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Mega-Deal: Vodafone kauft Unitymedia für 18 Milliarden Euro

Es kommt Bewegung in den deutschen Kabelfernsehmarkt: Liberty Global, die Muttergesellschaft von Unitymedia, und Vodafone haben bekanntgegeben, dass sie eine Vereinbarung über den Kauf des Kabelnetzbetreibers Unitymedia getroffen haben. Neben Unitymedia hat Liberty Global auch die Landesgesellschaften in Tschechien, Ungarn und Rumänien gekauft - für insgesamt rund 18,4 Milliarden Euro. Nach aktueller Planung soll der Kauf in einem Jahr finalisiert werden. Noch steht allerdings die Zustimmung der zuständigen Wettbewerbsbehörden aus.
Vodafone übernahm im Jahr 2013 bereits Kabel Deutschland. Sofern das Kartellamt dem Kauf von Unitymedia zustimmt, würde also 18 Jahre nach der Aufsplittung in mehrere Anbieter künftig mit Vodafone wieder ein einziger Kabelnetzbetreiber für die gesamte Bundesrepublik verantwortlich zeichnen. Bereits jetzt ist Kabel Deutschland für 13 Bundesländer zuständig, während Unitymedia in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg operiert.
"Ich begrüße und unterstütze die geplante Zusammenführung von Unitymedia mit Vodafone ausdrücklich. Gemeinsam können wir einen bundesweit aufgestellten konvergenten Anbieter von leistungsstarken Telekommunikationsprodukten und innovativen Unterhaltungsangeboten schaffen", kommentiert Lutz Schüler, CEO von Unitymedia. "Das verleiht dem Wettbewerb im deutschen Markt neue Impulse, treibt Investitionen in Gigabit-Netze und bringt so Deutschland auf dem Weg in die GigabitGesellschaft voran. Während des gesamten Prozesses haben die Bedürfnisse unserer Kunden und unserer Mitarbeiter für uns weiterhin höchste Priorität."
Völlig anders beurteilt die geplante Übernahme Hans Demmel, Vorstandsvorsitzender des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) und Geschäftsführer von n-tv. "Für die deutschen Sender ist dies keine gute Nachricht. Letztlich sehen sie sich mit einer massiven Verschiebung der Verhandlungspositionen konfrontiert. Mit der geplanten Fusion entstünde ein Kabelgigant, der den deutschen TV-Markt dominieren würde", so Demmel. "Ohne eine Einigung mit dem neuen Betreiber wäre nämlich kein bisher im Kabel verbreitetes Programm überlebensfähig. Dazu kommt, dass auch in den neuen Märkten, also bei der OTT- und Mobile-Verbreitung aufkeimender Wettbewerb, auch außerhalb der Kabelgebiete schwieriger werden würde. Im Ergebnis ist die Meinungsvielfalt und Vielfalt von Anbietern sowie Angeboten im deutschen Medienmarkt gefährdet, was nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für die Verbraucher zur schlechten Nachricht werden kann."
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Leserkommentare
Ralfi schrieb via tvforen.de am 10.05.2018, 14.34 Uhr:
Rückblickend gesehen, wäre die Deutsche Bundespost die bessere Alternative gewesen.Alles auf private zu schieben, war noch nie gut, wie das Fernsehen täglich beweist.Sentinel2003 schrieb am 10.05.2018, 10.43 Uhr:
@Martina: die Umstellung von Alice auf Telefonica und dann zu 02 war ein riesen Flop!! Wenn ich daran denke, was meine Mutter bis jerzt für Probleme mit o2 hat, dass ist echt nicht normal!
02 hat im Netz ein riesen Image Problem, da beispielsweise das Internet mitten in Berlin ständig abkackt!! Ich bin mit meinem Handy bei winsim, was die Leitungen von 02 hat, daß ist nur Käse hoch 10!!Es gibt auch massig Beschwerden von 02 Nutzern in Berlin!!GerneGucker schrieb via tvforen.de am 10.05.2018, 10.02 Uhr:
Aber hat man nicht ohnehin bereits quasi-Monopole, wenn die Zuständigkeiten auch bisher schon nach Regionen gesplittet sind?
"Bereits jetzt ist Kabel Deutschland für 13 Bundesländer zuständig, während Unitymedia in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg operiert."Auch das sind doch bereits strukturelle Monopole, nur eben zwei und nicht eins.Markussovic schrieb via tvforen.de am 10.05.2018, 10.44 Uhr:
GerneGucker schrieb:Aber hat man nicht ohnehin bereits quasi-Monopole,
wenn die Zuständigkeiten auch bisher schon nach
Regionen gesplittet sind?
"Bereits jetzt ist Kabel Deutschland für 13
Bundesländer zuständig, während Unitymedia in
Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg
operiert."
Auch das sind doch bereits strukturelle Monopole,
nur eben zwei und nicht eins.
Das ist völlig richtig. Man hat schon jetzt keine wirkliche Wahl, Beispiel bei uns: Telekom als überregionaler Anbieter schafft es nicht, mitten in einer "großen Kreisstadt" mehr als "bis zu" 50 Mbit/s Internetgeschwindigkeit anzubieten, während im Nachbarort tatsächlich und im Radius von 60 km einmalig der Ortskern über Glasfaser verfügt.
Auch das benachbarte schweizer Fernsehen findet sich nicht in deren Kabelnetz, was Unitymedia seit Jahren bietet.
Somit beides Killerargument und indirekter Zwang beim Quasi-Monopolisten Unitymedia zu bleiben, der im Unterschied zum zuvor durch ihn aufgekauften Anbieter Kabel BW einen völlig miserablen Service bietet und von seinen "bis zu 150 Mbit" auch nur in allerhöchstens 60 Mbit/s abliefert, aber wenigstens das. Was bleibt erst bei dem "bis zu 50 Mbit/s" von der Telekom übrig?? Unitymedia hatte zudem vor zwei Jahren größte Probleme mit seiner Netzumstellung, wir waren zeitweise tagelang ohne Telefonanschluss. Dies alles zu immer höheren Preisen, die nach der Fusion zum Mega-Konzern sicher nicht sinken werden. Zudem verfügt Unitymedia über ein deutlich schlechteres Programmangebot in Sachen TV, womit der Trend zu mehr Geld für weniger Leistung wohl anhalten dürfte.
Alternativen: Fehlanzeige.Martina schrieb am 09.05.2018, 21.38 Uhr:
Unitymedia hat jetzt schon in einigen Bundesländern Monopolstellung und viele sind unzufrieden. Ständig fällt das Telefon und Internet aus oder die Kabelkanäle werden durch Neueinspielung zerschossen. Kann Vodafone es besser oder muss man doch zurück zur Telekom?
Die Umstellung damals von Alice auf Telefonica war jedenfalls eher Flop als top!Sveta schrieb via tvforen.de am 09.05.2018, 18.28 Uhr:
geschrieben von: TV Wunschliste, 09.05.18 17:24
"Es kommt Bewegung in den deutschen Kabelfernsehmarkt" ?????Wo bitteschön ist "Bewegung" wenn ein Monopolist den deutschen Kabelmarkt beherrscht???
Das bedeutet Stillstand und diktierte Preise. Mit einem "Markt" hat das nix mehr zu tun!Markussovic schrieb via tvforen.de am 10.05.2018, 07.27 Uhr:
Es ist wie in der Politik: Man hält die Leute einfach für saudumm. Ich sehe diese Entwicklung auch mit größtem Bedenken. Keine zwei Jahrzehnte nach Zerschlagung des Telekom-Kabelnetzes und Aufteilung in viele Kleinanbieter hat über Jahre einer den anderen aufgekauft und dies gipfelt nun in der finalen gegenseitigen Übernahme der letzten verbliebenen Konkurrenten. Ein neuer Monopolist ist entstanden, der wieder tun und lassen kann, was er will. Wird preislich und wohl auch in der Programmauswahl für Kunden nur negativ rauskommen - und da labert dieser Unitymedia-Typ von "Bewegung" und "neue Impulse für den Wettbewerb".
Der lügt nicht nur uns Kunden, sondern auch sich selbst die Taschen voll...
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