M.I.A. (Mathangi Arulpragasam, geb. 1975) ist die Abkürzung für "Missing in Action" – eine Bezeichnung für im Kriegsgeschehen vermisste Soldaten. Das Kämpferische ist M.I.A. in gewisser Weise in die Wiege gelegt: Als Kind kam sie als Geflüchtete nach England. In ihrer Heimat Sri Lanka tobte ein Bürgerkrieg. Ihr Vater, Gründungsmitglied einer tamilischen Widerstandsbewegung, blieb zurück, um zu kämpfen. In den 1990er Jahren studiert M.I.A. Kunst und Film. Als sie mit der florierenden Britpop-Szene in Berührung kommt, ist ihr Interesse für Musik geweckt: Ausgerüstet mit Drum-Computer und Sampler wird sie rasch zur Ikone des multiethnischen London. Ihre Musik verbindet die Sounds von Dancefloor und Hip-Hop mit dem der Kulturen verschiedener Einwanderer. In ihren Themen konfrontiert sie das westliche Selbstverständnis mit dessen kolonialistischen, sexistischen oder rassistischen Untertönen. M.I.A. ist die Künstlerin der Nullerjahre: vom "Rolling Stone" höher gewichtet als Amy Winehouse, nominiert unter anderen für Oscar und Grammy, hofiert von Madonna. Ihr öffentliches Eintreten für politische Themen und die Liaison mit einem reichen Unternehmer machen sie jedoch zur Zielscheibe, eine kräftezehrende Fehde mit den Medien ist die Folge.
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