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"Flitterabend": Samstagabendshow-Klassiker mit Michael Schanze wird wiederholt

Zu den legendären Samstagabendshows der 1990er Jahre gehörte
"Flitterabend" war eine klassische Samstagabend-Spielshow für die ganze Familie. Das Konzept war simpel und charmant: Pro Ausgabe traten drei frisch verheiratete Paare gegeneinander an, die in der Regel in ihren Brautkleidern und Anzügen gekleidet waren. Zu Beginn der Show begrüßte Michael Schanze die sogenannten Blumenkinder. Anschließend warfen diese feierlich Blumen auf die Showtreppe, über die die Brautpaare die Show betraten. Schanze stellte die Paare nacheinander in musikalischer Form vor und besang in einem eigens komponierten Text deren jeweilige Kennenlerngeschichte.
In verschiedenen Geschicklichkeits-, Wissens und Schätzspielen mussten sie beweisen, wie gut sie sich kannten und als Team funktionierten. Im Übereinstimmungsspiel mussten beide Ehepartner getrennt dieselben Fragen übereinander beantworten - und dabei im besten Fall möglichst oft die identische Antwort geben. Oft gehörte zur Show auch eine Mutprobe, bei der meistens die Männer eine ungewöhnliche oder witzige Aufgabe meistern mussten, während die Frauen eine kreative Aufgabe übernahmen. Charakteristisch: Die Punktevergabe erfolgte in Form von Champagnerflaschen.
Zu den bekanntesten Elementen von "Flitterabend" gehörte das stets identische Spiel "Siebter Himmel" um den Einzug ins Finale: Die zwei verbliebenen Paare saßen in mehreren Metern Höhe angeschnallt auf einer künstlichen Wolke. Die Paare mussten nun abwechselnd Schätzfragen beantworten, wobei jeweils ein Paar eine konkrete Zahl vorlegen und das andere Paar sich für "höher" oder "tiefer" entscheiden musste. Die Wolke des Paars, das weiter danebenlag, wurde eine Stufe nach unten gefahren. Bei der zweiten falschen Antwort kippten die Sitze nach vorn - und bei der finalen falschen Antwort lösten sich die Gurte und das Verliererpaar plumpste nach unten in ein Kissenbett.
Dem Gewinner-Paar winkte als Hauptpreis eine große Hochzeitsreise. Bereits vor dem Finale war eine Europareise sicher - im Endspiel, bei dem das Sieger-Paar mehrere Aktionsspiele bestreiten musste, konnte sie zu einer Fernreise erweitert werden. Fester Bestandteil und heimlicher Star der Sendung war die Figur des Bobby Flitter. Ein Mann im Glitzeranzug mit Zylinder, gespielt von Bruno Horn. Er überbrachte den ausgeschiedenen Paaren auf sie zugeschnittene Trostpreise und wurde von Michael Schanze stets mit dem Satz angekündigt: "Verlieren ist für euch nicht bitter, hier kommt unser Bobby Flitter."
Wie es sich damals für eine ordentliche Samstagabendshow gehörte, gab es zwischen den einzelnen Spielrunden Musikauftritte von nationalen und internationalen Stars. Zu den hochkarätigen Gästen gehörten etwa unter anderem Elton John, Adriano Celentano, James Last, Gloria Estefan, Bonnie Tyler, Cliff Richard und Dusty Springfield. In der finalen Folge, die der NDR am 16. August wiederholt, waren in der Sporthalle Böblingen zu Gast: Engelbert, Das Russische Staatsballett, Luther Vandross, Nana Mouskouri, Simply Red, Thomas Schwaiger sowie der Komiker Piet Klocke."Flitterabend" basierte auf einer niederländischen Vorlage namens "Ron's Honeymoon Quiz", entwickelte aber im Verlauf der Jahre einen eigenständigen Charakter. Die erste Ausgabe lief am 1. Dezember 1988 noch an einem Donnerstag um 21.03 Uhr, doch schon zur zweiten Folge wanderte "Flitterabend" auf den Samstagabend. Als Assistentin wirkte Martina Fuchs mit, in den ersten Folgen gab es zudem noch die Jürgen-Franke-Band, die für musikalische Einlagen sorgte. Nach dem Ende der Show strahlte die ARD 1996 noch eine Best-Of-Ausgabe aus. 2014 wiederholte das rbb-Fernsehen einige Ausgaben, seitdem war die Show nicht mehr im deutschen TV zu sehen. Ob der NDR mehr als nur eine Folge wiederholen wird, ist derzeit noch nicht bekannt.
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