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TV-Kritik/Review: "Physical": Apples Aerobic-Comedy fehlt noch etwas Fleisch auf den Rippen
von Marcus Kirzynowski(18.06.2021)

Schon der Titel von
Und ein bisschen Fitness kann Sheila (Rose Byrne, bekannt aus
Als er eines Tages unerwartet auch noch seinen Lehrauftrag verliert, weil die meisten Kollegen und Studierenden ihn hassen, gerät das mühsam aufrechterhaltene Upper-Middle-Class-Idyll vollends ins Wanken. Während Danny beschließt, fürs kalifornische Parlament zu kandidieren, entdeckt Sheila einen Weg zu mehr Selbständigkeit, als sie zufällig in einen Aerobickurs stolpert. Bald beginnt sie, nicht nur selbst Kurse zu geben, sondern auch Trainingsvideos zu produzieren - natürlich alles hinter dem Rücken des nichts ahnenden Danny.

Der noch recht neue Streamingdienst von Apple konnte bisher mit seinen in Auftrag gegebenen Originalserien meist nicht so recht überzeugen. Zu generisch wirkten Stoffe wie
Zunächst lernen wir recht ausführlich das Innenleben von Sheila kennen, die hinter der properen Fassade von allerlei Dämonen gequält wird. Diese Diskrepanz zwischen glücklich wirkendem Äußeren und innerer Zerrissenheit wird sehr schön vermittelt, in dem wir ZuschauerInnen ständig Sheilas innere Stimme hören, die für sämtliche Situationen und Mitmenschen nur sarkastische Kommentare übrig hat. Vor allem spiegelt diese Stimme aber auch den Selbsthass wider, den Sheila in sich birgt. Es dauert dann bis zur achten Folge, bevor klar wird, dass die Gründe für diese psychischen Probleme schon in ihrer Kindheit liegen.
Die Serie lässt sich also viel Zeit für die Charakterentwicklung der Hauptfigur, was ja nichts Schlechtes ist. Der eigentliche thematische Aufhänger - das boomende Geschäft mit heimischer Fitness, das auch entscheindend zur Marktdurchdringung der VHS-Kassette beigetragen hat (Jane Fonda lässt grüßen) -, wird eher beiläufig gestreift. Für ZuschauerInnen, die die 1980er schon miterlebt haben, gibt es aber immer wieder nette Insidergags, wenn etwa ein Elektronikhändler bei Sheilas Wunsch nach einem VHS-Gerät gleich vermutet, sie wolle Pornos gucken. Denn für alles Andere sei diese zwar billige, aber minderwertige Technik schließlich nicht zu gebrauchen, durchsetzen werde sich natürlich das Beta-Format.

Annie Weisman, die hier zum ersten Mal eine Serie als Schöpferin und Showrunnerin verantwortet, hat bereits für Comedyserien wie
Von den NebendarstellerInnen kann vor allem Dierdre Friel als Greta überzeugen, ein weiteres verzweifeltes "Luxusweibchen" aus dem sozialen Umfeld der Rubins. Anders als Sheila ist Greta übergewichtig und fällt dadurch schon optisch als Frau auf, die ihren Körper "nicht im Griff hat" - so zumindest die gängige Zuschreibung. Aber stärker noch als Sheila beginnt Greta in den späteren Folgen der Auftaktstaffel, sich gegenüber ihrem Ehemann zu emanzipieren. Gerade an dieser Figur zeigt sich aber auch, wie zeitgemäß die hier behandelten Themen leider immer noch sind, haben wir soziale Vorurteile in Form des Body Shamings, also der Diskriminierung aufgrund von Übergewicht, doch noch lange nicht überwunden.
Sehr gut getroffen ist die 80er-Jahre-Atmosphäre der Serie: Frisuren, Klamotten, Technik, vor allem aber die Discopopmusik dieses Jahrzehnts, das ja einiges an Geschmacksverwirrungen mit sich brachte, machen einfach nur Spaß, ohne übertrieben trashig zu wirken. Aus deutscher Sicht etwas schockierend ist die Erkenntnis, das vieles von dem, was damals noch typisch amerikanisch war, inzwischen längst auch zu unserem Alltag gehört - wie etwa die überdimensionierten, gesichtslosen Einkaufszentren oder Burgerrestaurant-Drive-Ins an jeder zweiten Ausfallstraße.
Insgesamt also eine Serie mit viel Potential, die aber bislang noch etwas zu unentschieden daherkommt, um die Klasse bahnbrechender Vorbilder zu erreichen. Manchmal ist die Weltsicht richtig böse, dann sind die Gags und Entwicklungen wieder zu harmlos. Etwas mehr "Weeds" und etwas weniger "Desperate Housewives" würden vielleicht helfen, um aus "Physical" etwas ganz Besonderes zu machen.
Dieser Text basiert auf der Sichtung der kompletten ersten Staffel der Serie "Physical".
Am Freitag, den 18. Juni stellt Apple TV+ die ersten drei Episoden der zehnteiligen Auftaktstaffel von "Physical" online. Die restlichen Episoden folgen im wöchentlichen Rhythmus.
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