Bilquis: Die Königin von Saba aus arabischer Sicht Der Koran berichtet in der Sure „Die Ameise“, König Salomon habe von einem Wiedehopf erfahren, dass die Untertanen der Königin von Saba sich vor der Sonne verneigten. Ein Imam und mehrere arabische Historiker erzählen von der Begegnung der Königin von Saba mit Salomon und ihrer Bekehrung zum Glauben an einen einzigen Gott. Doch was erinnert heute noch an die Königin, die von den Arabern Bilquis genannt wird? Lassen sich in der sich endlos ausdehnenden Wüste noch Zeugnisse ihrer Herrschaft finden? Was bergen die Städte, die sich so wenig verändert haben, dass man sich um Jahrhunderte zurückversetzt glaubt? Die Königin von Saba in Jerusalem In Israel wird die Geschichte der Königin von Saba anders erzählt, denn die Hauptfigur ist König Salomon. Die Begegnung zwischen den beiden Herrschern soll in Jerusalem am Fuß von Salomos Tempel stattgefunden haben. Rabbi Mordechai erzählt sie in der im Buch Esther überlieferten Version. Die Königin reiste an, um König Salomon mit Rätseln zu prüfen. Die Fallen, die sie ihm dabei stellte, erkannte er jedoch alle. Die Königin von Saba war so sehr von Salomons Weisheit beeindruckt, dass sie sich zu dessen Glauben bekehrte. Die Königin von Saba aus der Sicht der Äthiopier: Makeda Die Geschichte der Königin von Saba gehört zu den Gründungsmythen der koptischen Kirche Äthiopiens. Wie die Jemeniten, sind die Äthiopier davon überzeugt, die Königin sei in ihrem Land geboren und gestorben. Die Königin reiste zu König Salomon und wurde von diesem verführt. Bei ihrer Rückkehr gebar sie ihren Sohn Menelik, den Stammvater der Herrscherdynastie Äthiopiens, die vor einigen Jahren mit dem Tod des früheren Kaisers Haile Selassie ausstarb. Makédas Reise wird an Hand von alten Illustrationen nacherzählt. Die Geschichte wurde von den Schriftgelehrten am Hofe des Königs in allen Einzelheiten im „Kebra Nagast-Epos, dem Buch „Von der Herrlichkeit der Könige“, festgehalten. Die Historiker Tadesses Tamrat und Richard Pankhurst stellen es vor.
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