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Netflix-Aktien verlieren nach schwachen Neu-Abonnenten-Zahlen

Unternehmenswachstum unterhalb der Erwartungen von Analysten haben nach Verkündung der jüngsten Quartalszahlen der Netflix-Aktie einen Kurssturz verpasst. Wie Variety meldet, wies der Video-on-Demand-Dienst bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal 2016 einen Zuwachs von insgesamt 1,7 Millionen neuen Abonnenten weltweit aus - deutlich unter dem Vorjahreswert von 3,3 Millionen neuen Kunden. Besonders enttäuschend war das Geschehen in den USA, wo im Netto nur 160.000 Neuabonnenten erfasst wurden. Der Wert der Aktie sank demnach im nachbörslichen Handel um 15 Prozent.
Schon lange unken die Konkurrenten von Netflix in den USA, dass der On-Demand-Dienst sich durch seine Nicht-Veröffentlichung von Abrufzahlen der "fairen Bewertung" im Vergleich mit der Fernsehkonkurrenz entzieht. Netflix hingegen ist nicht auf Werbeeinnahmen angewiesen und kann es sich daher leisten, über konkrete Zahlen zu schweigen, weil sie für die Einnahmen irrelevant sind. Daneben gibt der Dienst an, mit unterschiedlichen Serien durchaus unterschiedliche Publikumserwartungen zu haben - daher wolle man die Abrufzahlen einzelner eigener Formate auch nicht in Konkurrenz zueinander stellen, um bewusst "kleinere" Formate nicht schlecht zu reden.
In den USA machte Netflix aktuell wohl vor allem zu schaffen, dass dort derzeit sukzessive eine Steigerung der Abokosten für das beliebteste Paket umgesetzt wird - wie in Deutschland waren Bestandskunden bei einer früheren Erhöhung der Abo-Preise für eine gewisse Zeit von der Anpassung befreit gewesen. Mit der nun vorgenommenen Anpassung wurde eine Zunahme der Zahl der Kündigungen erwartet. Im Vorjahreszeitraum, dem zweiten Quartal 2015, gab es 900.000 neue US-Abonnenten - generell gilt das zweite Quartal als geschäftlich schwierig für den Anbieter. Im April hatte Netflix etwa noch eine Zielmarke von 500.000 mehr Abonnenten für das zweite Quartal ausgegeben.
Auch beim internationalen Abonnenten-Zuwachs blieb man hinter den im April formulierten Ziel zurück: 2 Millionen waren anvisiert worden, letztendlich betrug der Netto-Zuwachs 1,52 Millionen (Zuwachs im Q2 2015: 2,5 Millionen). Insgesamt ergibt sich ein Zuwachs von insgesamt 1,7 Millionen Kunden weltweit gegenüber einem Vorjahreswert von 3,3 Millionen. Netflix hatte zum 30. Juni 2016 weltweit 83 Millionen Abonnenten, davon 47 Millionen in den USA. Zahlen speziell für Deutschland wurden nicht bekannt.
Trotz allem sahen die Zahlen bei den Einnahmen deutlich besser aus. 2,1 Milliarden US-Dollar wurden umgesetzt, davon blieben 41 Millionen US-Dollar als Gewinn - Netflix operiert immer mit einem vergleichsweise geringen Gewinn. Im Vorjahres-Zeitraum wurden 1,64 Milliarden US-Dollar umgesetzt, von denen 26 Millionen als Gewinn blieben.
In naher Zukunft will sich Netflix dem Ausbau seines Angebots in der Türkei und in Polen widmen, etwa durch Aufnahme der Landessprache im User-Interface und Untertitelung/Synchronisation (unklar ist, ob die in der Türkei am Wochenende hochgekochten politischen Unruhen hier nachhaltig aufschiebende Wirkung haben werden).
Für das nächste Quartal visiert Netflix einen Netto-Abonnentenzuwachs um 2 Millionen an. Eingerechnet dabei ist die Tatsache, dass wegen der Olympischen Spiele weniger neue Abonnenten zu erwarten sind und in mehreren Ländern bei den Bestandskunden die Gebührenerhöhung greift, was zu erneuten Abo-Kündigungen führen dürfte.
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von Bernd Krannich


















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