodeon geguckt. So gehörte sich das auch (lacht)!

Auf der nächsten Seite erläutert Ralf Kühler, wie intensiv und verantwortungsvoll die Live-Sendungen von Nickelodeon vorbereitet wurden und wie das Arbeitsklima beim Sender war.


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