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ProSiebenSat.1-Chef Max Conze mit ehrgeizigen Zielen
Das Streaming-Portal Joyn geht im Juni an den Start
Bild: ProSiebenSat.1
"Joyn": Zehn Millionen Kunden für den Streaming-Dienst?/Bild: ProSiebenSat.1

Schnell die Nummer eins unter den werbefinanzierten Streamingangeboten in Deutschland zu sein, nicht mehr und nicht weniger hat Vorstandschef von ProSiebenSat.1, Max Conze, als Ziel des neuen Joint Ventures Joyn ausgegeben, dass das Medienunternehmen zusammen mit Discovery in Vorbereitung hat (TV Wunschliste berichtete). Laut einem Interview mit der Welt am Sonntag soll dessen Start am 18. Juni 2019 erfolgen.

Laut Conze hat dessen Vorgänger 7TV zuletzt 3,3 Millionen Nutzer gehabt. Als Zielnummer für den neuen Dienst benannte der Medienmanager nun "10 Millionen Kunden binnen zwei Jahren".

Dabei setzt das Unternehmen darauf, dass die Zuschauer, die dem linearen Fernsehen den Rücken kehren, genau solch einen on-Demand-Dienst haben wollen. Aktuell habe man 6.000 Programmstunden und 50 Live-Kanäle sowie "exklusive Inhalte" auf der Plattform. Zu jenen gehört dann etwa die dritte Staffel von "jerks.", die um den Joyn-Start herum veröffentlicht werden soll (TV Wunschliste berichtete). Darüber hinaus entwickle man "Magazine, Nachrichtem und Sportformate". Generell gesteht Conze einen Fehler bei der ProSiebenSat.1 SE ein: "Unser Unterhaltungsbereich war unterfinanziert". Freilich geschah dieser Fehler vor seiner Zeit. Für die Zukunftsfähigkeit wurde in dem Jahr seit Conzes Amtsantritt darauf hingearbeitet, generell mehr eigene Inhalte zu produzieren. Dazu wurden finanzielle Töpfe geschaffen (in diesem Jahr soll deutlich weniger des Konzerngewinns als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden) und die Unternehmenskultur auch durch den Abschied von altgedienten Kräfte neu justiert: Die Zukunft soll im Blickfeld stehen, nicht das, "wie es bisher gelaufen ist".

Um mit dem neuen Dienst schnell bei den Zuschauern anzukommen, starte man laut Conze die größte Kampagne der Geschichte der Senderfamilie. Ebenso habe man sich dazu entschieden, anfangs lediglich mit dem werbefinanzierten, kostenlosen Angebot zu starten, um möglichst wenig Barrieren für einen Einstieg zu haben.

Generell setzt die neue Strategie darauf, mit Joyn die Rückgänge bei den Einnahmen aus der Werbung für das lineare Fernsehen zu kompensieren. Eines der Schlagworte ist adressierbare Werbung: Statt, wie beim Fernsehen, die Werbung per Gießkannenprinzip auszuliefern, erhalten Werbekunde die Chance, dem Zuschauer vor dem Bildschirm Produkte und Dienstleistungen schmackhaft zu machen, die ihn auch wirklich interessieren. Da kann man pro Werbeauslieferung auch höhere Preise verlangen: "Wir werden wieder mit Werbung wachsen, davon bin ich überzeugt", konstatiert Conze.


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Leserkommentare

  • GerneGucker schrieb via tvforen.de am 20.06.2019, 12.15 Uhr:
    GerneGuckerWenn die großen privaten TV-Konglomerate ihre exklusiven und neusten Angebote mehr und mehr online stattfinden lassen, wird das ihr entsprechendes Angebot auf der alten Mattscheibe noch soweit ausdünnen, daß kleinere Privatsender und die ÖRs ihnen nach und nach größere Teile des Publikums abnehmen dürften, weil Pro7/RTL dann klassisch einfach nix mehr zu bieten haben. Die Einstellung des Pro7maxx-Anime-Freitags ist für mich in diesem Zusammenhang schon ein sehr krasser Schritt in die falsche Richtung.
  • hasendasen schrieb via tvforen.de am 19.06.2019, 20.06 Uhr:
    hasendasenSo, nun wissen wir also, wie das Angebot tatsächlich aussieht...
    Größtenteils wie vermutet.

    Immerhin ist es bequem und leicht bedienbar und... bietet Live-TV. Okay.
    Bei mir lädt die Live-Seite nur unendlich, wenn ich da drauf klicke. Aber das wird bestimmt noch. ;)

    Was meint ihr?
  • serieone schrieb am 13.06.2019, 18.26 Uhr:
    serieone... lassen wir uns überraschen...
  • hasendasen schrieb via tvforen.de am 13.06.2019, 11.52 Uhr:
    hasendasenVor allem würde mich ja interessieren, aus welcher Quelle das Programmmaterial stammen soll, denn die üblichen Verdächtigen ziehen ja ihre Filme und Serien von den Fremd-Plattformen zurück und bauen eigene Angebote auf (Disney, Warner, Fox usw.).

    Die 6.000 Programmstunden klingen erst mal viel, aber aufgeteilt auf 50 Kanäle... oder verstehe ich da etwas falsch?

    Alles kostenlos (vorerst, okay), aber halt auch genau so werbeverseucht wie alle anderen, linearen ProSimpson/Sat1-Sender.

    Puh. Wer soll sich das ansehen? Und warum? ;)
  • Mork-vom-Ork schrieb am 13.06.2019, 00.10 Uhr:
    Mork-vom-OrkGenau so ist es. 
    Das wird dann in absehbarer Zeit ähnlich sein wie bei TV Now. Der Großteil wird kostenlos bleiben, einen kleinen exklusiven Teil des Angebotes wird es nur im kostenpflichtigen Abo geben. Besser geht es eigentlich nicht. 
    Und was Netflix angeht, so einige haben noch nicht mitbekommen, dass die schon wieder auf dem absteigenden Ast sind. Und die Konkurrenz wird mit Disney u.a. immer größer. Dass die von ihren mittlerweile über 10 Mrd Schulden mal wieder runter kommen, darf man zumindest anzweifeln.
  • Blue7 schrieb am 12.06.2019, 18.41 Uhr:
    Blue7So siehts aus, wenn Ende des Jahres die Rechte bei Netflix auslaufen, sind vielen die 4€ auch Netflix nicht mehr wert
  • User 1014669 schrieb am 12.06.2019, 13.50 Uhr:
    User 101466910 Mio. Nutzer kommen leicht zusammen. Sind ja momentan bei 7TV schon über 3 Mio. Wenn da viele Video-Angebote drauf sind, ist das wie Fernsehen und Mediatheken in einer Box. Das werden die Zuschauer schnell annehmen. Und wenn man dann irgendwann mal für Eurosport-Bundesliga oder neuere Filme zusätzliches Geld zahlen soll, ist es auch o.k.
    Dass Zuschauer generell „lieber zahlen“ als gratis zu sehen, stimmt so nicht. So groß ist die Abo-Gemeinde von netflix nun auch wieder nicht – nur, diejenigen tönen halt immer am lautesten in Foren oder „sharen“ ihren Account – aber das ist auch bald vorbei 😉
  • Mork-vom-Ork schrieb am 12.06.2019, 02.28 Uhr:
    Mork-vom-OrkVielleicht willst du aber auch nicht verstehen, dass es zwei Sorten von Zuschauern gibt. Die, die einen kostenpflichtigen Streamingdienst nach dem anderen abonnieren und die, die das nicht wollen oder können und dafür bereit sind sich Werbung anzuschauen. Das zweite ist das Prinzip, mit dem seit 35 Jahren Privatfernsehen funktioniert. Vielleicht nicht mehr so gut wie früher, aber immer noch gut genug. Ganz offensichtlich ist diese Zuschauer-Gruppe immer noch groß genug.
  • Mr_Chance schrieb am 11.06.2019, 20.29 Uhr:
    Mr_ChanceDa hat einer das Prinzip nicht verstanden, dass Zuschauer lieber Geld für werbefreie Streamingdienste zahlen als 'erstmal' kostenfrei angefüttert zu werden; sollen sie machen, diese sendergruppe hat mich schon sehr lange als Zuschauer verloren, schon vor Netflix, mit der idiotischen Serienpolitik.
  • Spoonman schrieb via tvforen.de am 11.06.2019, 18.33 Uhr:
    SpoonmanIch versteh nicht ganz, wer bei einem kostenlosen Streamingdienst die Kunden sein sollen. Die Zuschauer können es nicht sein, denn die zahlen ja nix. Also bleiben doch nur die Werbekunden - aber wie sollen da 10 Millionen zusammenkommen...? :)
  • hasendasen schrieb via tvforen.de am 11.06.2019, 18.17 Uhr:
    hasendasenIch finde das Fragezeichen in der Überschrift sehr passend xD