Die junge Luisa wird Anfang der 1960er Jahre wegen der Erkrankung ihrer alleinerziehenden Mutter von den Behörden in die Obhut eines Kinderheims geschickt. Im kirchlichen Erziehungsheim trifft sie auf ihren Leidensgenossen Paul. Beide erfahren dort die ganze Härte des Systems, werden seelisch und körperlich misshandelt und dienen als billige Arbeitskräfte. Besonders Schwester Ursula scheint es auf Luisa abgesehen zu haben. Während diese zur offenen Rebellion neigt, plant der stille Paul heimlich ihre gemeinsame Flucht, um dem Grauen zu entkommen. Doch ihre Freiheit währt nur wenige Stunden. Im Berlin des Jahres 2008 treffen Luisa und Paul nach 44 Jahren erneut aufeinander. Beide haben bisher über ihre Erlebnisse geschwiegen und sich in die Verdrängung geflüchtet. Doch Luisa sieht für sich den Zeitpunkt gekommen, ihr Schicksal öffentlich zu machen und sich damit ihrer Vergangenheit zu stellen. "Und alle haben geschwiegen" erzählt die fiktive Geschichte des jungen Mädchens Luisa, inspiriert von Peter Wensierski "Schläge im Namen des Herrn". Sein Sachbuch löste ab 2006 eine breite politische und gesellschaftliche Debatte aus und führte zur Gründung eines Runden Tisches unter Antje Vollmer. 3sat zeigt vom Samstag, 16., bis zum Donnerstag, 21. November, jeweils um 20.15 Uhr und ca. 21.50 Uhr, alle zwölf für das "FernsehfilmFestival Baden-Baden" nominierten Fernsehfilme. Zuschauer können durchgehend vom 16. November, 20.00 Uhr, bis zum 22. November, 14.00 Uhr, ihren Lieblingsfilm im Internet unter www.3sat.de wählen oder telefonisch abstimmen. Für "Und alle haben geschwiegen" lautet die Telefonnummer 0137 4141.05.
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Ich bin froh über die Sendung des Films „Und alle haben geschwiegen“! Er gibt sehr gut die Atmosphäre in damaligen Heimen wider, porträtiert die herzlosen (angeblichen!) „Schwestern“ perfekt und stellt korrekt die grässlichen, menschenverachtenden Regeln dar. Der Film ruft in mir schreckliche Erinnerungen hervor, die ich komplett verdrängt hatte und ich merke, wie wichtig es ist, sich ihnen zu stellen. Ich bin Jahrgang 1953 und hatte im Vorschulalter – wie es damals hieß -„chronische Bronchitis“. Damals gab es die Diagnose „Pseudokrupp“ noch nicht. Ich musste nicht in ein Erziehungsheim, sondern wurde als Pfarrerstochter 3x für 4 Wochen zur Behandlung in ein kirchliches Kinderheim in der DDR geschickt. Das Verhalten der „Schwestern“ war vergleichbar mit dem der im Film dargestellten. Die Regeln waren unmenschlich. Ein Beispiel: Wir erhielten morgens 5 Minuten im WC zum Stuhlgang. Gelang dies in dem Moment und der Kürze nicht, musste man den Kot bis zum nächsten Morgen zurückhalten oder große Strafen erleiden, wenn er dann womöglich in der Zwischenzeit in die Hose abging. „Ohrfeigen“ gab es, aber psychische Strafen waren viel schrecklicher. Vor einigen Jahren gab es bereits eine Doku zu den Heimen in den 50er und 60ger Jahren im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Auch sie hat mich tief berührt. Falls noch Informationsbedarf besteht, stehe ich gern zur Verfügung. Ich bin sehr dankbar, dass derartige Filme Teil des TV Programms sind, wenn auch spät nachts. Ich bewundere auch Senta Berger und ihre Kollegen, dass sie sich für solche Filme zur Verfügung stellen!
Bilder
Geteiltes Leid ist halbes Leid: Ein Lichtblick in dem tristen Heimalltag sind für Luisa (Alicia von Rittberg) die Begegnungen mit Paul (Leonard Carow).
Nach der Flucht aus dem Heim Falkenstein genießen Luisa (Alicia von Rittberg) und Paul (Leonard Carow) zunächst einmal ein üppiges Mahl auf einem Bauernhof.
Ein tränenreiches Wiedersehen: Luisas (Alicia von Rittberg, l.) kranke Mutter (Antje Schmidt, m.) besucht ihre Tochter unter den strengen Augen von Heimleiterin Schwester Elisabeth (Marie Anne Fliegel, r.).
Paul (Matthias Habich) berichtet am Runden Tisch von seinen traumatischen Erlebnissen in dem christlichen Erziehungsheim Falkenstein in den sechziger Jahren. (Im Hintergrund: Senta Berger)
Luisa (Alicia von Rittberg, l.) hat Hoffnung: Fräulein Michels (Jasmin Schwiers, r.) verspricht ihr zu helfen und gegen die schlimmen Verhältnisse im Heim Falkenstein anzugehen.
Luisa (Alicia von Rittberg) und Paul (Leonard Carow) können es kaum fassen. Es ist ihnen gelungen, aus dem Heim zu fliehen, sie sind das erste Mal seit Monaten in Freiheit.
Die Vorsitzende des Runden Tisches (Tamara Rohloff) fordert Paul auf, von seinen traumatischen Erlebnissen aus der Zeit im Erziehungsheim Falkenstein zu berichten.
Bei der Ankunft in der kirchlichen Erziehungsanstalt Falkenstein und die Einweisung von Schwester Ursula (Birge Schade, r.) ahnt Luisa (Alicia von Rittberg, l.) nicht, welche Schrecken ihr bevorstehen.
In der christlichen Erziehungsanstalt Falkenstein herrschen strengste Vorschriften: Luisa (Alicia von Rittberg, 3.v.l.) und Hilke (Lucie Hollmann, 2.v.l.) beim allabendlichen Gebet.
Luisa (Alicia von Rittberg, l.), Hilke (Lucie Hollmann, m.) und Sarah (Lili Zahavi, r.) gönnen sich während der harten Arbeit im Erziehungsheim Falkenstein eine Pause. Ob das den strengen Schwestern allerdings verborgen bleibt?
Mit aller Gewalt müssen Schwester Ursula (Birge Schade, r.) und Schwester Clara (Anke Sevenich, 3.v.r.) Luisa (Alicia von Rittberg, 2.v.r.) und Paul (Leonard Carow, 2.v.l) nach ihrer vereitelten Flucht aus dem Heim trennen.
Luisa (Alicia von Rittberg, 3.v.r.), Paul (Leonard Carow, 3.v.l.) und die anderen Heimkinder machen gute Miene zum bösen Spiel. Beim Besuch des Bischofs soll sich die Erziehungsanstalt Falkenstein von ihrer besten Seite zeigen.
Paul (Matthias Habich) kann nicht vergessen, was er in der christlichen Erziehungsanstalt Falkenstein erlebt hatte. Luisa (Senta Berger) drängt ihn, damit an die Öffentlichkeit zu gehen.
Luisa (Alicia von Rittberg, r.) muss härteste Erziehungsmaßnahmen von Schwester Ursula (Birge Schade, m.) über sich ergehen lassen, während Schwester Clara (Anke Sevenich, l.) tatenlos zusieht.
Der Flucht von Paul (Leonard Carow) und Luisa (Alicia von Rittberg) wird ein jähes Ende gesetzt. Gewaltsam werden sie von Schwester Clara (Anke Sevenich, r.) und den Aufsehern ins Heim Falkenstein zurückgebracht, wo sie eine harte Strafe erwartet.