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TV-Kritik/Review: "Below": Wie "Der weiße Hai" - nur ohne Hai und in schlecht
von Marcus Kirzynowski(07.10.2026)

Die erste Szene wirkt fast biblisch: Ein Motorboot zieht ein Haus auf einem Floß übers Meer. Im Boot sitzt die Familie Penney, kanadische Fischer mit ihren Kindern. Sie sollen wie ihr ganzes Dorf umgesiedelt werden, denn für die kanadische Regierung lohnt es sich nicht, in abgelegenen Fischerdörfern die teure Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Doch während Vater Penney in dem Haus etwas sucht, wird das Boot plötzlich gerammt. Irgendetwas Großes ist im Wasser, unter der Oberfläche. Das Floß samt Haus beginnt zu sinken, die Familie auf dem Boot droht, mit in die Tiefe gezogen zu werden. Im letzten Moment gelingt es dem kleinen Sohn, das Seil mit einem Messer zu kappen. Aber der Vater versinkt samt Haus im Meer. Ein traumatisches Erlebnis für Calvin Penney: Das Meer bietet keine Sicherheit, kann sich von einem Moment auf den anderen alles holen, was einem lieb ist.
Die sechsteilige Miniserie
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Gestört wird die dadurch eh schon aufgeladene Stimmung durch Menschen, die plötzlich - aber nicht immer ganz spurlos - verschwinden. Während uns Zusehenden schnell klar ist, wie der Hase respektive das Seemonster läuft, tappen die naiven Dörfler lange im Dunkeln. Und verhalten sich überwiegend so dumm, dass man sich ständig an die Stirn schlagen möchte. Calvins Sohn Wade (Charlie Heaton,
Was die Serienmacher um Showrunner Jesse McKeown bei Spielberg gelernt haben, ist, die Bedrohung lange nicht direkt zu zeigen. Nach den ersten beiden Episoden hat man von dem Monster noch nicht mehr gesehen als ein paar Fangarme. Leider ist das auch das einzige Learning aus der Filmgeschichte, wie man neudeutsch sagen würde. Wo

Dann ist da noch die Meeresbiologin Fonda Howander (Mackenzie Davis), die natürlich alleine in einer abgelegenen Forschungsstation arbeitet und nicht viel mehr zu tun hat, als ungläubig zu gucken. Von ihrem schauspielerischen Talent, das sie in Serien wie
Überzeugen kann "Below" leider auf keiner Ebene: Die Handlung ist komplett vorhersehbar, weswegen auch die kalkulierten Schockeffekte nicht funktionieren. Eingestreuter Humor bleibt flach, aufgesetzte romantische Kalamitäten fehl am Platz. Technisch, filmisch, aber vor allem erzählerisch wirkt das Ganze wie eine Networkserie von vor 15 Jahren und damit wie ein besonders exemplarischer Versuch des Streamingriesen Netflix, ein ebenso breites wie anspruchsloses Publikum zu erreichen.

Standen die Abodienste mit ihren Eigenproduktionen anfangs für eine anspruchsvollere Art von Serien, als sie die großen US-TV-Sender boten, setzt insbesondere Netflix schon seit längerem mehr auf Masse als Klasse. Zwar finden sich auch unter dessen Originals immer noch mal wieder Highlights, vieles ist aber längst Mainstream statt High-End. Das muss nicht zwingend schlecht sein, wollen viele Abonnenten nach Feierabend auch einfach nur unterhalten werden, statt immer hochkomplexen Geschichten zu folgen. Aber ein bisschen mehr Inspiration, Originalität und Mühe kann man auch von einer kleinen Horrorserie erwarten. Dann lieber nochmal den "Weißen Hai" ansehen, der nahm wenigstens seine Zuschauer noch ernst.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der ersten beiden Episoden von "Below".
Alle sechs Episoden der Miniserie sind ab Donnerstag, den 8. Oktober, bei Netflix verfügbar.
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Leserkommentare
User 1954384 schrieb am 09.10.2026, 21.12 Uhr:
Also ehrlich Jungs, finde die Serie bisher sehr gelungen und spannend…und die Aussage der weiße Hai nur in schlecht ziemlich daneben und unpassend! Also vielleicht nicht unbedingt Zuviel auf diese Kritik geben!Sentinel2003 schrieb am 09.10.2026, 13.12 Uhr:
Also, wenn ich nach dem einen bekannten, deutschen Youtuber gehe - ich darf ja denb Namen hier wohl nicht nennen - der schon seit zig Jahren Film und Serien Videos macht, dann ist bei mir der Bedarf, die Serie zu gucken, nach seiner gestrigen Kritik, leider nicht gestiegen...obwohl ich zwar Josh Hartnett - hier auf Netflix hat er wohl wegen des Synchron Konfliktes leider eine andere deutsche Stimme - gerne, aber, trotzdem habe ich bisher null Bock drauf.Schmingo schrieb am 09.10.2026, 10.08 Uhr:
Hab die Serie durch und finde, daß Netflix schon schlechtere Serien gezeigt hat. Man darf keine allzu großen Erwartungen haben, denn es ist ja auch nur ein Monsterfilm. Es gibt ein paar skurrile Einfälle und das Ende ist .... überraschend.
Eigentlich genau das richtige für einen verregneten Herbsttag zum durchbingenTorsten S schrieb am 07.10.2026, 17.49 Uhr:
Oh man. Wer brauch schon Charakterzeichnung, oscarmässige Dialoge usw. usw, wenn es um ein Seemonster geht. Bei solchen Filmen wie auch das Monster-Universum von Universal geht es drum, Hirn auszuschalten und sich berieseln zu lassen. In den heutigen Zeiten brauch man auch ab und zu mal anspruchslose Unterhaltung und wenn man von ein paar Klassiker etwas klaut, ist das vollkommen in Ordnung. Nur so funktionieren Monsterfilme. Wer Anspruch sucht, sollte sowas nicht schauen und dann schon garnicht eine sinnlose und eingeschränkte Kritik davon schreiben. Man schaut weiter seine Schindlers Liste Gedös und fertig, aber sich sicher nicht sowas.SerienFan_92 schrieb am 07.10.2026, 18.10 Uhr:
Danke, sie sprechen mir aus der Seele.
Die Kritiken hier kann man mittlerweile nicht mehr ernst nehmen.
Jede neue Serie wird zerissen, wenn sie nicht Hochkultur ist.
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