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Prime Video präsentiert Young-Adult-Serie um Hexen als Rückgrat des US-Militärs
"Motherland: Fort Salem": Abigail (Ashley Nicole Williams), Raelle (Taylor Hickson) und Tally (Jessica Sutton) sind Frauen der Tat
Freeform
TV-Kritik/Review: "Motherland: Fort Salem": Neues Hexen-Drama weckt Heißhunger auf mehr/Freeform

Was wäre, wenn...-Szenarien sind im Allgemeinen eine Stärke der Science-Fiction. Doch diesmal nimmt sich die deutlicher im Fantasy verortete Serie  "Motherland: Fort Salem" einer solchen Frage an: Was wäre, wenn... es wirklich zaubermächtige Hexen gebe, die sich einst in den Dienst der britischen Kolonisten in Nordamerika gestellt hätten, um der Hexenverfolgung zu entgehen? Wie üblich ergibt sich, dass sich bis in unsere Gegenwart vieles geändert hätte - aber doch das meiste gleich geblieben wäre.

Geändert hätte sich wohl vor allem das Frauenbild, wenn die Kriege der letzten 300 Jahre für die USA von Frauen aller Hautfarben gewonnen worden wären. Gleich geblieben wäre das alte Spiel der sozialen Schichten, in dem manche in die oberen Zehntausend geboren werden und sich den Verantwortungen im Zwangsdienst durch den Verweis auf ihren guten Namen entziehen können, während die sozial Schwachen am Ende als Kanonenfutter im Frontdienst enden.

"Motherland: Fort Salem" stellt drei junge Hexen ins Zentrum. Seit jenem Paktschluss der Hexe Sarah Alder in Salem vor mehr als 300 Jahren müssen alle Hexen - wirklich stark in der Magie sind ausschließlich Frauen - im Militär Dienst tun. Ein jährliches magisches Ritual beruft sie ein, sich zum Antritt der Grundausbildung einzufinden - in den realen USA kennt man solch eine Draft als Zwangsmaßnahme nur aus Kriegszeiten. Man kann die Einberufung verweigern - aber auch in der Gesellschaft von "Fort Salem" winkt draft dodgern in der Regel kein gutes Schicksal. In diesem Jahr wurden unter anderem drei sehr unterschiedliche Frauen eingezogen, deren Schicksal nun dadurch verknüpft ist, dass sie ihre Grundausbildung als Team und Schicksalsgemeinschaft durchlaufen: Ob sie es in die Offiziersausbildung schaffen - und damit dem tödlichen Frontdienst einstweilen entgehen - hängt von ihrem Teamwork ab.

Das Team aus Tally (Jessica Sutton), Abigail (Ashley Nicole Williams) und Raelle (Taylor Hickson) haben in Sachen Teamwork gute und schlechte Tage.
Das Team aus Tally (Jessica Sutton), Abigail (Ashley Nicole Williams) und Raelle (Taylor Hickson) haben in Sachen Teamwork gute und schlechte Tage. David Bukach/Disney Enterprises, Inc. All rights reserved.

Abigail Bellweather (Ashley Nicole Williams) gehört dabei zu jenen mit einem silbernen Löffel im Mund geborenen Hexen. Sie muss den Namen ihrer Familie reinhalten, die zu den höchsten sozialen Kreisen gehört. Natürlich muss sie aufs War College zur Offiziersausbildung kommen, ihre Mutter Petra (Catherine Lough Haggquist) ist ein ebenso ehrgeiziger wie erfolgreicher General. Den Gegenpol im Team bildet in vielerlei Hinsicht Raelle Collar (Taylor Hickson). Sie ist auch ohne Ausbildung eine begabte Heilerin, die sich für andere aufopfert. Sie ist ohne Mutter aufgewachsen. Denn die starb - in Raelles Augen - unter "ungeklärten" Umständen, aber wohl als Kanonenfutter im Dienst ausgerechnet der damals auf ihr eigenes Vorankommen fixierten Petra. Da der tödliche Einsatz allerdings der Geheimhaltung unterliegt, hat Raelle nur Vermutungen sowie erste Indizien, dass ihre Mutter nicht erwartet hatte, von jenem Einsatz zurückzukommen. Entsprechend hat Raelle eine gehörige Wut auf das System allgemein und die Bellweathers im Speziellen im Bauch. Dritte im Bunde ist die unerfahrene, leicht naive Tally Craven (Jessica Sutton). Die hat sich aus Ehrgefühl quasi freiwillig gemeldet, obwohl ihre Mutter eine Freistellung unter einer Härtefallregel für sie erwirkt hatte: Tally ist nach dem Tod mehrerer Tanten im Kriegsdienst die letzte Überlebende ihrer Erblinie. Trotzdem stürzt sie sich voll guten Mutes in die Zwangsverpflichtung.

Vom ersten Tag an entspannt sich mit dieser Ausgangslage eine im Wesentlichen zunächst nicht allzu neue Handlung für eine moderne Fantasy-Serie mit übernatürlichen Elementen: Die drei jungen Kadettinnen erfahren in Fort Salem mehr über ihre auf musikalischen Harmonien beruhenden Kräfte sowie die Geschichte der Hexen und müssen sich mit ihrem inneren Zwist auseinandersetzen, während sie zu Erfolgserlebnissen in der Ausbildung verdammt sind, um nicht als Kanonenfutter zu enden. Dazu gibt es Liebschaften, wobei vor allem die von Raelle mit der mysteriösen Mitkadettin Scylla Ramshorn (Amalia Holm) im Zentrum steht, denn auch Holm gehört zu den Hauptdarstellern. Scylla stammt von einer Familie von Dienstverweigerern ab und zeigt so auch die düsteren Seiten der Zwangsrekrutierung. Eingemischt sind weitere Kadettinnen für Freundschaft wie Erbfeindschaft, Familienmitglieder und ein paar Männer. Männliche Hexer sind in dieser Welt nur "Hilfsarbeiter", die ihre Kräfte in die Herstellung der Nahkampfwaffen der Hexen stecken.

Ebenfalls zum Hauptcast gehört daneben Demetria McKinney als Drill-Sergeant Anacostia Quartermaine - man kann schließlich keine Serie über das Militär machen ohne eine Ausbilderin als toughe, faire und letztendlich loyale Elternfigur. Und dann ist da noch Lyne Renée als Sarah Alder - eben jene Hexe, die vor 300 Jahren den Pakt mit den Siedlern geschlossen hatte und seitdem das Militär in Nordamerika führt. Und die nun einer neuen, gefährlichen Bedrohung ins Auge blicken muss: magischen Terroristen, die sich Spree nennen.

Die eigenwillige Raelle (Taylor Hickson) gerät mehr als einmal mit Ausbilderin Anacostia Quartermaine (Demetria McKinney) aneinander.
Die eigenwillige Raelle (Taylor Hickson) gerät mehr als einmal mit Ausbilderin Anacostia Quartermaine (Demetria McKinney) aneinander. David Bukach/Disney Enterprises, Inc. All rights reserved.

Die geheimnisvollen Spree setzen tödliche Magie für ihre Anschläge auf Zivilisten ein. Natürlich finden sich die drei Kadettinnen an exponierter Stelle in diese Handlung integriert und natürlich verläuft deren Ausbildung alles andere als "durchschnittlich".

Mit der mehr als 300 Jahre alten Sarah Alder sind wir im Rahmen der Betrachtung von "Motherland: Fort Salem" an dem Punkt angekommen, der die Serie bereits von der Prämisse her interessant gemacht hat, der in der ersten Staffel allerdings noch Lieferschwierigkeiten hat: das Worldbuilding, die Ausgestaltung einer in sich halbwegs stimmigen Welt in der Gegenwart unter dieser alternativen Geschichtsschreibung.

Die Serie hält es hier ein bisschen mit den griechischen Göttern und setzt den Zuschauer einer Folter aus, zu der einst auch Tantalos verurteilt wurde. Denn immer, wenn der Blick auf die weitere Welt geworfen wird, kann man nur kurz wenige Details erhaschen, bevor die Handlung sich wieder aus dem Thema zurückzieht und auf das unmittelbare Leben der Figuren fokussiert. Bekannt gemacht wird, dass sich die Welt seit den 1960er Jahren in einer Art kaltem Krieg befindet, bei dem amerikanische Hexen überall auf der Welt ihre Verbündeten unterstützen. Auch andere Großmächte haben ihre Zauberinnen, gewisse Zaubergesänge sind Militärgeheimnisse, da "waffenfähig" - jede Nation ist also auf das angewiesen, was die eigene Hexentradtion aus dem Mittelalter mitbrachte. In Den Haag gibt es eine Art Konferenz der magischen Militärs, um gewisse Eskalationen zu unterbinden - schließlich kämpfen auf den Schlachtfeldern Zauberer gegen Zauberer für das wohl ihrer mundanen Regierungen. Gewisse Zauberpraktiken sind natürlich geächtet.

Daneben ist Alder in ihrer Gemeinschaft nur mäßig beliebt, denn die Geheimhaltung der Zauberkundigen war seinerzeit eine gemeinsame "Tradition" - dass Alder kurz vor ihrer anstehenden Hinrichtung in Salem eigenmächtig entschieden hatte, diese aufzugeben, brachte ihr den Ruf als Egoistin ein, die letztendlich den Weg zur Zwangsverpflichtung aller Hexen in den Militärdienst ebnete. Und in mehr als 300 Jahren als Militärführerin folgten durch Alder zahlreiche weitere, ähnlich eigenmächtige Entscheidungen. Auch die Art, wie Alder ihre ungewöhnliche Langlebigkeit sichert, zeigt, dass es ihr nicht an Selbstbewusstsein mangelt.

Tag der Wahrheit: Die Kadettinnen um Tally, Abigail und Raelle warten mehr oder weniger optimistisch auf die Nachricht, ob es für sie nach der Grundausbildung zur Offiziersausbidung geht - oder direkt "an die Front".
Tag der Wahrheit: Die Kadettinnen um Tally, Abigail und Raelle warten mehr oder weniger optimistisch auf die Nachricht, ob es für sie nach der Grundausbildung zur Offiziersausbidung geht - oder direkt "an die Front". David Bukach/Disney Enterprises, Inc. All rights reserved.

"Motherland: Fort Salem" versteht es, die Spannung sowohl in den Geschichten der Protagonistinnen wie auch mit dem bruchstückhaften Enthüllen von Details über die Welt der Serie hochzuhalten - wie erwähnt hätte man mit der Weltgeschichte auch etwas freigiebiger sein können. Etwas freigiebiger enthüllt werden auch zahlreiche soziale Änderungen, die eben mit der prominenten Rolle von Frauen in der politisch-militärischen Welt ebenso einhergehen wie mit der Tatsache, dass die Stärke jedes Landes von immer neuen Generationen von Hexen abhängt wie auch der Tatsache, dass die magische Stärke von Hexen mit ihren Emotionen einhergeht. Etwa saßen in dieser Welt die Hexen am längeren Hebel als die sie dämonisierende christliche Kirche.

Ein hoher, in der Serie thematisierter Feiertag etwa ist Beltane, ein (an irische Folklore angelehntes) Fruchtbarkeitsfest mit Anleihen an das, was man sich gemeinhin unter einer Walpurgisnacht vorstellt. Auch wird die Sache mit Eheschließungen locker gesehen und gleicht eher einem "befristeten Vertrag" auf fünf Jahre, eben mit dem Ziel, Hexennachwuchs zu sichern. Die USA werden in der Serie aktuell von einer schwarzen Präsidentin geführt.

Fazit

"Motherland: Fort Salem" liefert definitiv eine unterhaltsame, phantastische Serie ab. Die Figuren-Konstellationen mit Rivalitäten, nur gemeinsam zu meisternden Herausforderungen, Geheimnissen und Loyalitätskonflikten wird routiniert ausgespielt und bringt zahlreiche emotionale Erfolgsmomente. Auch für generelle Fantasy-Fans ist die Serie sicherlich lohnenswert, ist es doch selten geworden, dass Serien einen eigenen Kosmos haben und nicht Adaptionen bekannter Vorlagen sind.

Abzüge in der B-Note gibt es einstweilen für die Tatsache, dass die Auftaktstaffel mit ihren zehn Folgen zunächst nicht genug Platz zur Ausbreitung dieser interessanten Prämisse gibt - aber eine zweite Staffel ist in den USA bereits bestellt. Die Tricktechnik mit magischen Wirbelstürmen und fliegenden Hexen hätte sicherlich ein höheres Budget verdient. Und letztendlich ist "Motherland: Fort Salem" definitiv eine Unterhaltungsserie für die junge Zielgruppe - die Ausdifferenzierung der Gräuel des Krieges etwa erspart man sich hier naturgemäß.

Dieser Text basiert auf Sichtung der kompletten ersten Staffel der Serie "Motherland: Fort Salem".

Meine Wertung: 3.5/5

"Motherland: Fort Salem" hat seine Deutschlandpremiere mit der zehnteiligen ersten Staffel am 20. November 2020 durch Prime Video. In den USA wurde die Serie nach der Ausstrahlung zwischen März und Mai vom Sender Freeform für eine zweite Staffel verlängert.

Der sanfte Einstieg in die Welt von "Motherland: Fort Salem": Der Serienvorspann

Trailer zu "Motherland: Fort Salem" (englisch)


 

Über den Autor

  • Bernd Krannich
Bernd Krannich ist Jahrgang 1974 und erhielt die Liebe zu Fernsehserien quasi in die Wiege gelegt. Sein Vater war Fan früher Actionserien und technikbegeistert, Bernd verfiel den Serien spätestens mit Akte X, Das nächste Jahrhundert und Buffy. Mittlerweile verfolgt er das ganzes Serienspektrum von "The Americans" über "Arrow" bis "The Big Bang Theory". Seit 2007 schreibt Bernd beruflich über vornehmlich amerikanische Fernsehserien, seit 2014 in der Newsredaktion von TV Wunschliste.

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Leserkommentare

  • Vritra schrieb am 22.11.2020, 13.18 Uhr:
    @Martina
    So viel Kultur haben Amerikaner halt nicht. Als Amerikanische Nation mit überlieferter Geschichte ist Amerika halt eine relativ junge Kultur: Unabhängigkeitskrieg, Staatsgründung, Bürgerkrieg, ein großer Stall voll Angriffskriege und, äh, mehr fällt mir im Moment nicht ein. Dass man da Salem und Co. aufblasen muss, damit die Geschichtsbücher etwas dicker werden ist verständlich.
  • Bingwatcher schrieb am 21.11.2020, 21.11 Uhr:
    Oh mein Gott, gebeutelt durch Corona und dadurch ausgehungert nach neuen Filmen/Serien schaue ich momentan alles was angeboten wird...
    gut, dachte ich, eine Serie ueber Hexen in der heutigen Zeit, als Militaers, das koennte was werden....
    angefangen zu schauen, und gleich enttaeuscht worden, wieder nur eine Teenagerserie in abgewandelem Gewand, mit taffen kleinen Maedchen und Strubelhaarigen Jungs (wobei wohl heutzutage die gleichgeschlechtliche Liebesvariante nicht fehlen darf) und viel unnuetzes Geschwafel.
    Naja, nix im TV dachte ich schau mal weiter....
    bis zur Folge 4....ploetzlich fangen alle an zu tanzen als gilt es High Shool Musical zu uebertrumpfen !!!
    Bevor dann noch einer der Protagonisten anfing mir sein Leid singend darzubieten hab ich abgeschaltet.
    Von mir -5 von 10
  • Martina schrieb am 21.11.2020, 17.32 Uhr:
    Irgendwie witzig, aber auch arm, dass die Amis immer denken, ihre popelige Hexenverfolgung in Salem sei das Maß aller Dinge gewesen...
  • Rudison schrieb am 21.11.2020, 03.16 Uhr:
    "...letztendlich ist "Motherland: Fort Salem" definitiv eine Unterhaltungsserie für die junge Zielgruppe..."

    die gesamte Review ließ mich so etwas erwarten, und hätte man diese Info weiter oben eingefügt, hätte ich mir etwas Lebenszeit aufsparen können, und "Heißhunger auf mehr" hat die Rezi auch ohne den Hinweis auf eine Teeny Serie nicht geweckt, alles in allem war die Rezi also in so fern nützlich, dass ich hier nicht erst einsteigen werde
  • Vritra schrieb am 21.11.2020, 00.32 Uhr:
    Schauspiel, Regie und Drehbuch sind ungefähr auf dem qualitativen Niveau der anderen und mittlerweile leider eingestellten Fantasy-Freeform-Serie "Shadowhunters"; nur leider ohne dessen Charmings.

    Die Figuren sind allesamt unsympathisch, die Handlung - sogar die Wendungen - sind vorhersehbar und langweilig ist es leider, leider auch. Was mich extrem abgestoßen hat war die Rahmenhandlung als Military-Serie, das ist leider nicht mein Ding und der Hurra-Patriotismus ist auch ein eher amerikanisches Ding, das hierzulande eher weniger funktioniert. Ansonsten serviert Freeform hier eine sehr generische amerikanische Jugendserie, wo die schon völlig zu Brei gekauten Klischees der Highschool-Serie zum tausendsten Mal wiedergekäut werden. Was daran "Heißhunger auf mehr" erzeugt haben soll, erschließt sich mir nicht.

    2 von 10 Punkten und ich bin leider raus.
 

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