Libyen besteht zu 95 Prozent aus Wüste. Im Süden der Sahara regnet es so gut wie nie, statistisch gesehen alle 25 Jahre. Inmitten dieses extrem trockenen Klimas liegt die legendäre Oase Kufra. Hier werden seit Jahrtausenden Äcker bestellt und Schafe gezüchtet, denn hier gab es schon immer Grundwasser. Vor zwei Jahrzehnten entdeckten Forscher, die eigentlich nach Öl suchten, dass tief unter dem Oasengrundwasser ungeheure Mengen an Wasser lagern, die noch aus der Zeit stammen, als in Europa Eiszeit herrschte und die Sahara ein feuchtes grünes Land war. Die Wasserreserven im unterirdischen Kufra-Becken entsprechen der Wassermenge, die in 220 Jahren den Nil hinunter fließt. Libyens Staatschef Muammar al-Gaddhafi rief das "Great Man Made River Project" ins Leben. Der große von Menschen gemachte Fluss soll Wasser auf Jahrhunderte für Libyen sichern. Seit 1984 baut der Wüstenstaat Tausende Kilometer riesige Wasserpipelines durch die Sahara. Der bisher verbrauchte Zement für die Pipelines hätte für eine Autobahn von Tripolis bis Indien gereicht; allein die östliche Wasserpipeline ist 1.800 Kilometer lang. Das gigantische Projekt ist auch ein Arbeits-, Bildungs- und Infrastrukturprogramm für Libyen. Wenn die Wasserleitung fertig ist, soll Ackerbau im großen Stil betrieben werden. Getreideanbau ist nicht nur geplant, um sich von Nahrungsmittelimporten unabhängig zu machen, sondern Libyen will Agrar-Exportnation werden. Das Wüstenwasser ist zu einem staatlichen Grundpfeiler geworden, mit der Verwertung will sich der Staatschef ein Denkmal setzen. Die Frage westlicher Kritiker bleibt jedoch bestehen: Wäre eine Meerwasseraufbereitung an der Küste nicht nachhaltiger und letztlich auch billiger gewesen als dieses gigantische Unternehmen?...
(arte)
Daten
Länge: ca. 45 min.
| Deutsche TV-Premiere | Mi, 18.01.2006 (arte) |
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