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Nur ein "kleiner Unterschied"?

Die Entdeckung der GendermedizinD, 2023

BR/Bilderfest GmbH/David da Cruz
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Filminfos

Was es bedeuten kann, als Frau wie eine Art "kleinerer, leichterer Mann" behandelt zu werden, musste Steffi Platt aus Berlin am eigenen Leib erfahren. Sie war Leistungssportlerin, mit Medaillen ausgezeichnet. Doch schon kurz nach dem Ende ihrer Profi-Karriere erlitt sie einen sogenannten Ermüdungsbruch im Kreuzbein. Durch jahrelanges Training ohne Berücksichtigung der speziellen weiblichen Physis, hatte ihre Knochenstabilität schwer gelitten. Ein Krankheitsbild, das vor allem weibliche Sportlerinnen betrifft und female athlete triad genannt wird. Zyklusunregelmäßigkeiten oder das komplette Ausbleiben der Menstruation sind Warnsignale dafür.
Die Sportwelt orientiert sich bisher weitgehend am Maßstab des männlichen Körpers, das hormonelle Auf und Ab des weiblichen Zyklus gilt eher als Störfaktor. Ähnliche Erfahrungen wie die Sportlerin Steffi Platt machen Frauen auch als Patientinnen: Die Medizin hat sich ebenfalls jahrzehntelang vor allem am "Modell Mann" orientiert. Das fiel lange niemandem auf, bis Forscherinnen wie die Innsbrucker Kardiologin Margarethe Hochleitner sich fragten, warum auf der kardiologischen Intensivstation nur männliche Patienten behandelt wurden - obwohl die Statistik sogar mehr Todesopfer unter den Herzpatientinnen verzeichnete. Dass Frauen oft andere Symptome zeigen als männliche Patienten, ist inzwischen in den Notfallstationen angekommen. Mittlerweile haben Gendermedizinerinnen und Gendermediziner zahlreiche Hinweise zusammengetragen, die auf Unterschiede bei den verschiedensten Krankheitsbildern hindeuten. Sie erforschen beispielsweise Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebserkrankungen, Infektionskrankheiten.
Es gibt kaum eine Disziplin, bei der der Geschlechtsunterschied keine Rolle spielt. Gendermedizinerinnen untersuchen, warum Diabetes-Patientinnen ein höheres Risiko haben, einen Herzinfarkt zu erleiden, als männliche Diabetiker. Weshalb Frauen weniger Gewicht durch Sportprogramme verlieren als Männer. Wie könnte man die Therapien verändern, um Patientinnen besser zu stellen? Wie beeinflussen die weiblichen Geschlechtshormone den Fettstoffwechsel, die Insulinausschüttung, die Dosierung von Blutdruckmedikamenten oder die Effektivität von Krebsmedikamenten? Zu allen diesen Fragen gibt es überraschende Antworten und Hinweise, ein enormes Potenzial für die Personalisierung von medizinischen Therapien. In der Praxis sind diese Erkenntnisse noch lange nicht angekommen, denn geschlechtsspezifische Forschung ist teuer. Die Grundlagenforschung begnügt sich noch heute oft mit der Forschung an männlichen Mäusen und in der klinischen Praxis fehlen große, teure Studien, die die Hinweise mit wissenschaftlicher Evidenz unterfüttern.
Doch in der Medizin wie im Sport steigt die Aufmerksamkeit für das Thema: Patientinnen und Sportlerinnen geben sich nicht länger damit zufrieden, bei Behandlung oder Training nur die zweite Geige zu spielen. Da auch Männer von der neuen, geschlechts-sensiblen Behandlung profitieren könnten, ist die Gendermedizin längst raus aus der feministischen Ecke und auf dem Weg in die personalisierte Medizin, von der alle Individuen, männlich, weiblich, und divers profitieren werden. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.
(hr-fernsehen)
Daten
Länge: ca. 45 min.
Deutsche TV-PremiereMo, 27.02.2023 (Das Erste)
Originalsprache:Deutsch
Kostenlose Start- und Streambenachrichtigung:
Cast & Crew

im Fernsehen

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  • Ausgestattet mit Maske und Laser-Schutzbrille für Untersuchungen zum Fettgewebe im Muskel arbeitet Susanna Hofmann (Helmholtz Munich), mit Wissenschaftlern der TUM zusammen.
    Ausgestattet mit Maske und Laser-Schutzbrille für Untersuchungen zum Fettgewebe im Muskel arbeitet Susanna Hofmann (Helmholtz Munich), mit Wissenschaftlern der TUM zusammen.
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken / BR, Bilderfest GmbH
  • Von links: Läuferin Steffi Platt und Sportmedizinerin Claudia Römer engagieren sich für mehr Sensibilisierung für das „RED S“-Syndrom bei Frauen im Leistungssport und im ambitionierten Hobbysport.
    Von links: Läuferin Steffi Platt und Sportmedizinerin Claudia Römer engagieren sich für mehr Sensibilisierung für das „RED S“-Syndrom bei Frauen im Leistungssport und im ambitionierten Hobbysport.
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken / BR, Bilderfest GmbH
  • Dreharbeiten für die Doku Gendermedizin im Forschungslabor von Susanna Hofmann (Helmholtz Munich).
    Dreharbeiten für die Doku Gendermedizin im Forschungslabor von Susanna Hofmann (Helmholtz Munich).
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken / BR/Bilderfest GmbH
  • Alexandra Kautzky-Willer, Gendermedizinerin und Endokrinologin, kritisiert, viele Ärzte beschäftigen sich zu wenig mit dem Zusammenhang von weiblichen Hormonen und Zuckerstoffwechsel.
    Alexandra Kautzky-Willer, Gendermedizinerin und Endokrinologin, kritisiert, viele Ärzte beschäftigen sich zu wenig mit dem Zusammenhang von weiblichen Hormonen und Zuckerstoffwechsel.
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken / BR
  • Läuferin Steffi Platt (rechts) vom Verein „Fierce Run Force“ wird mit einer  mobilen Kamera für Dreharbeiten in Berlin ausgerüstet.
    Läuferin Steffi Platt (rechts) vom Verein „Fierce Run Force“ wird mit einer mobilen Kamera für Dreharbeiten in Berlin ausgerüstet.
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken / BR, Bilderfest GmbH
  • Mit lasergestützter Technologie werden Fettzellen im Muskel aufgespürt: Susanna Hofmann vom Helmholtz Institut arbeitet dafür mit Wissenschaftler:innen von der TUM zusammen.
    Mit lasergestützter Technologie werden Fettzellen im Muskel aufgespürt: Susanna Hofmann vom Helmholtz Institut arbeitet dafür mit Wissenschaftler:innen von der TUM zusammen.
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken / BR / Bilderfest GmbH
  • Läuferin Steffi Platt, Gründerin von „Fierce Run Force“, bei Dreharbeiten in ihrer Berliner Wohnung.
    Läuferin Steffi Platt, Gründerin von „Fierce Run Force“, bei Dreharbeiten in ihrer Berliner Wohnung.
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken / BR/Bilderfest GmbH
  • Läuferin Steffi Platt beim Fitness-Test in der sportmedizinischen Abteilung der Charité, Berlin.
    Läuferin Steffi Platt beim Fitness-Test in der sportmedizinischen Abteilung der Charité, Berlin.
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken / BR / Bilderfest GmbH
  • Läuferin Steffi Platt und Sportmedizinerin Claudia Römer beim Fitness-Test in der sportmedizinischen Abteilung der Charité, Berlin.
    Läuferin Steffi Platt und Sportmedizinerin Claudia Römer beim Fitness-Test in der sportmedizinischen Abteilung der Charité, Berlin.
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken / BR
  • Alexandra Kautzky-Willer, Gendermedizinerin und Endokrinologin, hat sich auf Zusammenhänge zwischen Geschlechtshormonen und Zuckerstoffwechsel spezialisiert.
    Alexandra Kautzky-Willer, Gendermedizinerin und Endokrinologin, hat sich auf Zusammenhänge zwischen Geschlechtshormonen und Zuckerstoffwechsel spezialisiert.
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken
  • Ober√§rztin Bettina Preisach hat sich auf Herzinsuffizienz spezialisiert und behandelt im Krankenhaus Harlaching viele Patient:innen, die am sogenannten ‚Äûsteifen Herz‚Äú leiden.
    Oberärztin Bettina Preisach hat sich auf Herzinsuffizienz spezialisiert und behandelt im Krankenhaus Harlaching viele Patient:innen, die am sogenannten „steifen Herz“ leiden.
    Bild: © Isabel Hertweck-Stücken / BR
  • Christoph Dodt, Chef der Notfallmedizin am Klinikum Bogenhausen, will sein Personal für Gendermedizin sensibilisieren.
    Christoph Dodt, Chef der Notfallmedizin am Klinikum Bogenhausen, will sein Personal für Gendermedizin sensibilisieren.
    Bild: © Olaf Bitterhoff
  • Wissenschaftlerinnen des Helmholtz Instituts und der TU München bei einer laser-gestützten Untersuchung von menschlichem Fettgewebe in der Muskulatur.
    Wissenschaftlerinnen des Helmholtz Instituts und der TU München bei einer laser-gestützten Untersuchung von menschlichem Fettgewebe in der Muskulatur.
    Bild: © Olaf Bitterhoff / BR, Bilderfest GmbH
  • Susanna Hofmann, Gendermedizinerin und Grundlagenforscherin am Helmholtz Munich erforscht den Einfluss von Lebensstilfaktoren, wie Sport, auf chronische Erkrankungen bei Frauen.
    Susanna Hofmann, Gendermedizinerin und Grundlagenforscherin am Helmholtz Munich erforscht den Einfluss von Lebensstilfaktoren, wie Sport, auf chronische Erkrankungen bei Frauen.
    Bild: © Olaf Bitterhoff / BR, Bilderfest GmbH
  • Alexandra Kautzky-Willer, Gendermedizinerin aus Wien, kommentiert unrealistische Körperbilder in der Populärkultur.
    Alexandra Kautzky-Willer, Gendermedizinerin aus Wien, kommentiert unrealistische Körperbilder in der Populärkultur.
    Bild: © Olaf Bitterhoff
  • Anmischen von Krebsmedikamenten unter hohen sicherheitstechnischen Anforderungen in der Krankenhausapotheke der München Klinik.
    Anmischen von Krebsmedikamenten unter hohen sicherheitstechnischen Anforderungen in der Krankenhausapotheke der München Klinik.
    Bild: © Olaf Bitterhoff
  • Patientinnen und Sportlerinnen geben sich nicht länger damit zufrieden, bei Behandlung oder Training nur die zweite Geige zu spielen. Da auch Männer von der neuen, geschlechts-sensiblen Behandlung profitieren könnten, ist die Gendermedizin längst raus aus der feministischen Ecke und auf dem Weg in die personalisierte Medizin, von der alle Individuen, männlich, weiblich, und divers profitieren werden. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.
    Patientinnen und Sportlerinnen geben sich nicht länger damit zufrieden, bei Behandlung oder Training nur die zweite Geige zu spielen. Da auch Männer von der neuen, geschlechts-sensiblen Behandlung profitieren könnten, ist die Gendermedizin längst raus aus der feministischen Ecke und auf dem Weg in die personalisierte Medizin, von der alle Individuen, männlich, weiblich, und divers profitieren werden. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg.
    Bild: © David da Cruz / BR, Bilderfest GmbH
  • Claudia Römer, Sportmedizinerin an der Charité Berlin, warnt vor negativen Folgen des RED-S Syndroms bei Sportler:innen.
    Claudia Römer, Sportmedizinerin an der Charité Berlin, warnt vor negativen Folgen des RED-S Syndroms bei Sportler:innen.
    Bild: © Katja Felger / BR, Bilderfest GmbH
  • Patientinnen und Sportlerinnen geben sich nicht länger damit zufrieden, bei Behandlung oder Training nur die zweite Geige zu spielen. Da auch Männer von der neuen, geschlechts-sensiblen Behandlung profitieren könnten, ist die Gendermedizin längst raus aus der feministischen Ecke und auf dem Weg in die personalisierte Medizin, von der alle Individuen, männlich, weiblich und divers, profitieren werden. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Weiteres Bildmaterial finden Sie unter www.br-foto.de.
    Patientinnen und Sportlerinnen geben sich nicht länger damit zufrieden, bei Behandlung oder Training nur die zweite Geige zu spielen. Da auch Männer von der neuen, geschlechts-sensiblen Behandlung profitieren könnten, ist die Gendermedizin längst raus aus der feministischen Ecke und auf dem Weg in die personalisierte Medizin, von der alle Individuen, männlich, weiblich und divers, profitieren werden. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Weiteres Bildmaterial finden Sie unter www.br-foto.de.
    Bild: © BR/Bilderfest GmbH/David da Cruz

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