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Warner Bros. Discovery: Paramount erhält überraschend für knapp 111 Milliarden Dollar doch noch den Zuschlag

Überraschung in der Nacht: Ein bereits ausgehandelter Deal, durch den Netflix große Teile von Konkurrent Warner Bros. Discovery aufkaufen wollte, ist doch noch geplatzt. Stattdessen erhält nun Paramount Skydance den Zuschlag, das bei früheren Verhandlungen im Dezember zunächst leer ausgegangen war.
Das hatte das Unternehmen von David Ellison damals aber nicht davon abgehalten, aggressiv fast täglich weitere Angebote zu unterbreiten, gegen den Zusammenschluss von Netflix und WBD Lobbyarbeit zu betreiben und mit einer "feindlichen Übernahme" zu drohen (TV Wunschliste berichtete). Das hatte schließlich dazu geführt, dass diese Partner Paramount Skydance ein weiteres Verhandlungsfenster gewährten. Dabei konnte Ellisons Unternehmen schließlich ein Angebot unterbreiten, das den Vorstand von WBD überzeugen konnte. Netflix hätte binnen vier Tagen ein gleichwertiges Angebot abgeben können, lehnte aber eine Nachbesserung ab: Es würde finanziell keinen Sinn für Netflix ergeben.
So wird der Vorstand von WBD nun seinen Aktionären das Angebot von Paramount Skydance zur Abstimmung vorlegen und dessen Annahme empfehlen - zuletzt war eine Aktionärsversammlung für den 20. März vorgesehen, bei der die WBD-Aktionäre über das Netflix-Angebot abstimmen sollten, das seit Dezember auf dem Tisch lag.
Die Angebote
Netflix hatte damals 82,7 Milliarden US-Dollar (27,75 US-Dollar pro Aktie von WBD) geboten, um die Studios, HBO Max und den Rechtekatalog von WBD zu erwerben, während die WBD-Aktionäre zudem Aktien für eine neu zu schaffende Firma erhalten sollten, in die die Kabelsender von WBD ausgegliedert werden sollten (wie CNN, Eurosport, TNT Sports, aber auch Discovery+). Dabei wäre der größte Teil "in bar" ausgezahlt worden, ein Teil durch den Austausch gegen Netflix-Aktien (TV Wunschliste berichtete).
Im Dezember hatte Paramount Skydance 30 US-Dollar pro Aktie "in bar" geboten, allerdings für das komplette WBD (inklusive Kabelsender). Das waren umgerechnet 103 Milliarden US-Dollar - trotzdem bevorzugte der WBD-Vorstand das Netflix-Angebot. Nun wurde das Angebot unter anderem auf 31 US-Dollar pro Aktie erhöht, insgesamt 110,9 Milliarden US-Dollar. Zudem muss Paramount Skydance nun auch im Fall, dass Anti-Monopolbehörden den Zusammenschluss der Firmen noch unterbinden, eine Ausgleichssumme von 7 Milliarden US-Dollar an WBD zahlen. Das Unternehmen wird weiterhin die 2,8 Milliarden US-Dollar Vertragsstrafe zahlen, die wegen des geplatzten Vorvertrags von WBD an Netflix zu überweisen sind.
Und schließlich hat Paramount Skydance auch noch eine "Ticking Fee" ausgelobt: Für jedes Quartal nach dem 30. September 2026, in dem der Zusammenschluss von WBD und Paramount Skydance nicht vollzogen ist, zahlt Paramount 25 Cent pro Aktie an die WBD-Aktionäre.
Reaktionen
Bei Netflix zeigte man sich trotz des auf den letzten Metern zurückgewiesenen Angebots sportlich: Es sei halt nicht wirtschaftlich sinnvoll, sein eigenes Angebot nochmals zu erhöhen. Nun freue man sich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit in der Zukunft - schließlich wird Netflix vom neu zu schmiedenden Konzern weiterhin Medieninhalte lizenzieren.
Großen Teilen der US-Medienindustrie war ein Deal zwischen Netflix und Warner Bros. Discovery ein Schreckgespenst gewesen, da Netflix bisher seine Filme nicht in Kinos veröffentlicht und allen Versicherungen zum Trotz, dass die Warner-Filme auch unter Netflix-Ägide weiterhin im Kino starten würden, herrschte die Angst weiter vor. Natürlich muss die US-Medienindustrie nun damit klarkommen, dass ein Zusammenschluss von WBD und Paramount Skydance mit vermutlich deutlichen Einsparungen einhergehen wird. Sowohl für Netflix wie auch für Paramount Skydance war der Kauf von WBD auch deswegen eine gewaltige Summe wert, weil man einen Mitbewerber eliminieren würde - vor allem in Gestalt von HBO Max.
Zudem ist David Ellison als Chef eines neuen Medienimperiums eher ungeliebt. Ins Umfeld des Aufkaufs von Paramount durch seine ursprüngliche Firma Skydance fiel die Nichtverlängerung der politisch kritischen Late-Night-Show
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