Kaum ein Architekt hat in den letzten Jahren auch außerhalb der Architekturszene für so viel Aufsehen gesorgt wie der Niederländer Rem Koolhaas. Das liegt nicht allein an seinen innovativen Bauten. Die niederländische Botschaft in Berlin, die Seattle Library und das Konzerthaus Casa da Musica in Porto belegen auf eindrucksvolle Weise, dass Architektur auch jenseits postmoderner Spielereien noch etwas zu sagen hat. Doch der Architekt Koolhaas, der die Architektur nach eigenen Angaben verabscheut und sich selbst als Schriftsteller begreift, hat erst sehr spät mit dem Bauen begonnen. Berühmt wurde er denn auch nicht durch seine Gebäude, sondern durch sein Buch "Delirious New York", ein "retro-aktives Manifest", das New York als verwirklichte soziale Utopie feiert und eigenwillige Visionen neben präzise Analysen stellt. Dass er nun als Ikone der Baukunst gefeiert wird, erweist sich als merkwürdige Ironie der Geschichte, ging es dem Harvard-Professor und Träger des weltweit renommiertesten Architekturpreises, des Pritzker-Preises, doch nie um das einzelne "Masterpiece", sondern stets darum, zu provozieren und Spannung zu erzeugen: Sei es mit Hilfe von Gebäuden, sei es mit Hilfe von Büchern oder anderen, eigentlich architekturfremden Tätigkeiten.
(arte)
Daten
Länge: ca. 52 min.
| Deutsche TV-Premiere | Fr, 27.01.2006 (arte) |
gezeigt bei: Sternstunde Kunst (CH, 1998 – )
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Cast & Crew
- Regie: Markus Heidingsfelder









