Je älter wir in den reichen Industrienationen werden, weit über die 70, noch weiter über die 80, desto schwerer wird es, das alltägliche Leben auszufüllen. Mediziner haben festgestellt: Langeweile und Depression töten alte Menschen manchmal schneller als eine Krankheit. Das Leben im Heim, im besten Falle komfortabel umsorgt, aber vielleicht weit weg von der Familie, die alten Freunde sterben weg - jeder Tag wird leerer. In den USA haben die Mediziner des dritten Lebensalters die Haustiere als Medizin für alte Menschen entdeckt. Tiere beruhigen und beschäftigen die Alten, sie bauen Stress ab und damit das Infarktrisiko und die Häufigkeit von Infektionen. Hunderte Altenheime in den USA haben deshalb neue Bewohner aufgenommen: Hunde, Katzen und Vögel beleben dort Zimmer und Flure. Die alten Menschen fangen wieder an zu sprechen, gehen mit den Tieren spazieren - es geht ihnen einfach besser. Dann gibt es noch Organisationen, die alten Menschen Haustiere in ihre Wohnungen und Häuser vermitteln, damit denen das Heim solange wie möglich erspart bleibt: Dabei berücksichtigen sie auch die Interessen des Tieres: Keinesfalls geben sie einem Achtzigjährigen einen Welpen zur Pflege. In dieser Reportage zeigt uns Diego Bunuel vieles über das Glück zwischen alten Menschen und ihren neuen Lebensgefährten, aber er erläutert auch die Grenzen der Tier-Therapie.
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