Als er 2011, in einem der größten Kunstfälscher-Prozesse der Welt, wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs zu sechs Jahren Haft verurteilt wird, gibt es jedoch keinen Grund wirklich aufzuatmen, da Beltracchi bis dahin nur 14 Fälschungen nachgewiesen werden. Schätzungsweise 230 seiner handwerklich eindrucksvollen Kopien befinden sich bis heute weiterhin im Umlauf. Ermittler gehen dabei von einem Betrugsgewinn von insgesamt 20 bis 50 Millionen Euro aus. Der Dokumentarfilm beleuchtet Leben und Werk des womöglich größten deutschen Kunstfälschers aller Zeiten. Arne Birkenstock, der Sohn des Verteidigers von Wolfgang Beltracchi, kommt dem handwerklich hochbegabten Kunstfälscher in seinem Film oft erstaunlich nah und lässt ihm dabei auch selbst zu Wort zu kommen. Beltracchi, der bis heute keine moralische Einsicht zeigt, gibt dabei freimütig preis, wie er Leinwände vom Flohmarkt in "alte Meisterwerke" verwandelt und lässt sich ungeniert in seinen - mittlerweile zwangsversteigerten - Villen in Frankreich und Freiburg bei der Arbeit filmen. Beltracchi selbst sieht sich dabei als eine Art "Robin Hood" der Kunstwelt. Unterdessen gehen Ermittler jedoch heute davon aus, dass der Fälscher knapp 20 Millionen Euro heimlich zur Seite geschafft hat. Während einige Beobachter Beltracchis Werk als amüsantes Husarenstück ansehen, das den ausufernden Kunstmarkt gekonnt in seine Schrecken verwiesen hat, sind andere vollkommen entsetzt, da Beltracchi die Kunst ungehemmt ihrer Essenz beraubt hat - der Wahrhaftigkeit, die immer entkoppelt von den Wirtschaftsmechanismen eines spekulativen Kunstmarkes betrachtet werden sollte.
(GEO Television)
Länge: ca. 108 min.
Deutscher Kinostart: 06.03.2014
Deutsche TV-Premiere: 20.07.2015 (GEO Television)
Cast & Crew
- Regie: Arne Birkenstock
- Drehbuch: Arne Birkenstock
- Produktion: Arne Birkenstock, Thomas Springer, Helmut Weber, Tradewind Pictures, Senator Film Produktion, Global Screen
- Produktionsfirma: Fruitmarket Kultur und Medien, Telepool
- Musik: Dürbeck & Dohmen
- Kamera: Marcus Winterbauer
- Ton: Ludwig Bestehorn, Wilmont Schulze, Patrick Veigel, Klaus Waßen-Floren, Malte Zurbonsen