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TV-Kritik/Review: "Snowpiercer": Dystopische Sci-Fi-Serie nach Filmvorlage droht stecken zu bleiben
von Marcus Kirzynowski(28.05.2020)

Die Klimakatastrophe müssten wir eigentlich schon längst hinter uns haben. Zumindest, wenn man der Prämisse von
Wie in Comic und Film ist der Schneekreuzer-Zug ein Mikrokosmos, der in seinen Hunderten von Waggons eine komplett ausdifferenzierte Gesellschaft beherbergt. Da sind die Angehörigen der Elite, die in den vorderen Waggons der ersten Klasse ein luxuriöses und trotz der äußeren Umstände weitgehend sorgenfreies Leben führen. In der zweiten und dritten Klasse werden die Lebensbedingungen zunehmend härter und am Ende des Zuges, im sogenannten Tail (wörtlich: Schwanz) vegetieren die Ausgestoßenen zusammengepfercht vor sich hin wie in der dystopischen Version eines Obdachlosenheims. Bei ihnen handelt es sich um Blinde Passagiere, die sich vor der Abfahrt des Zuges ohne Fahrkarten Zutritt verschafft haben. Sie werden vom Management des Zuges mit seinem Sicherheitsdienst streng reglementiert und dürfen die hintersten Waggons nicht verlassen - es sei denn, eines ihrer Kinder wird bei den seltenen Schullotterien ausgelost, in die vorderen Klassen aufgenommen zu werden. In und zwischen den verschiedenen Klassen findet sich im Kleinen alles, was es im Großen auch vor der Katastrophe gab: Luxusrestaurants und frivole Nachtclubs in der ersten Klasse, Gemüsefarmen und Rinderwaggons, Krankenstationen und Klassenzimmer. Und ganz vorne, nur für die Allerwenigsten zugängig, sitzen im Triebwagen diejenigen, die im Wortsinne die Geschicke der Restmenschheit lenken.
Im Film war es Tilda Swinton, die als Ministerin und Stellvertreterin des Zugbauers und Oberführers Mr. Wilford tyrannisch und von der übertriebenen Maske zur Kenntlichkeit verzerrt über das Volk herrschte. In der TV-Fassung übernimmt Jennifer Connelly (

Viel Stoff also für eine Staffel (die zweite ist allerdings schon bestellt): gesellschaftliche Dystopie, Klassenkampf und mittendrin noch eine Kriminalgeschichte. Letztere ist in den ersten Folgen das überflüssigste Element, wird aber wohl noch größere Entwicklungen auslösen. Wesentlich interessanter ist das Gesellschaftspanorama im Miniaturformat, das Graeme Manson (
Da sind die harten Szenen im Tail, wo Menschen Suizid begehen und Aufständige brutal bestraft werden, auf der anderen Seite Einblicke in den luxuriösen Alltag der Oberschicht, die angesichts der allgegenwärtigen existentiellen Bedrohung fast satirisch wirken. Allerdings deutlich zurückgenommen gegenüber der Filmfassung, wo das ausschweifende Leben zur Groteske verkam. Insgesamt ist der ganze Stil der Serie trotz der im Grunde unglaubwürdigen Prämisse wesentlich realistischer als der der Kinoversion. Auch der Wechsel zwischen Actionszenen und ruhigeren Sequenzen wirkt viel organischer als im Film, der sich nie richtig entscheiden konnte, ob er ein ernstzunehmendes Sci-Fi-Drama, eine überdrehte Sozialsatire oder doch hauptsächlich ein Actionkracher sein wollte. Natürlich kann sich eine auf mehrere Staffeln angelegte TV-Serie aber auch viel mehr Zeit lassen, eine Welt zu entwerfen und in dieser ihre Geschichte(n) zu erzählen.

Den ersten beiden Episoden gelingt es allerdings nicht besonders gut, das große Figurenensemble zu etablieren. Zu viele Charaktere huschen zu kurz vorbei, als dass sie bleibenden Eindruck hinterlassen könnten. Neben Cavill und Layton gelingt das (in geringerem Maße) nur Till sowie der von Katie McGuinness gespielten Josie Wellstead, einer der Bewohnerinnen des Tail, die ebenso stark wie einfühlsam rüberkommt. Was nun aber die ganzen weiteren Passagiere und Zugmitarbeiter charakterlich auszeichnet und wer genau welche Position innehat, wird noch nicht klar. Die technische Seite ist - wie öfter bei TNT-Produktionen - ebenfalls unausgegoren: Kann die Ausstattung der verschiedensten Waggons durchaus überzeugen, sehen die wenigen Bilder von außerhalb des Zuges leider aus wie schnell am Computer zusammengebastelt.
Nach zwei Episoden kann man noch nicht so recht erkennen, wohin die Reise gehen wird. Einerseits hat "Snowpiercer" eine faszinierende Ausgangssituation und ein großes Arsenal an potentiell interessanten Figuren. Andererseits könnte das Ganze aber auch schnell zwischen Überambition und Budgetmangel steckenbleiben. Und dann könnte wohl kein noch so starker Schneekreuzer den Weg wieder frei schaufeln.
Dieser Text basiert auf Sichtung der ersten beiden Episoden der Serie "Snowpiercer".
"Snowpiercer" feiert seit dem 17. Mai in den USA Weltpremiere, die Deutschlandpremiere besorgt ab dem 25. Mai Netflix.
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