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Ach, du fröhliche

Ach, du fröhliche

DDR, 1962
Ach, du fröhliche
Bild: mdr
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Filminfos

Die Ankündigung der 18-jährigen Anne, dass es Familiennachwuchs geben wird, bringt den Weihnachtsabend der Dresdner Familie Lörke gründlich durcheinander. Sie präsentiert zudem mit Thomas einen aufmüpfigen Schwiegersohn, der von der Arbeiter- und Bauernmacht nichts hält. Vater Lörke ist empört. Ein Jahr harter Arbeit liegt hinter dem Arbeitsdirektor Walter Lörke (Erwin Geschonneck). Seine letzte "gesellschaftliche Tätigkeit" ist die Rolle des Weihnachtsmannes bei der Kinderweihnachtsfeier seines Betriebes. Dann fährt er nach Hause, um im trauten Familienkreis das Fest der Liebe in Ruhe und Frieden zu feiern. Doch seine beiden Kinder Anne (Karin Schröder) und Karl (Günter Junghans) haben offenbar eine etwas abwegige Vorstellung vom "Fest der Liebe". Denn statt die müden Beine unter dem festlichen Weihnachtstisch ausstrecken zu können, rennt Vater Lörke Stunden später durch die Winternacht, um sich Klarheit über seinen potenziellen Schwiegersohn Thomas Ostermann (Arno Wyzniewski) zu verschaffen. Derselbe steht zwar positiv zu Fragen der Liebe und des Bevölkerungszuwachses, aber seine Haltung zum "Arbeiter-und-Bauern-Staat" ist negativ. Auf solch einen Familienzuwachs will Genosse Lörke liebend gern verzichten. Er steht hinter diesem Staat, für den er gekämpft hat und scheint die Wahrheit über das Leben gepachtet zu haben. Aber nun ist er irritiert. Er läuft durch den Weihnachtsabend und sucht Thomas' Vater (Herwart Grosse) auf und die Lehrerin (Karla Runkehl), die dafür verantwortlich ist, das Thomas nicht studieren darf, um herauszufinden, was ihm widerfahren ist. Ein DEFA-Jugendfilm, der in der Zeit zwischen Mauerbau und dem berüchtigtem 11. Plenum des Zentralkomitees der SED 1965, in dessen Folge zwölf DEFA-Filme verboten wurden, entstand - und wahrscheinlich nur so entstehen konnte. Es ist die Zeit, wo ehrlicher und genauer über die inneren Zustände in der DDR erzählt werden konnte. So wird in Günter Reischs Film nach einem Drehbuch von Hermann Kant (das wiederum auf einem tschechischen Theaterstück basiert) zum ersten Mal ein junger Mann ernst genommen, der in der DDR politisch schlechte Erfahrungen gemacht hat und sich entsprechend kritisch gegenüber dem Staat verhält. Gleichzeitig wird ein differenziertes Figurenensemble von Mitläufern und Jasagern gezeichnet und der Generationskonflikt zwischen den "alten Genossen" und der jungen Generation thematisiert. Beides verblüfft im Nachhinein in seiner politischen Direktheit. Sehenswert ist der Film auch wegen seiner hervorragenden Darsteller: Erwin Geschonneck, Mathilde Danegger, Marianne Wünscher, Arno Wyzniewski sind u.a. mit von der weihnachtlichen Partie. Am kommenden Mittwoch, dem 17.12./12:30 Uhr, folgt die Fortsetzung "Wie die Alten sungen".
(mdr)
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