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Mega-Merger: Weg für Paramount-WBD-Zusammenschluss frei

von Bernd Krannich
(22.09.2026)
Letzte Hürden für 110-Milliarden-Deal ausgeräumt
WBD

Eckpunkte des Kompromisses

Die meisten Vertragspunkte haben eine Laufzeit von fünf Jahren und sehen neben den Verpflichtungen für den neu geschmiedeten Konzern auch konkrete Strafen für den Fall vor, dass die Vertragspunkte nicht eingehalten werden. Zur Überwachung wird eine unabhängige Instanz geschaffen.

Mindestens 30 Kinofilme müssen in den nächsten beiden Jahren produziert werden (in den folgenden drei Jahren jeweils mindestens 32), wobei ein gewisser Anteil in den USA hergestellt werden muss und auch ein gewisses Budget-Volumen vorgeschrieben ist. Im Fall einer Zuwiderhandlung muss das Studio Miramax verkauft werden.

Für die kommenden fünf Jahre muss die neue Firma die Studiogelände sowohl von Paramount wie auch WBD in Los Angeles weiterbetreiben; wegen der Klage der Kalifornier hatte David Ellison einen Weggang von Paramount Skydance aus L.A. angedroht, was wohl katastrophale Folgen für die lokale Wirtschaft gehabt hätte und sehr deutlich unterstrich, wie real Monopolbedenken sind.

CBS News und CNN erhalten ein Editorial Independence Board, das journalistische Grundregeln festschreibt und überwacht sowie Konflikte zwischen den Journalisten der Subunternehmen und dem Mutterunternehmen klärt. Beide Subunternehmen bleiben eigenständig erhalten.

Die linearen Sender des Unternehmens dürfen ihre Kabelverträge in den kommenden Jahren zunächst nicht kombinieren sondern, müssen die Paramount- und die WBD-Sender getrennt vermarkten, als ob sie weiterhin eigenständig seien; damit soll verhindert werden, dass eben die gewachsene Verhandlungspower, weil man mehr Sender vermarktet, dazu führt, dass die Lizenzsummen für Abnehmer in die Höhe getrieben werden. In den USA entsteht ein Gutteil der Einnahmen auch werbefinanzierter Fernsehsender dadurch, dass die örtlichen Kabelbetreiber für das Recht zur Einspeisung der Sender in ihr Netz Geld zahlen müssen - was natürlich an die Endkunden weitergegeben wird. Dabei vermarkten Unternehmen in der Regel ihre Sender in Paketen, so dass "uninteressantere" Sender an die Lizenzierung von zentralen Sendern gekoppelt sind. Bei Zuwiderhandlung kann Paramount gezwungen werden, die BET-Sendergruppe, VH-1 beziehungsweise Comedy Central (sowie weitere, kleinere Sender) verkaufen zu müssen; die "Kronjuwelen" MTV und Nickelodeon wären, wie Deadline hervorhebt, aber "sicher".

Daneben übernimmt Paramount die Anwaltskosten (inklusive Sachverständige) für die Klage in einem "vernünftigen" Rahmen (maximal 40 Millionen US-Dollar).

Separate Einigung mit WGA

Auch die Autorengewerkschaft WGA hatte eine Klage wegen Monopolbedenken zum Nachteil der Bevölkerung und ihrer eigenen Klientel eingereicht. Auch diese Klage wurde nun durch Zusicherung aufgelöst.

Während die WGA davon spricht, dass man weiterhin der Überzeugung sei, der Zusammenschluss von Paramount Skydance und WBD werde für die Unterhaltungsindustrie nachteilig sein, musste man doch eingestehen, dass man als Nonprofit-Organisation nach dem Kompromiss von Paramount mit den Bundesstaaten den Merger nicht auf sich gestellt mit einem kostspieligen Gerichtsverfahren aufhalten werde können.

Paramount hat sich im Gegenzug dazu verpflichtet, bei CBS News in den nächsten fünf Jahren keine Autoren zu entlassen. Daneben werde man 17,5 Millionen in die stets klamme, gewerkschaftseigene Krankenversicherung einzahlen und die bisherigen Anwaltskosten der WGA in dem Vorgang übernehmen.


 

Über den Autor

Bernd Krannich ist Jahrgang 1974 und erhielt die Liebe zu Fernsehserien quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater war Fan früher Actionserien und technikbegeistert, Bernd verfiel den Serien spätestens mit Akte X, Das nächste Jahrhundert und Buffy. Mittlerweile verfolgt er das ganzes Serienspektrum von "The Americans" über "Arrow" bis "The Big Bang Theory". Seit 2007 schreibt Bernd beruflich über vornehmlich amerikanische Fernsehserien, seit 2014 in der Newsredaktion von TV Wunschliste.

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