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YouTube TV will in den USA Kabelanbietern Konkurrenz machen

YouTube eröffnet in den Vereinigten Staaten ein weiteres Geschäftsfeld: Mit dem nun enthüllten YouTube TV greift man vor allem Kabelnetzbetreiber an. Für stolze 35 US-Dollar im Monat können Abonnenten den Service nutzen, über den man knapp 40 Sender empfangen kann, der einen Online-Rekorder mit einschließt.
In den Vereinigten Staaten herrscht schon länger ein Kampf gegen das Kabel. Denn wollen die Zuschauer mehr als die terrestrisch ausgestrahlten Sender (Broadcast Networks) empfangen, wird es schnell teuer. Einerseits muss eine Kabelgebühr bezahlt werden. Danach müssen die Nutzer noch monatlich Gebühren für die einzelnen, mit Werbung gespickten Kabelsender zahlen, die eigentlichen "Pay-TV-Sender" kosten extra. Die Senderbetreiber nun drücken den Kabelbetreibern Senderpakete aus dem eigenen Haus auf, was die Netzbetreiber jahrelang an die Zuschauer weitergegeben haben. So zahlten die Nutzer häufig für dicke Programmpakete, obwohl sie nur einzelne Sender sehen wollten - auch in Deutschland ist das nicht unbekannt. Dazu kam als Ärgernis, dass die Netzbetreiber lokal weitestgehend Monopolisten sind: Hohe Kosten, keine Wahlmöglichkeiten und chronisch schlechter Service sind die Klischees.
Die Kabelfirmen kämpfen seit einigen Jahren gegen die Konkurrenz neuer Anbieter: einerseits die Streaming-Dienste wie Netflix (als Ersatz für Kabelsender) aber auch andere vom Kabelfernsehen unabhängige Angebote (OTT - "Over the Top"), die die Nutzer von Kabelfernsehen Abschied nehmen ließen ("Cordcutteing"). Die Kabelanbieter gingen in die Offensive und versuchten Kosten zu senken - vor allem dadurch, dass man die Programmpakete verschlankte ("skinny bundle") und diese günstiger anbieten konnte. Am Grundproblem - unverhältnismäßig teuer, Zahlen für ungewollte Sender, schlechter Service - änderte das nichts.
YouTube TV will hier nun augenscheinlich eine Alternative anbieten, die allerdings auch schon andere bieten (AT&Ts DirecTV Now, Sling TV and Sonys PlayStation Vue). Eines der hervorgehobenen Merkmale ist, dass man das Abo unkompliziert monatlich kündigen könne. Dazu kommt ein Online-Rekorder (ohne Datenbegrenzung, allerdings werden Aufnahmen nach neun Monaten gelöscht). Als Draufgabe gibt es die Eigenproduktionen von YouTube, die in den USA parallel im Angebot YouTube Red enthalten sind. Als weiterer Vorteil wird angepriesen, dass über eine neue App die Inhalte auf "jedem Bildschirm" - Smart-TV, Tablet, Smartphone - bereitstellen will. Jedes Abonnement verfügt über bis zu sechs Unteraccounts.
Insgesamt sollen 40 Sender verfügbar sein - was mit skinny bundle-Angeboten vergleichbar ist. Darunter sind die Networks ABC, CBS, NBC, Fox und The CW. Dazu gesellen sich einige wichtige Kabelsender wie ESPN, USA Network, Syfy, FX (mit FXX und dem Filmsender FXM), Freeform, Disney Channel (aber etwa nicht AMC). Dazu gesellen sich zehn Sportsender, die wichtigsten Nachrichtensender (MSNBC, CBS News, Fox News - aber nicht CNN). Auch die anderen Turner-Sender TNT, TBS und TCM fehlen, ebenso Viacom - und während man Showtime hinzubuchen kann, ist das für HBO und Starz nicht möglich. Lokalsender sollen im Laufe der Zeit hinzukommen, wobei die Verfügbarkeit dann auch lokal beschränkt bleibt, je nach Wohnort.
Das Angebot soll zunächst in einigen größeren Märkten anlaufen und sich später in die kleineren ausweiten - aufgrund der Größe der USA hatten sich in der Rundfunkgeschichte knapp 200 unterschiedlich große, lokale Märkte gebildet, die größten 50 davon erreichen knapp 75 Prozent der US-Bevölkerung.
YouTube TV soll im Frühling starten. Apple bereitet über seinen Apple TV aktuell wohl ein ähnliches Angebot vor, desgleichen der Streaming-Dienst Hulu.
Während YouTube Red nach einem früheren Bericht von Serienjunkies im Verlauf von 2017 nach Deutschland kommen soll, erscheint ein deutscher Start von YouTube TV eher unwahrscheinlich.
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von Bernd Krannich















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