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Molotow - Der Mann hinter Stalin

D, 2010
Molotow - Der Mann hinter Stalin
Bild: arte
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Filminfos

Deutsche Erstausstrahlung: 15.12.2010 (arte)
Eigentlich hieß er Skrjabin. Aber so, wie sich Dschugaschwili "Stalin" nannte, der Stählerne, so nannte er sich "Molotow", der Hammer. Beide wollten mit ihren Kampfnamen nahe heran an die Arbeiter, und sie würden sich doch weit von ihnen entfernen. In den Namen lag schon alles verborgen: die Härte, die Gewalt, die Unerbittlichkeit, der gnadenlose Terror des Systems. Molotow war der Mann neben und hinter Stalin, und er blieb eine Zeit lang sogar noch mächtig, als Stalin bereits tot war. Er war hartnäckig, direkt, schlagfertig und listig. Nach Außen hin zeigte er sich stets korrekt, freundlich und mit guten Umgangsformen. In den Zeiten der Säuberungen, Geheimprozesse und Massenerschießungen - vor allem 1937 - wurde er der "Buchhalter des Schreckens" genannt: Er hinterließ Listen mit nahezu 40.000 unterschriebenen Todesurteilen. Kühle Bilanz: "Unsere Fehler, auch die schwersten, waren gerechtfertigt." Ab 1930 ist er Ministerpräsident der Sowjetunion, er bleibt dies elf Jahre lang. Später wird er Außenminister. Er verhandelt mit Hitler und von Ribbentrop, mit Roosevelt und Churchill und mit dem japanischen Außenminister. Er wird während des Zweiten Weltkrieges zum Vermittler zwischen Moskau und den anderen Alliierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er zum "Vater" jener Stalin-Note, die den Westen zum Friedensvertrag mit Deutschland drängen soll. Molotows Frau Polina war im Zweiten Weltkrieg führendes Mitglied des Jüdischen Antifaschistischen Komitees. Nach dem Krieg zog sie den Unwillen Stalins auf sich, wurde wegen "fortgesetzten Kontakts zu jüdischen Nationalisten" zu fünf Jahren Verbannung verurteilt. Molotow nahm dies mehr oder weniger schweigend hin. Was sie rettete, war Stalins Tod, nicht die Einflussmöglichkeit ihres Mannes. Er hatte sich zur Scheidung zwingen lassen. Vom Zweiten Weltkrieg in den Kalten Krieg - Molotows Leben ist ein Schlüssel zum Verständnis eines Prozesses, der später das Gleichgewicht des Schreckens genannt wird. Nach dem Tod Stalins hatte er zunächst politisch die Abrechnungs- und Korrekturwellen in der kommunistischen Partei überstanden, dann aber folgt sein unweigerlicher Abstieg in mehreren Etappen. Der Dokumentarfilm ist eine gleichnishafte Studie über Aufstieg und Fall eines Prototyps. Voller böser, irrwitziger, traurig-komischer Geschichten ist diese sowjetische Biografie. Das Privateste aus dem innersten Zirkel des Kremls ist eingebunden in die großen Ereignisse der Politik.
(arte)

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