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"Babylon Berlin": So endet die Erfolgsserie nach fünf Staffeln

von Vera Tidona
(01.10.2026)
Recap zur finalen Staffel um Gereon Rath und Charlotte Ritter
"Babylon Berlin" ging mit der fünften Staffel zu Ende.
X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film

Charlotte Ritter und Kommissar Böhm ermitteln unterdessen während Gereons Abwesenheit heimlich weiter und bringen sich selbst ebenso in ernste Gefahr. Sie müssen mitansehen, wie die SA politische Gegner verhaftet und verschleppt. Dabei machen sie auch vor der Roten Burg nicht halt, die inzwischen auf Befehl des Regierungsrates mit zahlreichen bewaffneten SA-Männern durchsetzt wird. Während ihre Kollegen um sie herum schikaniert und für ungerechtfertigte Verhaftungen missbraucht werden, fügt sich ihr Vorgesetzter Ernst "Buddha" Gennat (Udo Samel) als Chef der Mordkommission erschreckend eingeschüchtert den Befehlen, auch wenn er dabei seine Kollegen ans Messer liefert.

Auch der Journalist Samuel Katelbach (Karl Markovics) und Publizist Heymann (Martin Wuttke) werden auf offener Straße von der SA verhaftet und verschleppt. Ihr gemeinsamer Versuch, mit tatkräftiger Unterstützung der mutigen Zimmerwirtin und inzwischen Katelbachs Geliebten Elisabeth Behnke (Fritzi Haberlandt) die zutiefst zerstrittenen politischen Gegner der NSDAP doch noch zusammenzubringen, scheitert. Bei dem Gefangenentransport wagen die beiden einen Fluchtversuch, doch der endet für Samuel Katelbach tödlich. Zurück bleibt eine verzweifelte Elisabeth Behnke, die sich am Ende aufmacht, um Berlin und Deutschland den Rücken zu kehren.

X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/WDR/SWR/HR/Radio Bremen/Beta Film

Attentat auf Hitler

Gereon Rath, gezeichnet von den dramatischen Ereignissen, ist inzwischen wieder zurück bei Charlotte Ritter. Während sich Charlotte, irritiert von seinen vielen Geheimnissen, auf die sie während seines Verschwindens gekommen ist, aus der Beziehung zurückzieht, trifft Gereon eine folgenschwere Entscheidung, die seine Beziehung zu Charlotte Ritter aufs Spiel setzt.

Gemeinsam mit dem Armenier Edgar Kasabian (Mišel Matičević) und weiteren Gefolgsleuten treibt er die Pläne für ein Attentat auf Hitler voran. Während auf Schloss Lieberberg Alfred Nyssen (Lars Eidinger) nebst seiner Gattin Helga (Hannah Herzsprung) den Kanzler Adolf Hitler und weitere hochrangige Gäste aus Politik und Wirtschaft empfängt, soll eine Bombe explodieren - doch der Attentatsversuch scheitert. Denn kurz davor erhält Hitler die Nachricht von dem Reichstagsbrand und verlässt mit seiner Entourage das Dinner.

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Am Ende bleibt ein verzweifelter Alfred Nyssen allein am Tisch zurück, der noch einmal im Geiste das Gespräch mit seiner verstorbenen Mutter (Marie Anne Fliegel) sucht. Als er den Zünder des Sprengsatzes entdeckt, bleibt er trotzdem sitzen - als die Bombe explodiert.

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Der Reichstagsbrand

Als auf Schloss Lieberberg der Anschlag auf Adolf Hitler scheitert, ist in Berlin bereits eine Entscheidung von größter politischer Tragweite gefallen. Der Brand des Reichstags wird von den Nationalsozialisten als willkommener Akt genutzt, die demokratischen Grundrechte des Landes und dessen Bevölkerung abzuschaffen und die Verfolgung ihrer politischen Gegner massiv voranzutreiben. Der Weg zur Machtübernahme von Adolf Hitler ist geebnet.

Für den Brand verantwortlich gemacht wird der Niederländer Marinus van der Lubbe (Tobias Kersloot), der zuvor bei den Kommunisten um Gehör bat, aber rüde abgelehnt wurde. Stattdessen wird er von den Nationalsozialisten ausgenutzt und zum Reichstagsbrand bestärkt. Marinus van der Lubbe soll schließlich als kommunistischer Täter überführt werden und damit das Feindbild liefern, das die neuen Machthaber für die Umgestaltung des Landes benötigen.

Historisch ist dieser dargestellte Ablauf jedoch bis heute nicht gänzlich bewiesen. Marinus van der Lubbe wurde tatsächlich am Abend des 27. Februar 1933 im brennenden Reichstag als Brandstifter festgenommen. Ob er jedoch allein handelte oder ob weitere Täter beteiligt waren, gehört bis heute zu den besonders umstrittenen Fragen rund um den Reichstagsbrand.

X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/WDR/SWR/HR/Radio Bremen/Beta Film

Was wird aus Gereon und Charlotte?

Als Gereon seine Geliebte Charlotte in seine Attentatspläne einweiht, sieht diese eine Grenze überschritten, die sich zuvor schon abgezeichnet hatte. Mit seinen Heimlichkeiten und Lügen bröckelte es bereits in der Beziehung, die sich seit Beginn der Serie entwickelte. Doch nun geht er zu weit. Denn zum Widerstand ist sie bereit, aber zu einem Mord nicht.

Am Ende verlässt Charlotte ihn und flieht gemeinsam mit ihrem Freund und Kollegen Reinhold Gräf (Christian Friedel) in die Schweiz. Damit lässt sie auch ihre geliebte Stadt Berlin und ihre hart erkämpfte Karriere als Kommissarin hinter sich. Gereon bleibt unterdessen in Berlin und schreibt am Ende seiner Charlotte einen Brief, in dem er sich für die gemeinsame Zeit bedankt. Wie jedoch sein Schicksal im Nazi-Deutschland aussehen wird, lassen die Autoren unbeantwortet.

Am Ende wirft die Serie einen mahnenden Blick auf die düstere Zukunft des Landes und zeigt ein zerstörtes Berlin, das am Ende des Zweiten Weltkriegs steht.

X Filme Creative Pool/ARD Degeto Film/WDR/SWR/HR/Radio Bremen/Beta Film

Historischer Kontext zur Serie sorgt besonders zum Finale für Kritik

Bereits von Anfang an ging die Serie im Vergleich zur Romanvorlage eigene Wege, was auch für die finale Staffel gilt, die mit der Vorlage nur noch wenig gemein hat - bis auf die historischen Ereignisse um den Machtanspruch von Kanzler Adolf Hitler und den Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. auf den 28. Februar 1933, die den Nationalsozialisten als Vorwand zur Errichtung ihrer Diktatur dienten.

Während die ersten vier Staffeln der Dramaserie die historischen Ereignisse, die vielfach eher im Hintergrund als Rahmenhandlung dienen, noch teils detailgetreu nachstellen, so sorgt doch die künstlerische Freiheit der Autoren bei der Handlung rund um Adolf Hitler und den Reichstagsbrand am Ende der Serie für Kritik. Auch der Buchautor Volker Kutscher selbst meldete sich zu Wort und übte harsche Kritik an den Serienmachern.

Die letzte Staffel von "Babylon Berlin" verbindet den Reichstagsbrand mit einem Komplott um die angebliche Krankenakte Hitlers. Das geht zu weit, findet Volker Kutscher, der Autor der Romanvorlagen zu der Serie, in einem Interview mit der F.A.Z.:

Es ist ja nicht einmal erwiesen, ob es Hitlers Krankenakte wirklich gegeben hat. Und selbst wenn: Hätte man die Nazis stoppen können, wenn man sie veröffentlicht hätte? Wenn die Serie das mit solcher erzählerischen Wucht behauptet und am Ende noch den Eindruck erweckt, genauso sei es gewesen, dann halte ich das für gefährlich. Ebenso, wie dort die Hintergründe des Reichstagsbrands geschildert werden. Die Serie tut so, als wüsste sie, wie es wirklich gewesen ist.

Seiner Meinung nach gehe die Serie einen Schritt zu weit, wenn sie mit fiktionalen Charakteren zu erklären versuche, wie die Nazis an die Macht kommen konnten:

Ich finde, wenn es darum geht, wie die erste deutsche Demokratie zerstört worden ist, sollte man sich mit Behauptungen zurückhalten, die letztlich auf Verschwörungstheorien beruhen. Da macht man es sich zu einfach.

Und er ergänzt:

Wichtige Ereignisse so zu drehen und auf einen kurzen Zeitraum zusammenzuziehen, geht auf Kosten der historischen Akkuratesse. [...] Das ist ja genau die Gefahr, dass Fiktion mit Geschichte verwechselt wird.


 

Über die Autorin

  • Vera Tidona
Vera Tidona hat schon früh ihre Begeisterung für Serien und Filme entdeckt. Aufgewachsen mit dem Sommerferienprogramm mit Anke Engelke und Klassikern wie "Die Bären sind los", "Fünf Freunde" und die Astrid Lindgren-Serien, durften sonntags "Löwenzahn" und "Die Sendung mit der Maus" nicht fehlen. Auch TV-Shows wie "Dalli Dalli" und "Wetten dass.. ?" prägten schon früh die Fernsehgewohnheiten. Mittlerweile haben neben Klassikern "Detektiv Rockford", "Columbo", "Magnum" (nur mit dem einzigartigen Tom Selleck!), auch großartige Serien wie "Games of Thrones", "Stranger Things" und "The Witcher" sowie nordische Thriller bis hin zu britischen Krimis die Liste der Lieblingsserien bereichert. Seit Frühjahr 2020 ist sie für die Redaktion von TV Wunschliste tätig und schreibt News und Specials im nationalen und internationalen Bereich.

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Leserkommentare

  • Kaschi schrieb via tvforen.de am 01.10.2026, 17.06 Uhr:
    Ich fand es oft schwierig, der Handlung zu folgen bei dem Genuschel/Geflüster. Gucke mir jetzt die komplette Serie per Mediathek an, weil ich da ggf. zurückspulen kann.